Die Leute auf den Bildern

sind entweder schon ein paar Jahrzehnte tot, oder sie marschieren stramm in Richtung Altersheim. Wenn sie das mit dem, was die Drogen vom Hirn übrig gelassen haben, überhaupt noch mitbekommen, und sie nicht von ihren Enkeln in diese Richtung geschubst werden. Diese Enkel dürften in etwa so alt sein, wie der Durchschnitt der jüngeren Besucher dieser Bilder. Aber weil es eine angeblich nicht nur in Clubs Frauen und Männer swingende Stadt ist, sondern auch richtig swingend, kommen sie natürlich und schauen auf zu ihren alten, längst verrotteten Vorbildern, bei denen es noch rebellisch war, wenn sie keine Krawatte beim Gitarrenspiel trugen. Dafür erweist man ihnen bis heute die Referenz, und wenn die besseren Töchter zu Hause davon erzählen, wird Mami am Herd seufzen und daran denken, als sie 1970 keinen Minirock anziehen durfte, den sien auch jetzt als Hausfrau in der Vorstadt nicht mehr tragen würde.



Da sind sie also, die Heroen von damals, deren Musik längst das Beste der 7oer Jahre ist für den Dudelfunk und für die 12-CD-Box von Past Death für 99 Euro rufen Sie jetzt an und hören Sie die Lieder Ihrer Jugend. Da sind sie, die Heroen, und grinsen von den Wänden wunter und freuen sich, dass man ihr Geschrubbel plus die paar Steineschmeisser heute als Goldenes Zeitalter betrachtet. Sie sind Götzen einer untergegangenen Revolte, die genauso von ihrem mickrigen Image leben wie der arbeitslose Berater durch seine Angeberei in den üblichen social networks - nur dass die einen auf dem Weg in die Unsterblichkeit sind, für immer umlächelt von den Schönen der Incrouds, und die anderen sehen am Abend das gefrustete Gesicht ihrer mittelalten PR-Partnerin, die am Küchentisch Gegendarstellungen formuliert.

Gerecht ist das im ersten Fall nicht unbedingt.

Mittwoch, 12. Januar 2005, 21:06, von donalphons |