: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Sonntag, 25. Februar 2007

Jetzt ist es doch passiert.

Ich habe heute einen kleinen Spiegel des Wiener Barock gekauft, oval und mit Goldrahmen, mehr zur Klimapflege bei einem mir bekannten Herrn aus Ungarn denn aus Notwendigkeit, und ich dachte, dass sich dafür ein Platz findet. Und jetzt schaue ich schon seit zwei Stunden in der Wohnung rum und finde keinen Platz. Das heisst, Platz wäre da, aber keiner, an dem der Spiegel zwingend passen würde.

Schwierig.

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Ich mag Pessimisten

Das mag überraschen, denn ich sehe meiner eigenen Zukunft immer mit einer Mischung aus lässiger Nachlässigkeit und Zuversicht entgegen, die meine Umwelt regelmäsig zur Verzweiflung treibt. Meine Beiträge kommen dennoch rechtzeitig beim Magazin an, der erbremse die Kurven immer und glaube an die Weisheit meiner Grossmutter. die immer "Das ist alles noch kein Unglück", falls etwas doch mal nicht ganz optimal laufen sollte. Ich weiss einfach, dass abgesehen von meinem in sehr weiter Zukunft liegenden Tod nur wenig kommen wird, das mich in existenzielle Krisen werfen könnte. Die Nebenwirkungen, die sich in mitunter wenig geschätzter Ehrlichkeit gegenüber meinen Übernächsten, Sorglosigkeit und der Erklärung von Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts" zu meinem philosophischen Maximen äussern, sind aber gemeinhin meiner Umwelt eher Freude als Last. Und dennoch mag ich Pessimisten.

Derer gibt es in Bayern nicht wenige; Jodmangel, Alkohol- und Katholizismus sowie dörflicher Inzest haben hier ihre Spuren in Genpool und Charakter hinterlassen, und nur der Vorsehung sowie der traumhaft schönen Landschaft ist es zu verdanken, dass aus den Bayern mit diesen schlechten Startbedingungen wenigstens keine echten oder österreichbalkanesischen Preussen wurden. Zu den Volksfesten säuft man sich hier die betrübliche Existenz schön, ansonsten hadert man mit dem Schicksal und baut die besten BMW der Welt, um damit gegen Bäume zu fahren. Nein, frohgemut ist der Bayer als ein solcher nicht, und auch seine Frau gehört nicht zu den lebensbejahenden Wonneproppen. Ich liebe sie.

Etwa, wenn wie heute drei solche Fässer nebeneinander vor mir über den Pfaffenhofener Flohmarkt rollen, im Regen die Mundwinkel von der Schwerkraft a la das merkel nach unten getackert und missmutig um sich schauend. Jeder Händler könnte ein Betrüger sein, der sie um das ehrlich erworbene Gehalt des Apothekersgatten bescheisst, überall Diebe und wirklich trauen tun sie auch nur dem Pfarrer und der CSU. Diese Leerguttransporte mit Überbreite also walzen vor mir durch die Wege, ein Vorbeikommen ist nicht möglich, wenngleich ich möchte: Denn da vorn ist der Silbermann mit Kisten voller amerikanischer Silverware. Die Damen sind vor mir dort, und eine ergreift das Tablett, das ich auch sofort genommen hätte, und schaut es sich an. Es ist das Tablett, das ich in meinen jetzt doch etwas grösseren Räumen und den 4 Zimmern zwischen Küche und Computer noch brauche, mit Griffen und gross genug für eine Kanne, einen Kuchenteller und eine Tasse - aber auch nicht grösser, damit nichts verrutschen kann. Briten und Amerikaner haben das einfach drauf. Und die fette, alte Schachtel hat es in den fleischigen Fingern.

Wos kosdn dös, fragt sie den mir wohlbekannten Händler, der nennt einen Preis, der unter dem liegt, was man in den 50ern dafür in Dollar bezahlt hat, woraufhin sie sich eingehend mit dem Tablett beschäftigt und eine der anderen schnell wie eine Packratte nach der Servierplatte greift, von denen ich insgesamt 10 Stück hatte und nun, von Bekannten und Frenden ausgeplündert, dringend Ersatz brauche. Sie schauen die aufgrund des Alters schwarz angelaufenen Objekte meiner Begierde an, und reden darüber, dass man sie kaum mehr sauber bekommt. Der Händler bestreitet das, geht mit dem Preis runter, aber sie jammern weiter, da ginge niemals und dann hätten sie so einen schwoazn Gseilln in der Küche, und man erkennt: Das sind die, die immer einen Makel finden und denen es nur dann gut geht, wenn es ihnen und allen um ihnen herum schlecht geht. Aber heute haben sie versagt, denn sie legen die Silberplatten wieder hin und zockeln ungerührt vom nochmal niedrigeren Angebot meines Händlers weiter.



Und deshalb liebe ich solche Pessimisten, die immer nur das Problem sehen, und nie die Chancen und Möglichkeiten. Jedesmal, wenn ich von nun an mit diesem Tablett meinen Tee an den Rechner oder auf die Dachterasse trage, werde ich an sie denken und lächeln. Und das, obwohl ich beim genaueren Suchen noch einen Haufen andere Sachen gefunden habe, die nicht schlechter sind. Wie übrigens andere auch.

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Samstag, 24. Februar 2007

Medienentzweit Punkt Null

In den letzten Wochen gab eshier und hier und zuletzt dann auch hier ein paar Randnotizen zum angeblichen Entstehen einer Firma, die das Umfeld des ehemaligen Milchstrassenverlegers Dirk Manthey sowie den von mir nicht wirklich geschätzten Peter Turi zu einem neuen Ansatz im Medienjournalismus bringen sollte: Medien2. Dafür wurdenauf Turis Blog öffentlichkeitswirksam Mitarbeiter in der Blogosphäre gesucht, am 1. Januar sollte es nach eigenen Aussagen dann mit Unterstützung besagter Kreise bei der medien 2.0 Verwaltungsgesellschaft mbH, Martinistr. 11, 20251 Hamburg losgehen. Was es nicht tat.

Statt dessen kam diese Meldung zu Medien2 rein: Manthey macht den Mediendienst mit alten Kumpels. Von Turi ist nicht mehr die Rede.

Denn Turi ist nicht mehr Geschäftsführer von Medien2. The Message is the Medium, wie manche so schön sagen. 20 DCT-Punkte bitte.

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Am Rande des Tages

Irgendwann kommt vielleicht doch der Zeitpunkt, zu dem ich so ins Bett gehen werde, wie man das tut: Vorher ins Bad, die Kleider aufhängen, dann die Decke zurückschlagen, die des Morgens ordentlich ausgebreitet wurde, einschlafen. Es klingt sehr einfach, man muss es nur tun. Alle anderen in meinem Umfeld in der Provinz schaffen das auch. Nur ich habe 3 Nächte israelbedingten Schlafentzug, einen Zwischenaufenthalt in München mit Handwerkern, die um 7 schon putzmunter an der Tür stehen, und schlafe deshalb erst auf dem einen Sofa ein und dann angezogen, auf dem Bauch liegend im Bett auf einer Zeitschrift, deren verknittertes Papier meinem Gesicht seltsame Muster verleiht, um dann zu spät aufzuwachen, wenn der Besuch kommt.

...



Und am nächsten Morgen stehe ich dann zur normalen Provinzzeit auf, aber nicht annähernd mit der normalen Schlafzeit hinter den verquollenen Augen. Manche sagen, dass ein regulärer 9-5-Beruf oder Kinder oder Heirat oder alles zusammen sowas von selbst beendet. Aber das werde ich wohl nie erleben.

Andere auch nicht. Bei der Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, dass Holgi ein schickes neues Zuhause in der Bankenkleinstadt Frankfurt an der Oder am Main sucht, und morgen der grosse Flohmarkt in Pfaffenhofen zur Beschaffung von Inneneinrichtung bei strahlend schönem Wetter lockt.

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Freitag, 23. Februar 2007

Die Kunst des Abgangs

Das kann man so und so machen. Ich persönlich bevorzuge Abgänge, die nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig lassen. Der klassische Divenabgang - Ohrfeige, Drink zur Kühlung ins Gesicht schütten, umdrehen und deutlich beim Hinausgehen "CRETIN!" rufen etwa stellt sicher, dass man zukünftig vielleicht einen Todfeind mehr, aber einen erbärmlichen, langweiligen, feigen, rechtsreaktionären Schleimbatzen weniger in seinem Umfeld dulden muss. Nein, es ist nicht nett, ich würde es nicht immer tun, aber es gibt einfach Begegnungen, da gibt es keine andere Form der Trennung, will man danach nicht wütend das heimische Kissen prügeln.

Natürlich kommt nach solchen dramatischen Szenen immer ein gewisses Raunen, dass man das nicht so machen könne, so schlimm ist der Kerl doch gar nicht, er habe manch anderer durchaus schon mal einen Drink spendiert, und nur, weil er aus einem Clan voller verhunzter, schmerbäuchiger, widerlicher Sabberfritzen kommt, dürfe man ihn nicht nach der Familie beurteilen - besonders, wenn er in der Lage ist, andere Konflikte seines Clans für eine Weile, für einen Smalltalk zu vergessen. Und weil man gerade dabei ist, finden sich dann auch ein paar befreundete Linknutten ein, die der Diva gleich eine Menge unschöner Dinge nachsagen, sie sei eigentlich genauso schlimm wie der Typ, sie differenziere nicht, man dürfe das nicht ernst nehmen, immer das gleiche mit der. Das kann man momentan ganz schön in den Kommentaren des Berliner Blogfilzes bei Stefan Niggemeier sehen, einem der Macher von Bildblog und mancher Experimente, die ich nicht gut finde, womit die Springertochter "Die Welt" aber so wenig Probleme hat, dass sie sein Blog empfohlen hat. Was für ihn ok ist.

Aber dann klingelt bei dem Typen mit der Ohrfeige das Handy, Mama hat davon gehört und sagt ihm, dass er gefälligst in Zukunft irgendwelchen komischen Frauen keine Drinks mehr ausgeben soll, weder den Diven noch den Trotzköpfen, allenfalls noch den ganz devoten Linknutten, die anderen sollen bitte ihre Rechnung selber zahlen. Man muss Mama zugestehen, dass sie das nach den niggemeierschen Einlassungen prima getimed hat. Das darauf folgende Gegrummel beim Rauskramen der Geldbörse kann man dann hier nachlesen.

Diven, die rechtzeitig für klare Verhältnisse sorgten, haben sowas zum Glück nicht nötig.

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Ich verlinke keine Videos

ausser vielleicht dem hier: Jeremy Clarkson, Richard Hammond und Captain Slow von BBC Top Gear auf Tour in All American Cars durch Alabama mit dem Ziel, den jeweils anderen durch Bemalung seines Autos verhaften oder umbringen zu lassen. Noch besser als der Versuch, ein Space Shuttle (Teil 1, Teil 2) aus einem Kleinwagen für insgesamt 10.000 britische Pfund zu bauen. Warum zur Hölle haben die Alliierten 1945 nicht einfach Deutschland an die BBC drangehängt, statt so einen Blödsinn wie die ARD zuzulassen?

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Pretty in Pink

È confusa la mia testa,
Non so più quel ch'io mi faccia,
E un orribile tempesta
Minacciando, o Dio, mi va
Ma non manca in me coraggio,
Non mi perdo o mi confondo,
Se cadesse ancora il mondo.
Nulla mai temer mi fa.
Don Giovanni, Atto I, Scena XXII


Nur einen Moment war ich schwach. Aber es ist diese Art Schwäche, die einem den Atem raubt. Es ist dann plötzlich eine Erinnerung eines Parfums in der Luft, aus den 80ern von Kenzo. Nicht wegen dem Objekt, sondern all den Ideen, die mir bei der Ansicht durch den Kopf gingen, von den losen Fäden, die sich in der Geschichte verlieren. Denn in einer Wohnung, in der sich dergleichen und zwei halbwegs ansehnliche Menschen befinden, gibt es nur eine einzige Sache zu tun, und es kann keinen Moment einen Zweifel geben. Ja, es ist schrecklich, nein, zu anderen Zwecken wäre es vollkommen unbrauchbar, aber zugespitzt auf diese eine Funktion gehört es zu den Dingen, die man vielleicht ein einziges Mal in seinem Leben getan haben muss. Wenn man sie nicht schon mal getan hat, und dann kam es alles wieder, denn



Denn damals, in meiner Heimat gab es eine Juwelierstochter, die hatte in ihrem rosa Mädchenzimmer genau so ein Ding, in genau dieser Farbe. Es war wirklich nur ein kurzer Moment, aber all die nicht blogbaren Erinnerungen wegschieben, das wird jetzt noch ein wenig dauern.

falls sonst noch jemand schwach wird: münchen freimann, auf dem flohmarkt. und da war schon ein mädchen, die das ding geknipst hat. wohl auch nicht ohne hintergedanken: va bene in verità!

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Freitag, 23. Februar 2007

Spätherbst der Staatspartei

Normalerweise höre ich mir schon an, was wo gegen wen gesagt wird; das bringt es so mit sich, wenn man am Aschermittwoch an der Donau wohnt, und zwar an der Stelle, wo der Reigen der Beleidigungen beginnt, mit Dunkelrot und Grün, um dann in Passau mit Tiefschwarz zu enden. Man kann es unter Feindbeobachtung abheften, denn an dem Tag zeigt sich, wie es um die Zugkraft beim gemeinen Volk bestellt ist.

Nun war ich gestern aber Essen und Geschenke mitbringen, und statt dem letzten grossen Gekeife des Austragbauern Edmund hörte ich sehr viel angenehmere Dinge in einem vorzüglichen persischen Restaurant, und dann auf dem Weg nach Hause Musik von Ensemble Calamus. Es ist nicht mehr nötig, ihn anzuhören. Es ist vorbei. Oder doch nicht? Inzwischen habe ich da meine Zweifel.



Denn genau genommen hat Stoiber alle Gossenexistenzen gerade der bayerischen Kriechermedien eingeladen, ihm fürderhin in seinem Wolfratshausener Exil die Mikrofone devot unter das schmallippige Keiforgan zu halten. Und ganz ausrotten wird man seine Büchsenspanner nicht können, den Söder erwischt es, aber überall stecken die drin, die übergangen werden, und sie werden zu ihm helfen.

Wenn mich nicht alles täuscht, geht es nicht Seehofer gegen Beckstein und Huber, sondern Stoiber gegen die Nachfolger. Und deshalb sind sie jetzt auch alle wieder nett zu ih. Weil man ja nie weiss, was kommt. Und die letzten Dekaden im Arsch des Stoiberismus waren auch nicht gerade schlechte Jahre für sie. Egal wie es ausgeht, für die Mehrheit wird es reichen, und dann ist es gut, mit allen zu können, die etwas mitzureden haben äh, im Grunde genommen also könnten. Zum Besten ihrer Position zwischen der Macht und dem Volk der Staatspartei.

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Global Warming Express

Das Besondere am Dasein als Historiker ist der Umstand, dass man die Augen nicht verschliessen kann. Man weiss einfach zu viel anhand simpler Anzeichen, als dass man sich grosse Illusionen macht. Das Bild hier ist de facto schon postapokalyptisch.



In meinem Spezialgebiet gab es bei der letzten Klimakatastrophe schon ziemlich gute Aufzeichnungen: Das war zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Das 12. und das 13. Jahrhundert waren die goldene Zeit des Mittelalters, trotz Investiturstreit und Interregnum ging es mit Wirtschaft, Handel und Kultur steil bergauf. Anfang des 14. Jahrhunderts kam es zu einer ganzen Serie von wenig amüsanten Veränderungen, die dann 1348/50 mit der Pest ihren Höhepunkt fanden.

Turbulente Zeiten stehen uns bevor. Und wenn es nur halbwegs stimmt, was ich gelernt habe, bin ich ganz froh, dass meine persönliche Mortalität noch vor dem Jahr 2100 erreicht sein wird. Erfahrungsgemäss wird die Menschheit sich so gegen 2300 wieder gefangen haben. Aber die beiden Jahrhunderte dazwischen werden kein Spass. Egal, ob man dann im Februar offen nach München fahren kann oder nicht. Mein Tipp: Besser nicht das Radio einschalten, Meldungen aus dem Bürgerkrieg im fernen Osten werden die Stimmung definitiv vermiesen.

Das Üble an der Zukunft ist, dass man sie erlebt - und falls man sie nicht erlebt, hat man auch nichts davon.

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Mittwoch, 21. Februar 2007

Real Life 21.2.07 - Auf dem Wochenmarkt

Jo Griass di, do bist jo wieda. Nixn bassieat do untn? mei, I hob an di gdenkt wengara dene eanam Tempel, do wead doch nixn bassian, wenn da Don undn is.

Und wia woas? Scheens Wedda? Homs da wos gscheids zum Essn gebm? Ah, a wengal hosd schon obgnumma. Wos mogsdn? Mogsd des amoi probian? Na, oiso fia mi woa des nixn, ned woa, a wenns a scheenas Wedda hom ois mia. Und wos woa des fia a Kongress? Wei dei Muadda hob i gfrogt, owa de hod des a ned so gnau gwussd, und dei Freindin, jo, i woass scho, des is ned dei Gschpusi, owa de Iris hod a ned eaklean kenna, wos des gwesn is in Jerusalem. Frii Spietsch? Jo geh weida, de sogn doch ah, wenn eana wos ned bassd, des sigt ma jo, wenn´s wiada demonschtrian in Ramalla.

Mogst no des Breckal vom Feidsalod? Schau, I gib da no an Ruggola mid, dea is no iwa. Etsad bleibst owa scho do, oda? Wos? NED??? Du foasd scho wiada af Minga. Jo Heaschaftszeidn, mein Liaba, du hosd owa a Lebm, mia woas nua grod gnua, owa du bisd a no jung, gei, oiso nochad, seavus.

4 Stände, viermal der in etwa gleiche Dialog. Actually, du bist wieder daheim.

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Kronleuchter Content

darf im GT Blog natürlich nicht fehlen.

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Eine Frage des Charakters

Die rechtsreaktionäre Postille "Die Welt" aus dem Springer Verlag ist offensichtlich erheblich schmerzbefreit. Anders ist es nicht zu verstehen, dass das Schwesterblatt der BILD-Gosse meint, die Blogbar mit Nennung meiner Person und eine Reihe prominenter Blogs sowie diverse bloggende Scharlatane empfehlen zu müssen.

Ich weiss nicht, ob ich in letzter Zeit zu zahm gewirkt habe, aber falls ja - habe ich gegenüber dieser journalistischen Schande klargestellt, dass ich persönlich auf keinen Fall dort verlinkt oder sonstwie angeschleimt werden will. Ich verachte den Konzern in jeder Hinsicht, ich wünsche ihn mir insolvent und habe mehrfach jeden Wunsch dieses Hauses nach Kooperation, Autorenschaft oder Informationsgesprächen überdeutlich abgelehnt. Nicht die dafür arbeitenden Menschen, aber:

Der Springer-Konzern widert mich an.

Entweder man ist links, oder man lässt sich von ihm verlinken. Entweder man steht zu seinen Überzeugungen, oder man fühlt sich von sowas geschmeichelt. Entweder man kämpft gegen ihn, oder man kolaboriert. Entweder man haut ihm in seine hässliche Fresse, oder man frisst ihm aus der Hand. Und ich bin durchaus überrascht, dass da noch immer Blogs wie Nerdcore, Spreeblick und das Bildblog und ein sich Grün gebender PRler wohlwollend verlinkt sind. Meines Erachtens ist jedes Springerkompliment eine Beleidigung.

Ich denke, jetzt dürfte auch dem Letzten meine ganz persönliche Grenze klar sein. Springer - namentlich dem Projektleiter Peter Schink - wurde das unmissverständlich klar gemacht, so dass die Empfehlung der Schande verschwunden ist.

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Dienstag, 20. Februar 2007

Dirt Picture Contest - Hartzwarze

oder auch VW Astra
oder auch Weicheikocher
oder auch Roadster für Hamburger
oder auch Das Schlechteste aus beiden Welten
oder auch Der feuchte Traum des Sachbearbeiters
oder auch Wenn die Schildkröte das Kamel schwängert
oder auch Das Auto zum Viraldrecksblog des Glotzenschleims



oder auch Rechts geht´s zum Sondermüll.

Wieso kommt sowas durch die TÜV?

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Sehr zu empfehlen - Die vorderasiatische Krankheit

Mein Urgrossvater grossmütterlicherseits war ein sehr moderner, dem Neuen aufgeschlossener Mensch, der so manche Mode mitmachte. So zum Beispiel die Elektrifizierung des Stadtpalastes, die zu seiner Zeit mit 4 Steckdosen pro Raum als ausserordentliche Verschwendung angesehen wurde, oder der frühe Einbau von Bädern in jede Wohnung. Damit auch jeder diesen unerhörten modischen Luxus sehen konnte, wurden die Steckdosen auf Augenhöhe in die Mitte der Wände eingelassen, wo sie sich teilweise noch heute befinden und so auch unter meinem persönlichen Denkmalschutz stehen.

Waren vier Steckdosen pron Raum früher nicht weniger als visionär, würde man manch anderes heute als exotische Marotte abtun. So trug er beim Rauchen neben dem Hausmantel daheim bei Rauchen einen Fez, dieses rote türkische Hütchen, das man heute allenfalls als Spleen begreifen würde - damals dagegen war es eine modische Erscheinung im Rahmen einer gewissen europäischen Vorliebe für den Nahen Osten und Nordafrika. Die Franzosen hatten Algerien, die Engländer Ägypten, die Deutschen hatten allerbeste Beziehungen zur hohen Pforte, die schon Mitte des 19. Jahrhunderts in die erste Gründung eines muslimischen Friedhofs in Berlin mündeten, und exotische Reiselitaratur tat ein übriges, um den Okzident mal wieder für den Orient zu begeistern.

Nun kann man das damit begründen, dass es zu dieser Zeit weder Fernsehen noch Internet gab - das Grauen der Kolonialisierung und Annektion war den Menschen damals meist ebensowenig bewusst wie das reale Elend in diesen Ländern. Mein Urgrossvater erfuhr davon nur indirekt durch den Wunsch seiner jüngsten Tochter, sich dem Zionismus anzuschliessen, was er ihr mit Hinweis auf die tatsächlich weniger angenehmen Lebensumstände im britischen Mandatsgebiet erst mal untersagte. Er bezog gern Teppiche, Kolonial- und Rauchwaren von dort, beabsichtigte aber bis zum Erscheinen eines Herrn aus Österreichs nicht, seinen Nachwuchs dorthin zu exportieren. Es war also lediglich die Vision des Orients, der er anhing, und die tatsächlich einen Reiz hat, dem man sich schwer entziehen kann.



Mir jedenfalls ist das Bild mit dem Fez tragenden Urgrosvater in seinem Salon sofort wieder eingefallen, als ich durch Jaffa ging. Ich hätte durchaus alle Berechtigung, mir auch so einen orientalisch angehauchten Salon einzurichten, nur habe ich dummerweise kein leeres Zimmer mehr, dachte ich, als ich durch die Märkte zog und mir überlegte, wo eigentlich noch so eine Hamsa oder ein paar blauen Fliessen passen könnte. Es ist mir einfach nichts eingefallen. Also kaufte ich einen französischen Empireleuchter, der beim Zoll für einiges Aufsehen sorgte, eine englische Kanne und liess es dabei bewenden.

Um dann im Flugzeug auf die Lösung zu kommen: ich habe noch einen Raum, der nicht fertig ist, und wo das alles ganz wunderbar passen würde. Im Speicher nämlich. Auch dort sind die Decken niedrig, die Wände krumm und der Putz bröckelig, im Sommer ist es glühend heiss und überhaupt, das wäre eine gute Sache. Am Flughafen kaufte ich dann gleich die aktuelle Byzance, die wohl immer noch dem Spleen meines Urgrossvaters anhängt und unter anderem Weingut aus dem libanesischen Bekaa Tal vorstellt - eine Region, mit der unsereins eher Begriffe wie Hisbollah, Terror und Drogenhandel verbindet. Wobei man auch fragen könnte, ob ich in dieser Hinsicht nicht den Knick in der politischen Optik habe, denn Libanon war bislang für mich etwas, das gar nicht ging. Aber ansonsten hatten sie in Byzance wirklich hübsche Ideen, was man mit den Dingen tun kann, die man in Jaffa so findet.



Ich glaube, ich muss da bald wieder hin. 50 Dollar, meinte ein Händler, würde in Israel das Verschicken eines 50 Kilo schweren Teppichs nach Deutschland kosten, desto mehr, desto billiger. Und nur der Umstand, dass der Herr am Shabbat geschlossen hatte, war dafür verantwortlich, dass ich es nicht ausprobieren konnte. Aber das lässt sich nachholen.

Bleibt nur eine Frage: Wo kriege ich einen Fez her? Mit einem Fez in einem orientalischen Zimmer gegen die deutschen Neoconnards anschreiben, das wäre genau das Richtige.

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Ich mache mir Feinde

an der Blogbar. Denn es geht unter anderem um die Motivation gewisser Leute, den erfolgreichen Podcast Ehrensenf zu gucken.

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Montag, 19. Februar 2007

Aufräumen mit den Vorurteilen

Es gibt kein bedingungsloses Ja zu Israel - gäbe es das, würde ich dort hinziehen. Weil es das Ja nicht gibt, gibt es meinerseits auch keine Achtung für die Schickseriche, die damit kokettieren und die Neoconnards, die in fälschlicherweise in Israels Konflikten mit der arabischen Welt die Umsetzung ihrer eigenen rassistischen, antiislamischen, scheissebraunen Ideologie sehen. Man muss in meiner Position solchem Abschaum täglich in die Fresse hauen, und gleichzeitig Israel die Wahrheit sagen, warum das mit uns nichts wird, auch wenn sie der Meinung sind, dass ich passe.



Zum Aufräumen geht es hier entlang.

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Ontröprönöre am Rande des Nervenzusammenbruchs

kann man in der weiteren Debatte nach diesem Link erleben: Da habe ich darauf hingewiesen, dass des Peter Turis Testsieger der Bloganbieter identisch ist mit der Firma, die unter anderem die Website Medien 2 betreut.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Peter Turi ums Verreck momentan keine besondere Lust hat, über sein grosses, für den 1. Januar angekündigtes Medienblogprojekt zu sprechen. Und möglicherweise noch weniger über die Leute, die es mitfinanzieren sollten. Dabei wäre es doch so einfach: "Aus diesem und jenem Grund wird sich der Start von Medien2 vorraussichtlich bis zum XX. YY. 20ZZ verschieben." Denn in der momantanen Form könnte man sich durchaus ärgern, wenn man eine Briefmarke in all die von Turi offerierten tollen angeblichen Jobs bei seiner neuen Firma in Walldorf und Hamburg investiert hätte.

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Reorganisation

Als ich vor 1173 Tagen "Rebellen ohne Markt" eröffnete, sollte es nur ein kleines Nebenprojekt zu Dotcomtod werden. So richtig ist es nie dazu geworden, denn sehr bald kam das Blogbuch dazu, dann verschwand Dotcomtod, und das hatte zur Folge, dass die Rebellen gewissermassen die Zentrale meiner Aktivitäten wurden, begleitet von meiner eigenen Verunsicherung. Bei ca. 1000 Besuchern am Tag wurde es mir selbst ungemütlich, und es hat eine Zeit gedauert, bis ich zufrieden war mit der weiteren Entwicklung. Das Blog ist etwas, das nebenbei hübsch läuft, nicht mehr, nicht weniger. Es ist nicht klein, es ist aber auch kein Dauerentertainment für die Leser wie grössere Blogs nach dem Beispiel Spreeblick und Basicthinking. Andererseits ist und bleibt es eine nichtkommerzielle Alternative im Konzert der grösseren Blogs.


Die "Arbeit" ist weitgehend ausgelagert in die Blogbar, die durchaus kommerziell und von Anfang an als Buchwebsite geplant war. Sie ist hübsch gross, und da macht es mir auch nichts aus. Denn dort trampeln die Horden nicht wie hier durch mein Privatleben, sondern durch Themen, mit denen ich persönlich erst mal nichts oder weniger zu tun habe. Dadurch verliert Rebellen ohne Markt momentan ganz sicher an "Einfluss" und "Bedeutung". wie immer man das messen will, und das ist genau das, was ich mir für dieses Projekt eigentlich wünsche: Denn auch im Öffentlichen gibt es immer noch die Möglichkeit, Privatheit gezielt zu steuern. Das ist etwas, das mir momentan in den anderen A-List-Blogs und der generellen Debatte etwas zu kurz kommt. Es ist nicht entscheidend, möglichst viele Leute zu erreichen und Clicks zu erzielen, es geht um die richtigen Leute und den Spass mit ihnen.

Und dann gibt es noch die von grösseren Massen verschmähte Blüte des GTBlogs, das sich allein dem Urlaub widmet. Es enthält keine Themen, die man mit zig Kommentaren ausdebattieren müsste, es ist eine digitale Urlaubskarte, später mal eine nette Urlaubserinnerung, und vielleicht sowas wie ein Geheimtipp. Beim Blick auf die Zugriffszahlen zeigt sich, dass eine Woche Schreiben da drüber schon dafür sorgt, dass Dauerleser kommen, aber darum geht es nicht. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich es ebenfalls bekannt machen und mit allen Insignien des bekannten, viel zitierten Blogs ausstatten könnte, dafür hätte ich sogar ein paar Beiträge gehabt, aber wozu?

Es ist das Blog, das ich gern von anderen lesen möchte, und weil es nicht existierte, habe ich es mir selbst geschrieben. Und deshalb bin ich momenten mit der allgemeinen Situation meiner Blogs mehr als nur zufrieden. Ich denke, ich habe eine Balance gefunden, die mir gefällt. Und das ist die Hauptsache, die manche wahrscheinlich vergessen haben, die verzweifelt nach Leserzahlen und Links schielen.

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Zu früh

Als mir danach und dem plärrenden Balg in Reihe 11 in München dann weitere plärrende Bälger und auf der Heimfahrt auchz noch Traktoren mit komischen Aufbauten entgegen kamen, begriff ich schlagartig, wieso ich wirklich noch bis Mittwoch in Jaffa hätte bleiben sollen: Ich hasse Fasching. Mein Beileid an alle Hamburger, Bayern und sonstige Menschen im Rheinland.

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Samstag, 17. Februar 2007

Sex und Sexismus

Nachdem sie mich abgeschleppt und in ihren Tempel gebracht hatten und ich ohne Aufeinandertreffen mit G´tt und Instantbekehrung entkommen war, standen wir noch etwas rum und sprachen über dies und das: Wie es so ist in Deutschland und mit der Hamas, wie es in Israel so läuft und natürlich über das Äquivalent zur Seehofer-Dolchstosserei: Den Sexskandak des israelischen Staatspräsidenten.

Nun sind Israelis mitunter nicht ganz ohne machohafte Allüren - allein der Umstand, dass nur Männer beim Tempeldienst als Mitglieder zählen, ist so eine Sache - und an die Neigung, Dinge durch Anfassen des Gesprächspartners auszudrücken, muss man sich auch erst mal gewöhnen. Prüderie ist auch nicht die starke Seite des Landes. Aber die Meinung zum Verhalten von Katzav war dann doch recht eindeutig: Daumen runter. Und zwar allgemein.

Und das ist was, das mir ein Lächeln auf dem Gesicht lässt, denn so eine gnadenlose Haltung hört man in Deutschland und Bayern beim Thema "sexuelle Übergriffe" selten. Vielleicht braucht man wirklich erst mal so einen Skandal, damit die Leute begreifen, dass es da ein Problem gibt. Blöderweise kann man davon ausgehen, dass gewisse Massenmedien mit den sexistischen Artikeln und Themen sowas nur aufgreifen, wenn´s dem Gegner schadet - und dann auch nur mit einer augenzwinkernden Heuchelei, die einem das Essen hochtreibt.

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Programmvorschau

Gleich ruft mich Holgi in Tel Aviv an. Ich werde auf der schönsten Dachterasse von Jaffa stehen, zum Mittelmeer schauen und etwas über diese Konferenz erzählen. Und wenn Holgi das Interview dann schneidet, werde ich in meine süssen Pistazienröllchen beissen, Tee trinken, und alles wird gut sein. Wenn Holgi dann On Air geht, bin ich beim Abendessen in einem Strandlokal, bevor wir mit Ronen, Jan und dem Lottchen um die Häuser ziehen. Um 3 ist leider Schluss für mich, denn ich muss dann zum Flieger. Aber bis dahin wird es nochmal grosse Klasse. Und ich habe noch Material für eine ganze Woche GT Blog.

Leider arbeitet El-Al heute nicht, sonst hätte ich angerufen und versucht, den Flug nochmal um 3 Tage zu verschieben. Denn ich hasse Fasching, und Purim, der jüdische Fasching, für den die Zilliarden jüdischer Mamas gerade ihre bloden Blagen Nachwuchssabras pimpen, ist erst im März.

Nachtrag:



Nur für Holgi in seinem kleinen, stickigen Büro irgendwo in der Tundra bei Berlin a. d. Spree. Es war noch was da und es wäre auch genug für ihn da. Und vom Minaret ruft der Muezzin etwas, das ich nicht verstehe, aber darauf kommt es nicht an. Was hoffentlich Blogkonferenzveranstalter in Israel verstehen: Die beste Zeit dafür ist Februar/März, und nach diesen Erfahrungen dürften deutsche Blogger an den Türen kratzen. Nur für den Fall, dass hier das Böll oder Ebert-institut hier mitlesen - nehmen Sie einen gemässigten Linken, keinen von den Neoconnards, wir kommen gerne.

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Was wäre ein Blog ohne

Katzeninhalte?



Nichts. Eben.

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