: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Samstag, 5. März 2005

Critters zu Teppichen: Spiegel nimmt bei Wikipedia sogar die Kommafehler.

Da braucht MMv Blumencron, Blogmüllmann vom Dienst und Chefredakteur des Spiegel Online, seine Journaille erst gar nicht mehr für Joschka Fischers Rücktritt hetzen lassen: Wer als Journaille sogar noch die Kommafehler von Wikipedia klaut, sollte gefeuert werden, und sein Chefredakteur muss sich dann auch mal die Frage gefallen lassen, was er denn den lieben, langen Tag so tut, wenn er nicht gerade andere mies macht.

Zum Thema: Es gibt bei Spiegel Online einen namentlich nicht gekennzeichneten Hintergrundbericht zum Völkermord in Ruanda vom 24. Febraur 2005. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser namentlich nicht Genannte vom Spiegel dafür Geld kassiert hat, aber der Autor des Artikels ist er in weitesten Teilen nicht. Statt dessen hat er Texte aus Hintergrund und Hauptteil des Wikipedia-Artikels zum Völkermord in Ruanda kopiert und teilweise in eine neue Reihenfolge gebracht. Der Eigenanteil am Beitrag besteht also in den ersten vier Absätzen ausschliesslich in einer leichten Umgestaltung des Wikipedia-Textes. Dabei hat er auch eine deutliche Komma-Unsauberkeit übernommen, die dann auch noch die Endkontrolle übersehen hat:
Charakteristisch für den Völkermord in Ruanda ist, dass weite Teile der Bevölkerung zur "Mitarbeit" bei den Tötungsaktionen gezwungen wurden, um so, (!!!!, Anm. d. Red.) aufgrund der schieren Menge der Mitschuldigen,(!!!!, Anm. d. Red.) eine spätere Bestrafung der Verantwortlichen zu erschweren.
Kurz: das kommerzielle Medium Spiegel Online bezieht seinen Hintergrund-Bericht von der nichtkomerziellen Wikipedia - eine klare Verletzung des Urheberrechts, und obendrein enorm peinlich für das defizitäre Online-Projekt. Viellicht muss der Spiegel Online ja sparen und ist deshalb gezwungen, bei der Content-Beschaffung zu sparen. Qualitätsjournalismus, Herr v. Blumencron, ist das nicht. Dabei hätte man erwarten können, Sie hätten aus dem Fall der übernommenen Texte zur Markengeschichte was dazugelernt.

Der letzte Absatz des Spiegel-Artikels ist wahrscheinlich Eigenarbeit der typischen Spiegel-Qualitätsjournalismus-Qualität, denn nur so lässt sich der Tippfehler hier erklären:
heldenhafter erscheint sein zum Teil iddenreiches Verhandeln
Gute Idde, Herr v. Blumencron, solche heldenhaften Mitarbeiter zu beschäftigen. Blogbar bedankt sich bei dem Informanten.

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Erinnert sich wer an die Critters?

Das war ein Film von 1986, mit kleinen Biestern aus dem Weltall, die sich zusammenrotteten und amerikanische Kleinstädte überfielen... An das erinnert mich es, wenn ich momentan die einschlägigen Blogs mit Schwerpunkt auf PR, Buzz und Marketing lese. Denn das miese Volk, dem unsereins 2001ff die Fressen poliert und die Gebisse hat schlucken lassen, der Abschaum der New Economy ist wieder da. Viel zu oft. Hier bei mir. In unserem ureigensten DCT-Lebensraum, den sie früher verachtet und bekämpft haben. Klar dürfen sie bloggen. Aber ich darf sie auch jagen, über sie schreiben, und alle daran erinnern, was für windige Bürschlein, was für miserable Versager sie waren, unanständig bis zum Verrecken beim Amtsgericht.

Ich habe letzte Woche beschlossen, dass dieses Blog in den letzten Wochen etwas zu kuschelig war für eine Zeit, in der die Critters unterwegs sind. Deshalb unter anderem die Jamba-Berichte. Was noch fehlt, ist ein rauer Teppich aus Critters-Fellen. Den besorge ich mir demnächst. e-Critters, egal, als was ihr Euch tarnt, als Director einer 1-Personen-Klitsche, als Consultant, als New-Journalist, noch braun vom Mastdarm der bekrochenen Gazetten, oder als Hilfesteller für den stinkenden Schleim aus den PR-Abteilungen: Ich komme. Ich komme Euch zu holen. Und ich weiss, wie ich Euch in Stücke schiesse. Darum geht es. Ich will Euren Skalp.

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O2 blogt - Nokia und Bloghoster bleiben auf der Strecke.

Inzwischen gehört es ja fast schon zum guten Ton, irgendwie auch zu bloggen oder sich damit mehr oder weniger wohlwollend zu beschäftigen. Jetzt zur CeBit kommen sie alle mit ihren Blogideen raus - der neueste Fall sind Blogs beim hierzulande etwas kleineren Mobilfunkkonzern O2. Die Kunden können dort auf ihren schon länger bekannten persönlichen O2-Seiten ein Blog einrichten und per MMS mit Bildern bestücken. Texte können über die Kommentare dazugestellt werden.

Nun, wo ist die News, werden erfahrene Blogger fragen. Praktisch niemand benutzt bisher diese komischen O2-Seiten, Moblogging ist uralt, man braucht dazu keinen Mobilfunkanbieter, das geht bei Blogg.de, Twoday.net und Typepad auch einfach so. Die alten W@p-Seiten von O2 haben eben mangels Erfolg ausgedient, jetzt versuchen sie es mit einem neuen Thema, bei dem sie wahrscheinlich auch chancenlos sind - Moblogs werden hierzulande kaum genutzt, davon kann Nokia mit seinem Lifeblog ein traurig Lied singen, in das ich auch gerne einstimme. Der Nokia-Promo-Event mit Promifriseur und Lifebloggen von Haareschneiden war für sich schon ein Kamikazeflug in die tiefste Nacht der Marketingverzweiflung; mal schaun, mit was für Eventgülle sich O2 gleich zu Beginn blamiert.

Mehr Pleiten an der Blogbar

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Freitag, 4. März 2005

Und?

Und was?

Was sagst Du dazu?

Nichts. Was soll ich schon sagen. Ist ja nicht das erste Mal. Passiert immer wieder, in den langen, kalten Winternächten. Archäologisch gesehen die Arschkarte, weil die Sterblichkeit früher recht hoch war, und man die Kinder deshalb rund um September begraben hat. Für den erfahrenen Frühmittelalterarchäologen ist das der Worst Case: Tiefe Gräber, weil der Boden trocken ist, und nichts drin. Zum Glück gibt es dafür spezielle Areale, wo man dann die Frischlinge hinschickt, die noch nie ausgegraben haben. Die müssen dann die Kindergräber machen. Keine Funde, viel Arbeit, immer tief runter, und so ist das immer, weil sie halt damals noch keine Glotze hatten, was soll man dann tun, und keine Gummis, dann passiert das eben. Ja. Also, was soll ich nochmal sagen? Äh, Moment, wer ist denn der Vater?

Der (Name eines schlecht gewachsenen Blondlings, der immer schon vergreist war)

Der aus dem gleichen Netzwerk? Ooops, naja, schon lustig, da sperrt man sie 3 Jahre in der Elitebande zusammen, und keiner kriegt Tagung für Tagung einen hoch, die reinsten Proesterseminaristen, und dann, batz, weil sie halt keine Übung haben ... äh, Moment, abtreiben ist nicht, oder?

(Gegenseite spricht davon, dass ich ein herzloses Monster sei, und zwar in einem Tonfall, der darauf schliessen lässt, dass eine Erwähnung der horizontalen Qualiäten dieses speziellen, ausgewachsenen und erfahrenen Monsters mit Hang zu frühmittelalterlichen Abschweif- und neuzeitlichen Paarungen nicht wirklich angebracht wäre. Mir fällt ein, dass ich sie eigentlich angerufen habe, um ein Date für Dienstag zu vereinbaren. Ich hasse Kinder. Wirklich.)

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Es gibt bei mir übrigens

gerüchteweise Mails, mit denen man Gmail-Accounts freischalten kann ...donalphonso | ät | gmail dot com

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Totem und Tabu

So stelle ich mir den Totempfahl der Kultur unserer Eltern vor. Die Symbole und Fetische ihres Lebensstils zerstückelt, fragmentiert, aufgetürmt und an einem mystisch-kaputten Ort aufgestellt.



Ich habe mal eine Veranstaltung über den Zusammenhang von Bildern und Terrorismus gemacht. Einer der Vortragenden, ein Kunstgeschichtler, hatte ein Bild eines ganz ähnlichen Totems aus Afghanistan dabei. Da wurden die Fernseher rückwärtig eingeschlagen und in die Bäume am Ortseingang gehängt, so wie man das im Mittelalter mit den Köpfen der Hingerichteten machte. Hier, in einem noch nicht mal schlechten Teil Berlins, geschieht das Ganze unbewusst, nebenbei, und dadurch vielleicht um so brutaler, mit dem umgekehrten Vorzeichen des Terrorkonsums.

Was früher Wert war, ist austauschbar, unbedeutend, schnell ersetzbar. Das einzige Problem ist die Entsorgung des Alten, wenn das neue, gleich wertlose kommt, zum Besten von Konsum und Gesellschaft. Wohlstand für alle, Müll für die Gemeinschaft. Man mag sagen, 2 Verschmutzungsprodukte weniger, aber der ersatz ist längst unterwegs, um Russ, Feinstaub, Proleten in Reality-Käffern und Klingelton-Werbung auszuspucken.

Wenn man jetzt noch die produzierenden und vermarkenden Human Ressources ebenso austauschbar machen könnte, wäre das ganze wieder konvergent.

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Donnerstag, 3. März 2005

Dirt Picture Contest - Stattmöbel

Hätte nicht jemand den leeren Becher seines Coffee2Goand2leavesomewhere darauf agbestellt, könnte man jetzt ein Ratespiel veranstalten. In welcher Stadt verwendet man derartig grobe Möbel: Slums von Kigali, Berlin Mitte, Slums von Karatchi, Flüchtlingslager bei Tulkarem, Steppenlager in der Ukraine zur Zeit der Völkerwanderung.



Zu schlecht, um originell zu sein, zu unförmig, um authemtisch zu sein, zu schlampig, um als Ausdruck handwerklichen Könnens gelten zu dürfen. Wie die Stattmöbel, so auch die Stadt. Berlin Mitte, was denn sonst.

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Stell Dir vor, Falk ist inso,

und seine Anwälte machen um den Fakt während des heutigen Verhandlungstages nicht den geringsten Aufschrei - wo die Herren Strate und Consorten doch sonst bei jeder Gelegenheit nicht gerade mit Zurückhaltung glänzen.

Wenn sie es nicht sagen, wollen sie wahrscheinlich nicht, dass die finanzielle Lage ihres Mandanten bekannt oder gar ein Thema in den Medien wird. Man darf also Mutmassungen anstellen.

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Wie Jamba Blogger verwursten wird,

wenn sie Six Apart gekauft haben: Werbung war gestern. Das eigentliche Geschäftsmodell sind die Blogger selbst, und ihre Inhalte. Glaubt keiner, was? Aufgepasst!

Machen wir uns kurz klar, auf welche Probleme Jamba (oder Jamster, so der Name in den USA) treffen wird:

1. Das Geschäftsmodell Klingelton ist nicht grenzenlos skalierbar. Inzwischen erreicht es langsam eine gewisse Marktsättigung. Man kann eine Weile noch extremere, dümmere Sprüche fabrizieren, aber irgendwann sind die Sensationen dann durch, es gibt zu viel alten Content, das Thema wird für Kids so langweilig wie Panini-Bildchen früher oder später.

2. Klingeltöne und Screensaver kommen zwar mit einem Digital Rights Management, aber relativ bald werden die Töne auch im grossen Stil kopiert und über das Netz "getauscht" werden. Oder aus mp3 selbst gebastelt. Kurz: Jamba wird ein Problem bekommen, das dem der Musikindustrie ähnelt. Vielleicht macht auch jemand ein Kazaa nur für Klingeltöne, wer weiss. Die Nachfrage nach kostenlosen Tönen ist jedenfalls enorm; man schaue sich mal die Zugriffszahlen bei Don Dahlmann an.

3. Die Abos und die Natur der Klingeltöne rufen alarmierte Verbraucherschützer, Eltern und Politiker auf den Plan. Schon jetzt hat Jamba in der Frage von Abos für Minderjährige eingelenkt - das Geld wird zurückgezahlt, wohl um ungünstig verlaufende Prozesse zu verhindern und den Druck der Politik zu mindern. Aber: Die Bundesregierung hat schon gegen die 0190er-Dialer durchgegriffen; Jamba droht das gleiche Schicksal. Im anglophonen Raum formieren sich erste Proteste gegen die Geschäftspraktiken von Jamba.

Aber was macht Jamba dann? Blogger melken - ein Grundkurs an der Blogbar.

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Gute alte Desinformation

Ich muss aus 12 Beiträgen die besten 5 auswählen. Gar nicht so leicht; die technische und inhaltliche Qualität ist eher fragwürdig. Da ist nicht viel Reflexion, Offenheit und autonomes Denken, dafür viel Plattes, Phrasen und schlichtes Gemüt in der Überzeugung, dass man im Recht ist. Ich bin in Versuchung, manchen von denen eine böse Mail zu schreiben -

aber dann schaue ich auf die rechte Hetze bei Spiegel Online, der bedingungslose Dienst für diejenigen, die in den Irak und zurück in den Mief der 50er Jahre wollten, das Gekreische der ertappten Kampagnenjournaille, die ihre eigenen erlogenen Skandale jetzt als Krise der Regierung abfeiert, und dann denke ich mir, bevor ich einen dieser Alternativen da wegen ihrer Parolen anpflaume, müsste ich erst mal die "etablierten Medien" in DOS-Leserbriefen ersäufen.

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Mittwoch, 2. März 2005

Sende 202020 an Jamba-TV

Viva mit 20 Mitarbeitern? Wenn das stimmt, dann bleibt nur noch der Putz der fassade, alles andere ist weg, an den Medienstandorten Berlin und Köln :::::::::::

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Real Life 02.03.2005 - Der beste Mix für Berlin

steht auf dem verwaschenen T-Shirts des kleinwüchsigen Mannes, der mir durch die neonbastrahlte Kachelröhre entgegenwankt. Das Hemd spannt sich über seinen erstaunlich weit oben ansetzenden Spitzbauch, die Brustwarzen drücken sich durch das Senderlogo. In ihm dürfte eine Menge Mixgetränke sein, und er macht den Mix erst komplett.

Wenige Meter davor hat mich erst eine Frau angesprochen, die das genaue Gegenteil war; dürr, reinlich, korrekt, überkorrekt bekleidet - ob ich eine Sekunde Zeit hätte. Ich bedauerte, mein Freund würde gleich auf Gleis 2 ankommen. Ob ich schon die Berlincard und ihre Vorteile kennen würde? Nein, aber ich musste wirklich weiter, pardon, sagte ich höflich, und machte mich aus der Gefahrenzone, während mir ein plötzlich sehr grob klingendes "Es dauert aber nur eine Minute" hinterherschallte, in die niedrige Röhre zu den Bahnsteigen.

Der beste Mix von Berlin ist nicht schnell, und als ich ihn passiere, bleibt er stehen, hält sich an der gekachelten Wand fest und kratzt sich am Kopf. Ich gehe zu den Gleisen hoch und bleibe ziemlich genau da stehen, wo mein Freund den ICE aus Hamburg verlässt; um ihn herum Menschen, die sich sofort mit den Berlinern um uns herum zu einem undefinierbaren Menschenbrei vermischen. Wir gehen durch die senfgasgelbe Kachelröhre hinaus in die Halle des Ostbahnhofs, wo der beste Mix von Berlin gerade ganz nah an der Berlincard-Vertreterin vorbeitorkelt. Sie blättert in irgendwelchen Unterlagen und sieht ihn nicht mal an.



Draussen scheint die Sonne von einem aschfahlen Himmel hinunter auf die letzten Tage von Berlin, den Matsch, die glitzernde Feuchtigkeit auf den Strassen und die besoffenen linken Politaktivisten, die unten vorbeiziehen und hochschreien, dass ich wohl ein Bulle sei, weil ich die Kamera in ihre Richtung halte.

Der beste Mix für Berlin, eben.

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Scooop der Woche! Alex Falk im Insolvenzeröffnungsverfahren

Der Millionenerbe, Internet-Entrepreneur und momenaten wegen schweren Betrugs und anderer Petitessen unter Anklage stehende Alexander Falk hat eine eigene Nummer beim Amtsgericht Hamburg: 67b IN 57/05 Über sein privates Vermögen gibt es seit gesten Nachmittag ein Insolvenzeröffnungsverfahren.

Damit kann Falk über sein Vermögen, soweit es nicht ohnehin im Rahmen des IOsion-Verfahrens beschlagnahmt wurde, nicht mehr verfügen. Ironie am Rrande:

"Maßnahmen der Zwangsvollstreckung einschließlich der Vollziehung eines Arrests [...] werden untersagt"

Das ist ganz toll und beruhigend für jemanden, dessen momentaner Wohnort so angegeben wird: z. Zt. JVA Holstenglacis 3, 20355 Hamburg

Das Problem für Ision ist dann wohl die Frage, wo all das schöne Geld hin ist, das Falk von ihnen bekam und das sie jetzt über den Prozess aud ihm herausholen wollen - soweit es noch da ist, liegt die Verfügungsgewalt jetzt beim vorläufigen Insolvenzverwalter. Und :::::::::: 20 Punkte liegen bei mir.

Und ihr nachfolgenden Medien verlinkt bitte hierher, wenn Ihr Euch Eure News schon in den Blogs holt!

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Strukturelle Armut

und die passenden Betäubungsmittel, ganz legal und ohne Rezept.



Viel Fleisch, denn Fleisch gilt auch in schlechtster Qualität ist es immer noch das Statussymbol bei der Nahrungsaufnahme. Grosses Essen, denn es sind viele, und sie haben alle Zeit der Welt. Zum Abschuss 12 Stunden Alk mit einem Schuss Alk, und das zu Preisen, die man sich auch mit Hartz IV noch leistebn kann. Da wird einem so warm ums Herz, da kann man zu Hause dann auch auf die Heizung verzichten. Voller Magen.volle Leber, Geld gespart, da kann man getrost sein Glück bei 9Live versuchen. Oder bei einem anderen Kanal. Gibt ja genug Chancen, heutzutage.

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Mittwoch, 2. März 2005

Addicted

Es ist kalt, es schneit, es ist windig. Als ich komme, stehen sie schon rum und frieren. Ein Kamerateam und drei Typen, die interviewed werden. Im Schnee, weil authentisch. Ich treffe mich mit jemandem, trinke Tee, rede, besorge noch was und fahre dann am späteren Nachmittag wieder zurück.



Sie sind immer noch da. Sicher kein Vergnügen, nach mindestens drei Stunden. Aber was macht man nicht alles, um irgendwo in den hinteren Teilen belangloser Boulevardmagazine aufzutauchen.

Zu doof, dass man Omi nicht grüssen darf.

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Warum auch Werber NIE branden sollten

Neues aus der Pulverrüsselbranche. Jaja, immer diese unzuverlässigen Zulieferer, kein Wunder, wenn dann sowas bei rauskommt.

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Berater sollten es besser wissen

Es ist immer wieder erstaunlich, wenn es die wahren Könner erwischt - wieso machen Leute pleite, die eigentlich anderen helfen sollen, nicht pleite zu machen? Gibt es einen besseren Beweis für die Wirkungslosigkeit von Consulting als den Insolvenzantrag der Consulter? Die (tief Luft holen) ECON-CONSULT Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Beratungsgesellschaft mbH aus Köln hat beim dortigen Amtsgericht das Aktenzeichen 74 IN 47/05. Gut, andererseits waren viele Auftraggeber auch die öffentliche Hand, die kann nicht pleite gehen. Hätten sie mal ihren Think Tank besser in die eigene Buchführung rollen lassen.

:::::::::: :::::::::: :::::::::: :::::::::: :::::::::: :::::::::: <-120 Punkte

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Das kleine Investoren-Wörterbuch

"Wir haben einen langen Atem" heisst: Das letzte Röcheln ist nicht mehr fern.

Besonders, wenn ein Titel nicht mal die Hälfte von der Auflage hat, die man sich erträumt hat, und auch davon weit weniger als die Hälfte regulär verkauft wird. Wenn dann noch der Anzeigenverkauf öffentlich flennt, dass der Verkauf "sehr sehr schwierig" gewesen sei, weil die Auflage so klein war. Wenn dann noch der Chefredakteur zugeben muss, die Zielgruppe völlig falsch eingeschätzt zu haben - "Harter Nachrichtenstoff wird stärker nachgefragt, als wir am Anfang gedacht haben." - dann sollte man eigentlich so konsequent sein und den Laden zumachen. Das wird nichts mehr, Freunde.

Soviel also zu News Frankfurt, iPod-Generation, billigem Blogcontent und überhaupt the World according to Klaus Madzia, der nur noch hoffen kann, dass das Zitat vom langen Atem des Hamdelsblatt-Geschäftdführer in 3 Monaten nicht ebenso Angeberei ist, wie es die Protzerei zu Beginn des Täbloiz war.

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Das klassische Vor-CeBit-Sterben

Es ist immer das gleiche. Jedes Jahr vor der CeBit geht einigen nochmal schnell das Lebenslicht aus, die eigentlich ganz gross auftreten wollte. Jetzt hat es mit ECS mal wieder ein grosses Systemhaus derbröselt (hat da wer Taskarena gesagt?), mit nicht ganz kleinen 10 Millionen Schulden. Ja, so ist das, wenn es kein VC mehr zu verbrennen gibt: Dann verbrennt man eben das Geld von der Bank.

Da steckt ein System dahinter - und das sagt: 120 Punkte für den Don.

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Insomnia

Insomnia.Blogger.de ist eine colaboratives Nachtbar für alle Schlaflosen, die Nachts auf Blogger.de noch unterwegs sind und schreiben und kommunizieren wollen.

Es richtet sich besonders an die Nachtarbeiter und Durchnmacher, die eine Folge der veränderten Arbeitswelt sind, aber auch an Spätheimkehrer, Einsame, Ruhelose und Leute, die aus dem einem oder anderem Grund nicht schlafen können, ein wenig Conversation brauchen oder sich vielleicht doch noch imm Real Life verabreden wollen. Natürlich darf auch nackt auf den virtuellen Tischen getanzt werden, wenn es gewünscht wird.

Das Besondere ist: Insomnia wird wie eine Nachtbar nur in der Nacht geöffnet sein - allerdings ist es dann gut möglich, dort noch Leute zu treffen, wenn andernorts in Kleinbloggersdorf bereits die Bürgersteige hochgeklappt sind.

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Montag, 28. Februar 2005

Warum PR-Leute NIE texten sollten

Von hier: "Wir heißen sugar in the morning, weil PR-Arbeit für uns ein "Dinner for one" ist: Kontinuität, individuelle Ansprache und das Versprechen, das Beste zu geben...immer wieder auf´s Neue!"

Aha. Angenehm. Diesen PR-Zucker muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Was nun? Sugar oder Dinner? Morgen oder Abend? Und wer stolpert hier vollbesoffen dauernd über das Tigerfell?

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Jamba- M-TV News: Berlin liebt Dich

wenn Du nicht das Pech hast, zu den 120 Mitarbeiter gehören, die von MTV bei Viva gefeuert werden, oder zu den 90, deren verträge von MTV bei Viva nicht verlängert werden - früher hätte man gesagt, MTV vernichtet 210 Arbeitsplätze, aber das gilt so verdammt unschick. Muik TV wird demnächst von Berlin aus gemacht, in strategisch günstiger Nähe zum Hauptgeldgeber/Sponsor/De-facto-Chefkunde Jamba.

Die überlebenden 390 Mitarbeiter dürfen sich also von Berlin geliebt fühlen. Hier warten schon alle auf Entertainment in der Glotze.



Schliesslich ist die Realität vor den Fenstern genauso beschissen wie dieser Abend für die 210 Opfer. Die nur noch wenige Freunde haben werden, und weder Abonnenten noch Zuschauer. Berlin liebt Dich nicht, und Köln kann Dich eigentlich auch nicht brauchen.

::::::::::: <- Hauptsache 20 Punkte. Rest ist egal. Ein paar Jamba-Helfer weniger, die auch noch zu feige waren, einen kleinen Aufstand für sich und ihre Fans im Sender zu machen. So ist sie, die Jugendkultur 2005. Wahrscheinlich wischen sie zum Abschied auch noch die Tastaturen sauber.

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He Ihr armen Jamba-Loser!

Ich, Don Alphonso, sage es frei heraus: Ich habe tausende von Feinden in der New Econmomy, das ist auch geil so, aber ich habe 260 Abonnenten - und keinen einzigen habe ich verarscht.

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Warum Verisgn bzw. Jamba Six Apart und Livejournal kaufen wird

Klingt unglaubwürdig? Was bitte sollen die Rattendesigner und Quengeltonerfinder mit einer Blogfirma anfangen? Noch dazu mit einer Firma, deren Struktur durch das Zusammengehen zweier so unterschiedlicher Firmen wie dem Prenium-Class-Hoster Six Apart, Teenies Liebling Livejournal und dem französischem Ublog alles andere als harmonisch ist? Internet-Blog und Handy-Multimedia? Wo doch, wie im ersten Teil ausgeführt, die Lage für Six Apart nicht rosig ist?

Zugegeben, auf den ersten Blick spricht ganz wenig dafür. Blogs enthalten Texte von Nutzern, Jamba verdient Geld durch die von ihnen vertriebenen Multimedia-Anhalte. Blogger sind im Internet, und wer blogt, telefoniert in diesem Moment nicht. Zum Bloggen taugt das Handy wegen der miserablen Tastatur kaum, und dabei braucht man weder Töne noch Logos. Und ganz allgemein traut man als Philantrop den aufgeklärten Bloggern eher nicht zu, hirnlose Konsumdeppen zu sein, die sich an fickenden Krokodilen oder ähnlichem aufgeilen können - jaha, denkste, schon mal bei 20six und myblog quergelesen?

Und das ist der Punkt,

an dem Jamba ins Spiel kommt. Überraschenderweise genau dort, wo man die Nervtöter nicht erwarten würde: Bei den vielen Millionen Blogs in den USA, die von Teenagern betrieben werden, und die nur eine Handvoll Leser haben. Diese, übernehmen wir mal die US-Bezeichnung, C-List-Blogger gelten allgemein als unbedeutend. Sie haben keine Reichweite, keinen Einfluss, und ausserhalb ihres engsten Umfelds auch keinerlei Bedeutung. Es ist ganz hartes Brot, aus diesen winzigen Zirkeln und Grüppchen ein Geschäftsmodell zu entwickeln, denn eigentlich sind das nur ein paar Teenager, die zusammenstehen und quatschen. Für Blog und Business stehen bislang eher die "Nanopublisher" Gawker und Weblogs, Inc. mit ihren wenigen, grossen Blogs für Nischenmärkte. Alles weitere an der Blogbar; nehmt Euch ein Bier, es wird etwas komplex, aber es lohnt sich, hoffe ich

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Es gibt manche, die verrecken.

Und das sehe ich wirklich gern. Im Ernst, es macht mir Spass, mir die Verzweiflung eines Vorstandes vorzustellen, der sich schon seit Monaten nicht mehr um die Finanzen gekümmert hat und dann plötzlich mit geplatzten Überweisungen konfrontiert wird. Aber wir haben doch noch ... Da muss doch noch was sein ... Das kann doch nicht ... Wenn sie dann zum Amtsgericht gehen, aber es noch nicht mal ihren Kunden und Partnern mitteilen, die dadurch ebenfalls geschädigt werden, dann ist eine hämische Veröffentlichung der Nummer beim Amtsgericht hier oft eine ausgleichende Gerechtigkeit - und man ist immer wieder überrascht, wieviele Suchanfragen selbst bei kleinen Klitschen dann in den nächsten Tagen kommen.

Es gibt aber auch welche, denen man final den Respekt nicht versagen kann. Da steht man stumm daneben und denkt sich: Ihr wart sicher mal ein witziger Laden, keine Frage.

Ciao, iConnect. Die 120 Punkte gehen an die Informantin.

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Sonntag, 27. Februar 2005

the morning after

Nach bitterkalter, sternenklarer Nacht kommt dieses Wetter gleich nochmal so gut.



Manchmal scheint auch die Sonne, um die Übermütigen schnell rauszulocken und ihnen eine Extraportion Kälte zu verpassen. Wenn nicht gerade der Schnee peitscht, sieht man die schneidenden drei Windstärken nicht.

Das Tor wird restauriert und ist mit Werbung eines Handyherstellers überzogen. Dankenswerterweise hat man das junge, erfolgreich aussehende Grinsepack inzwischen entfernt; nicht aus Einsicht, sondern weil die Kampagne durch ist, man das Ding aber noch in, wie es so schön heisst, public private partnership sponsort. Rechts davon hebt sich das Headquarter eines Autobauers in den grauen Himmel; das Gebäude ist neu, doch die Strassen und Gehwege sind typischer Berliner Kaputtstandard, der allenfalls zum Kauf eines Geländewagens anregt. Die Brache hinter dem Gebäude passt dann auch weitaus besser zur Umgebung.

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Was? 0.14 Uhr und immer noch 10 Leute hier?

Wartet Ihr noch auf was? Bilder vielleicht von der Party beim Spreeblick-Johnny?

na gut... kommt gleich. Anfahrt:



So, bitte hier drücken...
(Ist noch in der Mache...) Ist fertig.

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Samstag, 26. Februar 2005

Real Life Winter 2004 - Unter die Erde bringen

Vorbemerkung: Vor kurzem sagte jemand, manche meiner Texte wären erbarmunnglos; namentlich die Serie der "Skalpe meiner Feinde". Ich glaube das eher nicht; erbarmungslos ist etwas anderes. Damals dachte ich schon daran, den jetzt folgenden Text zu schreiben, und nach etwas Nachdenken habe ich es auch getan, weil... keine Ahnung. Weil ich will, vielleicht. Erbarmen ... bei diesem Wort fällt mir nur Baudelaire ein; "Satan meines Elends Dich erbarme". Im juristischen Zweifelsfall ist der Text nur Literatur und hat keinerlei Ähnlichkeiten mit lebenden oder ganz besonders toten Personen.

Über die schneebedeckten Hügel Thüringens hinunter nach Bayern, zügig über die Autobahn nach München. Bei Bayreuth wurde es heller, kurz vor Nürnberg glitzerte die Sonne auf dem Schnee, und in München war dieser typische, strahlend blaue Himmel, auch über dem Friedhof. Ich kam bewusst zu spät, denn Kirche ist absolut nicht mein Ding, und in diesem Fall erst recht nicht. Trauergottesdienst. Von wegen. Innerlich war ich im Freudenteufelstaumel. Die Sau war endlich, schnell und unverhofft von uns gegangen, dahin, wo keine Sau mehr zurück kommt. Final Business Solution.

Die Sau hatte davor alles überstanden. Strafanzeigen, anonym und direkt, Hausdurchsuchungen, Firmencrahs mit seltsam leeren Kassen, Schulden, vollkommen egal. Es gab immer jemand, den er um Hilfe fragen konnte, der ihm was Neues zuschob, wo er sich sofort mit der alten Grosskotzigkeit daranmachte, für minimalen Gewinn maximalen Schaden anzurichten. Die Anzahl seiner Verantwortungsposten stand im umgekehrten Verhältnis zu dem, was man landläufig als Verantwortungsgefühl bezeichnet.

Er hatte sich auch irgendwie aus dem Schlamassel befreit, in das er sich während der New Economy verstrickt hatte. Keine Ahnung, warum die Typen, die ihm Geld gegeben hatten, ihn so selten vor den Kadi zerrten. Wahrscheinlich war an dem Geld auch einiges krumm, aber das war damals allen wurscht. Er wurde mir während eines Empfangs vorgestellt, den eine aufgedonnerte Matchmakerin für tumbe Geldsäcke und Schweine wie ihn und Staffage wie mich organisiert hatte. Es war in der Frühzeit der New Economy, die meisten Börsengänge am neuen Markt standen damals noch bevor, aber er entwarf damals schon seine Visionen, die für den billigen Steuertrickser ohne 2. Staatsexamen, der er wirklich war, enorm engagiert klangen.

Wir trafen immer wieder mal aufeinander, aber weitaus öfters hörte ich von ihm. Man hat viel über ihn gesprochen, alles sehr positiv. da war einer, der es machte und konnte. Ich würde diese Sau doch kennen, ob ich sie ihnen mal vorstellen könnte, wollten ein paar Freunde wissen. Ich tat es nie.

Die Jahre rasten durch das Land der Munich Area, und 2001 war ich wieder auf seinem Radar, als er plante, durch den Niedergang als erster den ganz grossen Deal zu machen. Das war kurz nach einer grösseren Krise, die er nur überstanden hatte, weil sich das Gericht bei der Beschlagnahme seiner Rechner und der Prozessvorbereitung selten dämlich angestellt hatte, wie es die einschlägigen Kreise kolportierten. Er wollte nicht viel von mir, nur ein paar Namen von Leuten, die in einem Netzwerk durch ihren luxuriösen Lebenswandel in die Krise geraten waren und ihm für ein paar Lappen vielleicht helfen könnten, ein paar lukrative Stories zu machen. Er stellte mir vage in Aussicht, dass er mir dann dabei auch eine Rolle in seinem neuen Netzwerk geben könnte, wenn ich denn...

Ich habe abgesagt, im Gegensatz zu ein paar anderen. Es war letztlich egal, denn bei der Implosion der Märkte auf ihren realen Umfang gab es da nichts, was irgendwie verwertbar gewesen wäre, und so blieben nur ein Dutzend seiner Leute auf der Strecke, die es ohnehin erwischt hätte, wie er 2002 ausführte. Dass bei denen die Steuerfahndung ohne seine tollen Ideen wohl eher nicht aufgekreuzt wäre, um 5 Uhr Morgens, dass sie vielleicht halbwegs anständig aus der Sache rausgekommen wären, sagte er nicht. Seiner Peer Group war das auch egal, denn damals ging es längst schon um das neue Thema Basel-II, und da brauchte man Anpacker wie ihn.

Zu dumm, dass er dann nach kurzer, schwerer Krankheit verreckte. Zumindest hiess es das offiziell; was genau es war, hat mir niemand sagen können. Vielleicht die Drogen, Selbstmord eher nicht, dafür ar er nicht der Typ, vielleicht war er auch wirklich körperlich so krank wie im Kopf, keine Ahnung, aber als der Anruf kam, dass er, der angeblich mit mir befreundet war, endlich tot war, war es mir vollkommen egal. Hauptsache tot, vielleicht noch etwas Leiden vorher, zur Abrundung, wäre auch ok.

Ich schloss mich dem Zug ganz hinten an, da, wo noch andere gelackte Typen in Berateranzügen und zu dünnen Kurzmänteln liefen. Sauber rasiert, gefasst, ohne echte Anteilnahme, aber auch nicht beglückt wie ich. Die meisten machten sich ziemlich Sorgen um die Wasserflecken auf ihren Schuhen, denn das Grab war in einem Seitenweg, und überall lag feuchter Matsch. Da standen wir, vorne erzählte ein frierender Pfaffe etwas von Verantwortung für die Wirtschaft und die Entwicklung dieses Landes, und dann war da noch ein Verbandsheini, der die Verdienste der Sau im Pitchtempo herunterratterte.

Ich war einer der letzten, die Erde auf den Sarg warfen. Ich hätte genauso gut spucken können, die Schaufel hätte auch weitaus grösser sein dürfen, da packt man doch gerne mit an. Er war da unten und wird es auch bleiben, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das ist verdammt gut so.

Seine Frau, Lebensgefährtin oder was auch immer, die daneben stand, sah ich nicht an. Nicht nötig. Solche Schweine finden immer die passenden Frauen, es gibt so viele davon, totaler escadabekleideter Überschuss in der Munich Area, man schlägt sich in diesen Kreisen um solche Typen. Vielleicht war sie sogar dumm genug, das Erbe anzutreten; nach dem, was ich weiss, eine ziemlich riskante Entscheidung. Egal.

Ich stapfte durch den Friedhof zurück und grinste. Vermutlich haben die, die mich sahen gedacht, das ist auch einer von denen, die dieses absurde Bedürfnis haben, bei Beerdigungen zu lachen; ein Ausdruck des übergrossen Schmerzes, oder so. Nix da. Er war tot, und das ist ok so. Alles roger. Wir sehen uns, winkte ich am Auto einem flüchtigen Bekannten aus einer Promikanzlei zu.

In der Hölle, später einmal, dachte ich, und donnerte b2b, back to Berlin.

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