Real Life 22-11.04 - Beste Unterhaltung

Was könnte es Schöneres für die Spiesser der Provinz geben, als sich einen Abend in die hochmodern ausgerüstete Volkshochschule zu setzen, und mit dem lokalen Bischof zu diskutieren, ob und wie der Hedonismus jetzt endlich, glücklicherweise GOTTSEIDANK tot ist.



Schluss mit lustig heisst auch: Alte Werte, alte Tugenden, Achtung vor den Autoritäten. Weg mit dem ganzen Dreck, der in den letzten Jahrzehnten durch TV/die Amis/die Linken, auch bekannt als Vaterlandsverräter aufkam. Zurück zu all das, was die älteren Spiesser noch gelernt haben. Wo? Ach so, bei der HJ oder beim BDM, oder vielleicht bem Werwolf, aber da wird ja auch viel übertrieben, jedenfalls hätte es damals den ganzen Schmutz und die Kriminellen nicht gegeben.

Lustig ist schlecht. Lustig kommt von Lust = Sünde, und wenn das erst mal weg ist, kommt die Union an die Macht, und dann lacht erst mal keiner mehr, und die Bischöfe bekommen einen gerechten finanziellen Ausgleich für die Schäfchen, die ausgetreten sind. Wie sie auch jetzt schon Geld für ihre Form der "Schwangerenberatung" wollen.

Dienstag, 23. November 2004, 15:45, von donalphons | |comment

 
Die Mätresse des Bischofs
fällt mir dazu ein. Kennst Du das Buch?

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Die Kirche...
...ist wie kein anderer dazu berufen, sich zu beiden Ausprägungen von "lustig" zu äußern, der Lust und dem Humor.

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Ja, aber ich denke eher an Wolf von Niebelschütz "Kinder der Finsternis", das mit den Worten beginnt: " "Es lag ein Bischof tot in der Mur am Zederngebirge fünf Stunden schon unter strömenden Wolkenbrüchen. Die Mur war hinabgemalmt mit ihm und seinem Karren und seinen Maultieren und seiner Geliebten..."

Aber, das muss man zur Verteidung des hier angeührten Exemplums sagen, nichts könnte dem hier unterstellt werden. Weder tot noch Mur noch Geliebte und Karren und Maultiere, nur viele alte Esel.

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Wie einst Heine sagte
Sie sang das alte Entsagungslied, das Eiapopeia vom Himmel, mit dem man einlullt, wenn es greint, das Volk, den großen Lümmel...

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Das muss man sich mal geben:
Dieses Plakat steht überall in der Stadt rum, einfach so, und niemand scheint sich daran zu stossen. Bei dem Text müsste doch jedem halbwegs aufgeklärten Menschen das Messer in der Tasche aufgehen, so durchgeknallt ist das.

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Die haben St. Moritz gackerlgelb angemalt?

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In Göttingen
Da würde eine solche Plakatwand brennen.

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In Ingolstadt
würde brennen, wer dem Plakat mit einem Filzstift zu nahe käme - schliesslich ginge es dabei gegen Thron und Altar!

Und die Kirche ist die Franziskanerkirche gegenüber dem Gnadenthal, nicht die Moritzkirche - und ja, sie ist ockergelb von oben bis unten, von hinten bis vorn.

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Hinweis an die Leser
Eigentlich sollten diese Geschichten aus der bayerischen Provinz heute abend enden. Allerdings hat der Maserati-Händler des Vertrauens unseres Nachbarns mitteilen lassen, dass mein Auto erst morgen den neuen TÜV-Stempel bekommt. Das heisst einerseits, dass ich mich momentan mit Xaver, dem irrwitzig übermotorisierten, weissen, beräderten Schlachtschiff meiner Eltern (250 PS weniger hätten auch gereicht) auf den Strassen der Stadt regelmässig fast derrenne, was in Raser-City aber nicht weiter auffällt - und dass es noch zwei Tage dauern wird, bevor Berlin die nächste Watschn bekommt.

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Bevor Du fährst - bring mir bitte noch ein paar Südfrüchte und ordentliches fränkisches Bier mit!

[Edit: Gerade hat mich so ein irreparables Maueropfer in der ortsüblichen charmanten Weise aus dem Raum vertrieben. Eine Banane als Lockmittel hilft halt auch nicht mehr. :-(]

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Wozu aufregen?
> Bei dem Text müsste doch jedem halbwegs aufgeklärten Menschen das Messer in der Tasche aufgehen

Warum, spätestens nach den ersten drei Wörtern "Die Senioren Union ..." ist die Stoßrichtung (pun intended :-)) klar, und auser der Gebißklapperfraktion nimmt die niemand mehr ernst.

Die Gebißklapperer wiederum unterteilt sich in zwei Bereiche: (1) Diejenigen, die ihr Leben lang lustfeindlich waren und das alles wirklich ganz furchtbar finden und (2) diejenigen, die in ihrem Leben alles ge.... haben, was bei Drei nicht auf den Bäumen war aber nach Außen hin natürlich sittsam und anständig waren. Heilige und Scheinheilige in einem Raum vereint.

Sie haben sich gegenseitig verdient und solange sie da zusammenhocken können sie anderen nicht auf den Geist gehen.

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Don on the road
Wenn Du auf dem Weg von I. nach B. noch Zeit hast, schau doch mal in BS vorbei!

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Hoppla. Wie konnte ich die Franziskaner- mit der Moritz- verwechseln. Hat also doch Folgen, dass ich seit etwa fünf Jahren nicht mehr bei Tag in der Innenstadt war. Schön!

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dieser eisenschrott, an dem man offenbar sein fahrrad festketten soll, sagt ja auch schon einiges.

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Bester Gefängnisstahl. Hält Jahrhunderte.

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Hmmm, Nina Ruge ist auch dabei?

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ja
Alles wird gut.

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