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Donnerstag, 12. Januar 2006

Transfertag zum Podium

Berlin, Mittag.



Wartburg, Sonnenuntergang



Frankfurt, gerade noch rechtzeitig



Volles Podium, und los.



Es war gut, mal ein paar Leute der Medienhäuser auf dem Podium zu haben. Andererseits wäre es nett gewesen, wenn der ein oder andere a) etwas Substanzielleres gesagt und b) auf Präsentationen und Worthülsen verzichtet hätte. Es gab nicht viel Raum für Angriffe und Auseinandersetzungen. Ich habe getan, was ich konnte - Stichworte Überwachung, Meinungsfreiheit - aber ich fürchte, es war nicht genug, um den Randaleerwartungen aller Blogger gerecht zu werden. Mehr im Blog der Veranstalter, bei Sven und dem Betonblog.

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Dienstag, 10. Januar 2006

Tooncam

Besser als Megapixel und Flickr:




von hier für das. Und die MP3 dauern noch - etwas.

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Freitag, 6. Januar 2006

Cruising

Sie steigt aus, eilt durch die kalte Nacht zur Haustür, und mir fällt das Mädchen an der Theke ein, mit ihrem Nasenring, dem kleinen Kinn und den semmelblonden Haaren, dazu das grüne T-Shirt und die kratzige, laute Stimme. Das war ein Vorgeschmack auf Berlin, heute Nacht. Und immer noch klingt in meinem Kopf das leise, ungeduldige Klappern ihrer fein gepflegten Fingernägel nach, glänzend und poliert wie Perlen im Schein der Kerzen, und ihre sanfte Stimme, die übertönt wurde vom kreischenden Gelächter der Frau an der Theke, die nur darauf wartete, dass wir gehen, damit sie mit den letzten Gast, den langhaarigen Kerl von seinem Barhocker zerren konnte, und in den Bierpfützen und den Essensresten, im Staub und Schmutz eines Müncher Wintertages mal eben schnell einen Fick haben kann, aus dem vielleicht dann ein Kind erwächst, für das die Reste des aussterbenden Bürgertums, das wir verkörpern, nur noch schale Erinnerungen älterer Menschen sind.

Sie dreht sich nie um, als sie die Tür aufsperrt, ich warte auch nicht darauf und gebe Gas, ziehe die Auffahrt hoch, drehe um Richtung Norden und fahre den langen Bogen des Mittleren Rings entlang, im Westen der Stadt, wo die Lichter um halb zwei Uhr Nachts die Strasse wie ein Band aus Kupfer und Silber erscheinen lassen. Der mittlere Ring ist die perfekte Stadtautobahn in dieser Zeit, wenn kaum ein Auto unterwegs ist und im Radio Bohren & der Club of Gore läuft, wie damals, in der schlimmen Zeit, als ich hier oft über den nächsten Tag nachgedacht habe und vergass, an das Leben zu denken.



Die ganze Tour beim Click hier

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06.01.06 - Mittlerer Ring, München

Canon Ixus 500, 5 Megapixel, ISO 100, F2,8, Fiat Barchetta, 60 km/h. Strecke Sendling - A8, Fröttmaning.



























Story dazu

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Montag, 2. Januar 2006

Stundenbuch 05

Im späten Mittelalter entwickelten sich die Stundenbücher zu einer der beliebtesten Buchgattungen, bevor der Buchdruck Schluss machte mit all den handgeschriebenen Extravaganzen. Das letzte Aufbäumen gegen den Lauf der Zeit und die Kraft der Technik und der Massenfertigung waren diese reich geschmückten Kleinodien; eigentlich Gebetbücher, aber wohl mehr Luxus, Schmuck, Zeichen von Bildung und Kunstverstand. Wenn ich heute in der Theatinerstrasse in München das Guccitaschenäquivalent sehe, fange ich an, am kulturellen Fortschritt der Menschheit zu zweifeln.



Wie auch immer, die Monatsbilder in den Stundenbücher sind eine herrliche Gattung der Kunst, die vom Leben im Herbst des Mittelalters, Monat für Monat, erzählen. Aus den 663 Bildern, die im letzten Jahr in diesem Blog zu sehen waren, sind hier 12 Monatsbilder ausgewählt. Repräsentativ, teilweise, oder auch nicht.

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Das Jahr in Bildern

1.1.05:

Zwischen Welten - Jahresauftakt für schlechtere Kinder der besseren Familien



25.2.05

EKA.Cafe.Bar - Warten in angenehmem Berliner Umfeld



13.3.05:

Moneybrother - Party im Berliner Spreeblick, vorbei aber nicht vergessen



12.04.05

Chemiefrabrik in Wittenberg - sollte man gesehen haben, wenn man über den Osten reden will



8.5.05:

Hoffnung geben - die letzten Wochen im Slum Berlin brechen an



5.6.05:

Dessau - im Übergang zwischen Nord und Süd, Ost und West



15.07.05:

Aufkommendes Gewitter - auf der Dachterasse in der Provinz



5.8.05:

Das Biest - lange hat es gedauert, bis der Stuck fertig war



28.9.05:

Bläser - Warten vor dem Stadttheater



14.10.05:

System of a Dom - Nebel in der Provinz



17.11.05:

Verschwendete Schönheit - Abbrucharbeiten in Berlin



31.12.05:

Hand in the Cookie Jar - Zuhause in der Provinz


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Samstag, 31. Dezember 2005

liebe leser, Liebe Leserinnen,

es gab da eine Zeit, da habe ich eine Weile nichts, kein Wort geschrieben. Damals hatte ich was anderes, weitaus Besseres, ach was sage ich, wahrhaft Grandioses zu tun: Die Früchte des Bloggens zu ernten.



Die Früchte sind hinten im Korb, ich fand auf die Schnelle keine bessere Abbildung

Kurioserweise findet sich vom Besten und Schönsten, was mir ausgehend von meinem Tun zuteil wurde, nichts, kein Wort, keine Silbe und keine Andeutung in diesem Blog, und auch weiterhin werde ich darauf verzichten, Euch allen vom nicht endenden Strom der Köstlichkeiten zu erzählen, die derjenige vergeben mag, der auf den Spass und die Freude am Schreiben, Lesen und Treffen verzichtet. Nur so viel: Das Blog ist, richtig verwendet, nur der Anfang, das Tor zu weiteren Vergnügungen, ohne die das Leben ganz anders verlaufen würde, weniger aufregend allemal und weniger lustvoll - ganz sicher. Die Aufklärer, die über meinem Bett aufgereiht von Freiheit und Laszivität künden, da bin ich mir sicher, würden heute keine Flugblätter mehr schmuggeln lassen, sie würden bloggen.

Doch nun zu uns und dem sich zu Ende neigenden Jahr, das viele Veränderungen gesehen hat und Entscheidungen: Ich habe für mich und Euch geschrieben, aus gutem Grund, und ich hoffe, dass Eure Gründe zur Teilnahme nicht weniger egoman und selbstverliebt waren als die meinigen. Die Lust ist und bleibt hier oberstes Prinzip, wenngleich ihre natürlichste Äusserung sich hier nicht findet, sondern in einem kostenpflichtigen Pornozweitblog denn wenn wir schon so nahe bis auf 100 Kommentare am Tag aufeinander sitzen, muss ich Euch auch nicht mehr zwingend mit meinen Unterleibsgeschichten behelligen - es sei denn, mir ist danach.

Das kommende Jahr wird, so nehme ich an, nicht weniger amüsant auf diesen Seiten, und neben den allfälligen Hinrichtungen von Trollen und Kommentarschlachten wird es voraussichtlich auch mehr Termine öffentlicher Natur geben. Mag dieses Land auch leiden und hadern, die Politik versagen und die Johurnaille neue Gossenniveaus austesten, so bleibt dies doch das kleine publizistische Rettungsboot auf dem stürmischen Meer der Zeiten, und ihr alle seid dazu eingeladen, Euch hier zu treffen und zu unterhalten. Ein paar neue Ideen sind angedacht und werden neue Vergnügungen bringen. Ein Lustdampfer mit Spielcasino wird es nicht werden, aber doch gedenke ich den schlanken Rumpf über der Wellen Spiel gleiten zu lassen, die Picnickörbe sind voll, die Lauten gestimmt, und ich will verdammt sein, wenn ich auch 2006 nicht das Süsseste ergreifen werde, was an Nymphen und anderen Gelegenheiten in diesen fabelhaften Zeiten des individuellen Wachstums und Prosperität des Weges kommen wird, und vielleicht, hoffentlich, werden wir uns dann und wann fühlen wie auf dem Weg nach Cythera - Danke, dass Ihr an Bord seit.

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Freitag, 30. Dezember 2005

Schneestürme über Deutschland?

Hier in Mittelbayern sitze ich gerade im strahlenden Sonnenschein, keine Ahnung, warum die Medien gerade was von wegen Schneechaos berichten.



Bei uns jedenfalls nicht.

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Donnerstag, 29. Dezember 2005

Winternichtreise

Allein schon das Aufstehen. Ich habe Dachflächenfenster. Nicht, dass das innen besonders auffallen würde, denn das Dach ist, typisch für die Renaissancearchitektur nördlich der Alpen, mittelalterlich steil. Aber es reicht, dass der Schnee auf den Fenstern liegen bleibt. Was bei meinem ohnehin an der amerikanischen Ostküste orientierten Tagesablauf die fatale Folge hat, dass ich mich angesichts der herrschenden Dunkelheit um 9 Uhr mit gefühlten 6.30 Uhr eher nochmal zum weiterschlafen umdrehe, statt aufzustehen und etas Sinnvolles zu tun.



Schliesslich meint es das ausbleibende Schneechaos gut mit der Provinz, es liegt gerade mal so viel von dem Zeug rum, dass es schön in der Sonne funkelt, beim Schneeräumen aber nicht in Arbeit ausartet. Die Stadt ist voller zufriedener Leute beim shoppen, die über Handy ausdiskutieren, wo sie sich nachher beim Essen treffen und sich gegenseitig die quengelnde Brut präsentieren. Die übrigens ein guter Grund sind, warum ich hoffe, dass gewisse Schichten hier nie auf die Idee kommen, ihr Leben und den nach etlichen Studien- und Berufsfehlversuchen biologisch erfickten Lebenssinn als Blog ins Netz zu klatschen.

Reicht schon, wenn sie einem im Cafe das Zeitungslesen versauen. "Aktionärs-Club «Goya» beginnt mit Anlaufschwierigkeiten", lese ich eine Agenturmeldung, da feixt die Provinz und bestellt sich noch schnell einen Prosecco. Nur 39 Menschen sind dieses Jahr im Verkehr ums Leben gekommen, da hatte ich wohl Pech, dass ich drei davon kannte. Der Bürgermeister des nächsten Dreckskaffs beschwert sich in einer pflichtschuldigst abgedruckten Pressemitteilung, dass die DSL-Versorgung "wie in einem Entwicklungsland" sei - in fact hätte ich gedacht, dass Bayern jenseits der paar grossen Städte immer Entwicklungsland ist. Vermutlich steckt die CSU dahinter, wer will hier schon Pluralität und Meinungsfreiheit, die sollen am Sonntag in die Kirche, das reicht dann an Kommentaren. Zur Bibel natürlich, was denn sonst, der Trend zum Zweitbuch ist hier nicht zu bemerken.

Weitere Top-Meldungen des Tages:
Beilngries - Starke Buchen an Steilhängen und Vorbildfunktion
Ah ja. So so.
Hilpoltstein - Fernseher und Spielkonsole rauben Kreativität
Wer Hilpoltstein kennt, muss sich wundern. Ich kannte mal eine von dort, das war der grösste Dallasfan der Schule mit passender Frisur, und ihr Paps, damals hohen Viech in der örtlichen CSU, holte sie mit einem Dallas-Mercedes-SL an der Schule ab. Sie nannte sich Mary-Lou statt Maria. Wenn das mit der Kreativität den Hilpoltsteinern erst jetzt auffällt, dann sind die in etwa die Kleintierzucht-Checker, für die man sie gemeinhin hier in der Provinzstadt hält.
Neuburg - Schüler bekommen Durchfall nach Döner
Das bestätigt hierzulande natürlich alle Vorurteile gegen Islamisten, Frau Osthoff, den Türken als solchen und seinem Frass im Besonderen, und die Kuh in dem Döner war ganz sicher keine bayerische, eh klar. Die braunen Puppen müssen Neuburger sein, vielleicht machen sie ja dort das prowestliche Neoconnardtreffen 2006.

Ruhig fliessen so die Tage in der Provinz dahin, das Weltbild stimmt, das Geld stimmt auch, mia homs jo, und ich stelle beim Blick ins Internet fest, dass in Mantua momentan auch nur 5 bis 7 Grad zu erwarten sind. Dann bleibe ich eben da.

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Mittwoch, 28. Dezember 2005

Berlin, 8.1.05 - The Blogging Allstars

Da beginnt gewissermassen meine kleine Tournee:



Noch nie waren so viele grosse Namen an einem Ort vereint. "Dean Martin" Burnster, "Sammy Davis Jr." Mequito und "Frankyboy" Don Alphonso werden das südliche Ratpack geben. Bei denen im Slum, da oben.

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