: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Samstag, 31. März 2012

Abends, am See

So etwas würde ich wirklich gerne teilen.



Auf Wunsch mit Grossbild

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Ein Tag in Salo

Hier sass ich noch nie.



Dieser Seezugang gehört zu einer Badeplattform, und diese Badeplattform wiederum zu einem Hotel am See in Salo. Früher war die Plattform immer ebgesperrt. Nur für Hotelgäste! Das Hotel, ein Betonbunker aus den 70ern, hatte diese für Salo seltene Bademöglichkeit, aber sonst nicht wirklich viel zu bieten. Schon früher machte es einen traurigen Eindruck, Und jetzt ist es geschlossen.



Dafür ist die Plattform offen. Des einen Mannes Verlustes ist des anderen Mannes Gewinn, sagt man im anglophonen Sprachraum. Es gibt nicht so viele Sitzplätze über dem Wasser in Salo, einer mehr ist stets hoch willkommen, selbst wenn man noch nicht baden kann.



Heute fahren in München die Touristen los, dann wird es enger, dann hat man solche Flächen vermutlich nicht mehr allein. Jetzt gerade dürften die ersten den Stau am Irschenberg erreichen, aber ich bin ganz bequem und langsam über die Holzplatten hergeradelt, zum Einstellen und Testen von ein paar Dingen. Ich habe Vorsprung. Und nach den Osterferien auch Nachsprung.



Salo, heute noch ein beschaulicher Ort mit leeren Cafes und ruhiger Strandpromenade, wird morgen schon gesteckt voll mit Menschen sein. Die Sconto-Schilder werden aus den Schaufenstern verschwinden, die Plätze am See werden umkämpft sein, und die schreienden Kinder werden nicht ins Leere der Plätze laufen, sondern in Leute, die eigentlich Erholung suchen.



Nur drüben bei Arcangeli herrscht geschäftigtes Treiben. Es kommt der Sommer und der Wunsch nach einer Riva, diesem antiquierten Spielzeug aus Holz und Chrom, und wie der Morgan, das Louis-Vuitton-Gepäck und das Hermestuch wird das wohl immer zeitlos bleiben. Mit dem Morgan an den See, im LV-Gepäck das Picnic, die Frau auf dem Beifahrersitz trägt das Hermestuch, es raschelt leise im Fahrtwind, ein Hauch Chanel No. 5 wehrt herüber, entlang der Gardesana, dann in Salo halten und die Riva besteigen... so in etwa.



Tack Tack Tack klingt es herüber, das Leder wird aufgezogen für solche Träumereien, die schön klingen und dann von denen, die es sich leisten könnten, zu selten genutzt werden. Es gibt ja auch noch Arbeit und Verpflichtungen uind all das ist auch schon wieder Freizeitstress... nicht jeder Traum kann wirklich ausgelebt werden, das ist das kleine Problem. Hier und überall sonst.



Bei den Segelbooten zum Beispiel ist eine markante, titanfarbene Rennyacht, die sehr teuer gewesen sein dürfte. Immer an der gleichen Stelle. Sie war immer hier, wenn ich hier war. Ich war nicht selten hier, auch in der Saison und an Wochenenden: Das Titanmonster dümpelt vor sich hin. Das ist so eine Sache: Sieht wirklich schnell und schnittig aus. Könnte aber genauso gut am Grund des Sees liegen. Macht in zurückgelegten Metern keinen Unterschied.



Oder dieses Colnago hier, Baujahr 2008: So etwas kostet über 5000 Euro. Das ist jetzt nicht wirklich wenig Geld, für die wenigsten dürfte so etwas erschwinglich sein - für 5000 Euro kann man auch eine Familie mit 3 Kindern mit guten Rädern ausstatten, Helmen, Kleidung und obendrein noch einem kleinen Urlaub an der Müritz. Das Ding ist höchstens 1500 Kilometer gelaufen, man sieht es an den Bremsbelägen, den Reifen und der Kette. Der Besitzer hat für jeden Kilometer auf diesem Rad fast 3 Euro bezahlt. Naja, und jetzt ist es ein ganz klein wenig veraltet, weg damit, und so kommt es mit einem Bekannten nach Deutschland.



Grossbild

Und der alte Besitzer hat sich ein noch teureres Rad gekauft. Es kann eben gar nicht exklusiv genug sein. Kein Wunder, dass zwischen den Zeltplätzen und den Grand Hotels alles vor die Hunde geht, und ich auf der Badeplattform eines ruinierten Hotels Bilder mache. Sieht immer noch schön aus, wie unsere Welt, aber ist innerlich so kaputt... man möchte schreien.

Aber wer wird denn. Hier. Im schönen Salo. Nur die Kinder dürfen das.

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Freitag, 30. März 2012

Am Abend

ist es in Mantua menschlich sehr erfeulich (man kennt den Begriff ja nur mit dem Präfix un-, aber das kann man hier getrost vergessen. Die Stimmung ist eine warme Wolke des Wohlergehens, in den Supermärkten, wo automatische Kassen abfertigen, mag das natürlich anders sein).









Momentan merke ich übrigens gar nichts von einer Vereinsamung, im Gegenteil, es gripsholmt hier sehr, Bekannte kommen vorbei, verweilen etwas, fahren, ein paar Tage Ruhe, die nächsten Bekannten kommen... mit einem maximalen Zeithorizont von mehr als 2 Monaten lässt sich das alles sehr angenehm an.

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Markttag, immer Donnerstag

Und immer ein Quell der Belichtungsfreuden.















Und sie hauen einen auch gar nicht so sehr über das Ohr. Das ist sehr freundlich. So ist nicht jeder.

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Donnerstag, 29. März 2012

Blaurot

Andererseits... ein Privileg habe ich: Ich muss nicht. Das ist das einzige Privileg, das mir wichtig ist. Ich kann einfach weiter so machen. Tage vergehen lassen. Ich bin im Innersten stinkfaul und völlig desinteressiert an Leistung, das hält moch zusammen, darüber ist dann der Ehrgeiz und der unbedingte Wille, der Beste zu sein, aber auch nur, wenn es wichtig ist... ist es das? Was nehme ich dafür in kauf? Lohnt es sich? Oder ist nicht das andere wichtig?









Eigentlich müsste ich jetzt schreibenschreibenschreiben, aber ich gehe an den See und denke nach. Denn ich muss nicht.

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Privilegien

Hin und wieder bekomme ich ja auch mit, wie das manche ankotzt. Und ich habe dafür Verständnis. So lange, bis ich dann wieder erinnert werde, wie die sich benehmen, wenn man ihnen die Privilegien zum Missbrauch überlässt. Die Medien sind leider voll von solchen hochgeschwappten Nullpersonen, die sich dann an den Möglichkeiten der Zeitung aufgeilen. Kann man es ihnen vorwerfen?



Das Problem mit den Privilegien ist, dass man damit umgehen können muss. Die Rolle des Don Alphonso kokettiert natürlich damit, dass hier jemand genau das nicht in der Form kann, wie es der Mensch dahinter tut: Es ist höchst unfein, die Privilegien voll auszunutzen. Auf der Buchmesse zum Beispiel sieht man das. Oder das Geschmeiss beim Drängeln um kostenloses Fressen, das auch dann nicht aufhören würde, wenn es mal mit einem cateringunternehmen reden könnte. Es ist jedem, der damit aufwächst, irgendwann aus besten Gründen gesagt worden: Du hast sie, aber setze sie sehr vorsichtig ein. Die anderen bekommen sie und haben soweiso den Eindruck, dass sie jetzt auch mal dran sind. Mit dem Ergebnis, dass sie sich auch auf Kosten derer bereichern, deren Lage nicht schöner als ihre eigene gewesen ist.



Was mich oft beruhigt, ist das Wissen: Der durchschmittlich artfremde Privilegienbesitzer hat eine recht gute Chance, irgendwann in sein altes Nichts zurückzufallen. Ein Grossteil der Journaille wird nach der Kündigung schlagartig nur noch ein verwöhnten, aufgeblasenes Nichts mit unfinanzierbaren Ansprüchen sein. Und man tut gut daran, sich das vor Augen zu halten, wenn man sich über die ärgert: Sie haben im Moment Privilegien.



Aber keine Sicherheit. Deshalb raffen sie so, deshalb haben sie kein Benehmen, und deshalb werden sie oft auch wieder vom System ausgestossen. Es kommen in diesem Umfeld ja genug andere nach, die noch fieser sind und es für weniger tun. Die Privilegien bleiben, das Pack ändert sich. Aber das leise Gegrummel über die schlechter werdenden Journalistenrabatte - das ist schon Musik in meinen Ohren.

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Bei Rot muss man stehen bleiben

und auf alle Fälle immer schauen! Es könnte ja was kommen.



(Aussenreinigung + solche Schuhe = Italien)

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Mittwoch, 28. März 2012

Erklärt Alphonso

Und nun, nachdem wir die Westfassade des Doms zu Cremona besprochen, und uns Gedanken über die langobardische Bogenstellung sowie die Integration der grossen, gotischen Rosette gemacht haben, und ausserdem erklärt haben, wozu die Arkadenreihe in der Front diente, wenden wir uns dem Nordportal zu.



Bitte folgen Sie mir. Das Nordportal öffnet eine weitere Zugangsachse in den Dom, hier direkt in das Querschiff. Auch hier sehen Sie überaus prächtige Portallöwen, die den repräsentativen Charakter dieser Achse betonen. Während das Westportal vor allem für Pilgermassen und Umzüge innerhalb der Kirche mit zwei Nebeneingängen versehen wurde, ist das Nordportal mit seinen schmalen Stufen damals den privilegierten Kirchgängern vorbehalten gewesen. Es ist sehr viel enger, deshalb kann man auch von der Seite kaum bedrängt werden, was in jenen Tagen der Dolche und Diebe durchaus von Vorteil war. Sie sehen ja, dieses Rennrad dort drüben macht die Situation allein schon recht schwierig.



Herr Porcamadonna, sagen Sie mal: Ist das eigentlich üblich, dass Italiener ihre De Rosas an romanische Portallöwen lehnen?

Nun, wir sind in Italien, da gibt es solche De Rosas und Portallöwen, und grundsätzlich ist es nun mal statistisch deshalb durchaus möglich, dass beide mal zusammenkommen.

Aber mit Verlaub, Dottore: Es ist doch nie ganz zufällig, wenn in Ihrer Nähe ein Rad auftaucht.

Pah! Sehen Sie da unten? Da ist eine Mutter mit Kinderwagen. Und? hat das etwas mit mir zu tun? Natürlich nicht! Zufall, sonst nichts.

Erstaunlich übrigens, dass das Rad nicht abgesperrt ist. Der Besitzer hat entweder viel Gottvertrauen, oder er ist in der Nähe.

Nun, also, er wird sicher gleich...

Dann können wir doch die Apsis anschauen gehen.

Äh ja, gleich, aber vielleicht sollten wir etwas hier warten, weil sonst ein Dieb... und das würde dem Italiener...

Dottore?

Ja?

Das ist nicht doch zufällig Ihr De Rosa?

Nein. Eigentlich nicht. Sicher, ich habe gemerkt, ich hätte gern ein De Rosa für Mantua. Und ich habe sogar im Internet eines gesehen. Gar nicht so teuer! Und in Mantua.

Das hier?



Nein! Ein anderes. Gut, also, ich habe mit dem Besitzer einen Termin gemacht. Aber irgendwie war es komisch, weil auf dem Bild eine Record-Gruppe zu sehen ist, und der Besitzer schwor, es sei eine Veloce verbaut. Auch die Räder passten nicht. Und wirklich billig war es auch nicht. Nun ja, da sass ich also, ein wenig missglaunt und unentschlossen und auch nicht gerade begeistert vom wenig höflichen Verhalten des Besitzers. Klickte mich weiter durch Subito.it. Und dann tauchte es auf, zum Hohn, ein wesentlich besseres de Rosa für den halben Preis. Aber mei, ich hatte ja schon halb zugesagt. Und um mich im Willen zu bestärken, nur um standhaft zu bleiben, suchte ich im Netz nach Bildern dieses Modells aus Mantua.

Und?

Sofort eines gefunden! Genau das, das in der Anzeige war! Kleines Problem: Dieses Bild war von einem Rad in Colorada, USA. Hat der Herr in Mantua also einfach ein Bild geklaut und es online gestellt und gedacht, das zieht die Leute an.

Soso.

Und dann bin ich wütend geworden. So wütend! Und habe ihm geschrieben, dass ich ihn für eine Kreuzung aus den Piraten-U-Booten der Schramm und dem Turovskij halte, dann habe ich mich an meine Manieren erinnert und geschrieben, ich hätte Zahnschmerzen bekommen - stimmt übertragen ja auch - und habe mir gedacht: Bevor ich dann morgen doch hinfahre und ihm eine Szene mache, fahre ich woanders hin.



In die Nähe von Cremona nämlich.

Aha.

Und weil ich immer noch so wütend war, habe ich wenigstens nicht ihm eine Lücke in die Zähne geschlagen, sondern nur eine in die Reihe der Gebrauchträder.

Wo ein De Rosa stand.

Rechter Haken mit der EC-Karte. Es ist bis auf meinen Gepäckträger geflogen.

Sie werden jetzt sicher sagen, dass Sie nur den Italiener mit dem falschen Bild schonen wollten.

Absolutamentissime! Es ist eine Angelegenheit des Herzens gewesen. Ich fuhr mit einem wutentbrannten Herzen los und kam mit zwei lachenden Herzen zurück. Und ich habe sogar darauf verzichtet, zu ihm zu fahren und heldenhaft seine Klingel zu putzen!



Wenn Sie jetzt noch hinzufügen, dass es spottbillig war und sie es in Deutschland für den dreifachen Preis verkaufen könnten

- zweieinhalbfachen, seien wir bescheiden -

also gut, zweieinhalbfachen, dann stehen Sie nicht mal wie ein gewissenloser Verschwender da.

Ich? Verschwender? Niemals! Haben Sie meine Schuhe gesehen? Alt! Vor einem Jahr gekauft! 0 Paar Schuhe in fast einer Woche Italien! Ich bin doch kein Verschwender. ich wollte nur ohne Ärger Urlaub machen. Es ist also nicht "mein De Rosa".



Es ist meine Herzensruhe.

(Ich habe Antonio Tabucchi sehr gemocht)

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30 Jahre in den Schwefelminen der Banken

Privat glaube ich, dass die Garantien der Europäer für jenen Euro, die sie den Banken schulden, in etwa ao viel wie die CDS einer amerikanischen Versicherung wert sind - nämlich nichts. Und gleichzeitig die Auswirkungen für die Betroffenen haben werden, wie für die Aktionäre so einer insolventen Versicherung - viel. Und deshalb möchte ich hier klarstellen: Merkel, Seehofer und die anderen Koalitonäre, die uns entgegen ihrer falschen Versprechungen nun mit 700 Milliarden auf 30 Jahre verpflichten, für all die Risiken des Euro der Banken aufzukommen, sollte man das Elend im Zweifelsfall in einer sibirischen Uranmine abarbeiten lassen.

Die zivilere Versin findet sich in der FAZ.

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Erledigt

Das Bild der Bilder mit allem zusammen ist geschossen, ich kann jetzt eigentlich heimfahren.



Eine Frau sitzt aufden Treppen eines Baudenkmals neben einem Buchgeschäft und im Korb des Rades sind die frischen Tortelli.

Und dabei habe ich bislang weder Rad noch Schuhe gekauft.

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Montag, 26. März 2012

Ausgehhilfen a la mode

Für mörderisches Pflaster.



Für doppelt beleidigtes Gschau.



Für das Weiterkönnen



Und für mich.


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Montag, 26. März 2012

Gerechtigkeit bewegte meinen Bauherrn

Es gibt bei der Wahl im Saarland natürlich eine sehr ätzende Sache: dass die Politik nicht vom Willen der Wähler, sondern von der CDU und der Verräterpartei definiert wird. Die Mehrheit ist eigentlich ziemlich klar nicht mehrheitlich für die CDU, und trotzdem... diese persönlichen Geschichten... ätzend.

Aber der Rest ist fein:

- Dass die neue Verräterpartei der Grünen nach ihrem Lutscherkurs was in die Fresse gekriegt hat.

- Dass die SPD merken musste, dass Rumturteln mit der CDU wenig bringt

- Dass die Linke auch mal ordentlich was auf die Mütze bekommen hat, wegen der eher durchwachsenen Leistung



Und dass die Piraten die ganzen Jung- und Nichtwähler haben. Das macht auf die faulen Ignoranten der anderen Parteien endlich mal etwas Druck. Ihr braucht deshalb nicht ins Internet kommen und unsereins faseln, bleibt draussen und lasst uns hier ruhig weiter machen.

Am Schönsten aber ist für mich das Ergebnis der FDP. Deren Chef Oliver Luksic war ja eine der Pappnasen beim Antibuerokratieteam, und überhaupt sieht man recht schön: Die ganze neoliberale Bloggerei hat gar nichts gebracht, die FDP geht so oder so vor die Hunde.

Wenn ich die Piraten wäre, würde ich eine Unvereinbarkeitsklausel aufstellen: Wer bei der FDP war, braucht gar nicht mehr anfangen. Das hält dann das übelste Pack auf Karrieresuche zuverlässig draussen.

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Rosa Kitsch.

Ich weiss, dass das für manche kitschig aussehen mag, ein offenes Auto vor einem Blütenmeer.



Dazu braucht man nur den sattsam bekannten Wagen vor einem der vielen Obsthaine abzustellen, die gerade überall das tun, was sie immer tun, wenn der Winter vorbei ist. Ein Bild halt, was soll's.



Nun . es soll viel. Denn natürlich ist das überhaupt nicht. Dieses Auto offen vor irgendwas, das in Deutschland gerade Pollen ausschiedet, Birke, Hasel oder Erle - und der Wagen wäre zu und ich würde sicher nicht anhalten, um Bilder zu machen. Ich wäre sauber krank, würde röcheln und stöhnen und nur noch wenig Luft bekommen, so, wie vor zwei Tagen und die Zeit davor dauernd. Aber das hier sind andere Bäume, Blüten und Pollen. Die tun mir nichts.



Und deshalb ist dieses Bild auch für mich so sensationell. es ist Frühling. Ich fahre offen durch das Blütenmeer, und ich bin gesund.

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Langsame Entlinkung

Zuerst mal muss man aufhören, sich brutzeln zu lassen.



Dann sollte man anfangen, die Medien eher skeptisch zu betrachten.



So ein Nachrichtenüberfluss macht nämlich eher einsam.



Und das Tier in einem sollte man auch nicht zurückhalten, sondern sich mitschleifen lassen.



Dann findet man wieder die schönen Dinge des Lebens.



(Antikmarkt in Valeggio. Wenig gekauft, aber eine knallrote Dame gefunden)



(Und das Leben)

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Samstag, 24. März 2012

Und deshalb Italien

Weil man auf Norderney, in Nizza, in Budapest und in Madrid genau so etwas einfach nicht sehen wird, perfekt bis zur Farbe des Radschlosses.



Hier ist das einfach so. Da fällt, ie schon gesagt, mein Serotta daneben gar nicht mehr auf.



Und deshalb bleibe ich auch hier. Ausserdem; Heuschnupfen von Vollgas auf Stillstand. Nichts mehr. Null. Ich nehme nicht mal mehr Medikante. Gestern hatte ich noch Probleme, ein Rad zu tragen, heute trete ich wieder Mofas in den Strassenstaub.

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Samstag, 24. März 2012

Man könnte so einiges tun

im geliebten Bayernland, zu dieser Zeit.



Zum Beispiel könnte man an den Tegernsee fahren, und dort eine Weile bleiben.



Sich ans Ufer legen, zart bräunen und etwas sinnvolles lesen, das einem bei der Arbeit hilft.



Vielleicht auch am Ufer entlang ein wenig Radsport betrieben, einmal aussen rum.



Oder den Winterweg auf den Hirschberg erklimmen, der dort so blausilbern funkelt.



Alternativ ist es auch möglich, ein erstes Picnic auf dem Steg auszurichten.



Eventuell böte sich sich die Miet-zkatz der Nachbarn als Zeitvertreib an.



Oder man geniesst den Tag mit einem schweren Käsekuchen mit Blick auf die Berge.



Oder man bekommt hier noch etwas mehr Heuschnupfen als ohnehin schon, und fährt weiter nach Italien. Aber dennoch, es ist ein ergreifend schönes Land, das man hier verlassen muss. Und vermutlich gar nicht verlassen würde, ohne die Umstände.

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Hilfe für die schuldig Verfolgten

He, Ihr!

Ihr da im Netz, Ihr Cretins und Pinscher und sonstige Mistgewächse!

Ihr habt Streit mit Don Alphonso?

Das Lustige ist: In der realen Welt glaubt niemand, dass ich ernsthaft im Internet Konflikte austragen würde. Wer mich kennt, weiss un meine grenzenlose Sanftmut, meine Höflichkeit und meine Manieren. Ich komme nie so weit, jemand als Cretin zu bezeichnen. Einfach, weil mir Streit zuwider ist.

Warum es dann manchmal aber trotzdem kracht und meine Meinung dann eher irreversibel ist - das versuche ich in der FAZ zu erklären, wenn es um Hass und Rachsucht in besseren Kreisen geht.

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Bicyclette pliante moderne

Ich war in der Hölle. An einem Ort, fast noch übler als Berlin. Nicht, weil er ein grösseres Slumgebiet ist. Aber wegen der Massenstrassenvernichtungswaffen, die dort hergestellt werden. Berliner stören mich nicht so, die kommen ja kaum raus. Aber der Opel ist der Berliner unter den Autos. Und der kommt aus Rüsselsheim. Und dort bin ich gewesen.



Wie stes bin ich natürlich bereit, auch hier das Positive hervorzuheben: Im Gegensatz zu den Iranern verstecken die Hessen ihre Waffenfabriken nicht; sollte es dereinst eine Befreiungsaktion geben, reicht es, den Schildern zu folgen. Übrigens war auch Opel nicht immer schlecht; Vor dem Krieg war das eine der besten Radfabriken der Welt, und alte Rennräder der Marke werden fast mit Gold aufgewogen. Und das ist übrigens auch der Grund, warum ich hier her gefahren bin: Hier steht eine Art Klapprad.



Ein Serotta Tri-Colorado von ungefähr 1992, also auch schon wieder 20 Jahre alt. Ein altes Triathlonrad mit 26 Zoll kleinen Laufrädern. Es war sagenhaft billig, und weil die Räder so klein und die Gabel und der Hinterbau so kurz sind, passt es auch einfach auf den Beifahrersitz der Barchetta. Das ist prima, denn bislang musste ich mich stets entscheiden: Nehme ich ein Rad auf den Gepäckträger oder den Bratchers? Bin ich mobiler oder kann ich mehr Schuhe notkaufen? Das war einmal ein Problem, gerade bei langen Aufenthalten. Jetzt ist es gelöst. Und die Farben... ich sag mal: In Italien geht das unter, da müssen nur ein paar alte Damen daneben stehen, dann fällt das gar nicht mehr auf. Ausserdem ist Frühling. Und es gibt genug langweilige Räder. Und überhaupt: Ich kann dann mit der Barchetta Pässe hochfahren, das Rad auspacken, ein Passfoto schiessen (mit Rad) und dann wieder mit dem Auto hinunterfahren. Das überlege ich mir jedenfalls, denn die neuen Felgen der Barchetta sind, was das Ablichten bei derFahrt angeht, eher extrem langweilig:



Mal ehrlich: Das sieht doch nach nichts aus. Nur so ein flacher Silberflitter in der Bildmitte. Keine Dynamik, keine Walzenimpression, keine Kanten, kein Charakter. Manche Feuilletontexte von sog. Edelfedern lesen sich, wie diese Felgen rüberkommen. Da, würde ich sagen, ist so ein Serottagipfelbild, mag es auch gestellt sein, immer noch erhebender. Oder ich finde noch eine bessere Position. Aber so ist das schon eine Enttäuschung.

Noch enttäuschender ist übrigens, dass ich vergessen habe: In Mantua steht ja noch mein Pinarello! Insofern wäre das gar nicht nötig gewesen, das mit dem Rad. Naja. Dann halt für die Gäste.

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