: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Samstag, 15. Oktober 2005

Real Life 14.10.05 - Und das geht einfach so ins Netz?

will Iris wissen. Und das lesen dann die Leute? Und warum? Aus Langeweile, Überdruss, weil sie den Charakter irgendwo lustig finden, weil ich Geschichten erzähle, weil es Kommunikation ist, sagst du, und sehen würde sie es schon gern, nachdem das Konzert heute in einer bitterkalten Kirche und eher mässig war. Etwas grosse, weite Netzwelt nach der Enge des hiesigen Kulturbetriebs.

Du machst also ein Photo - von dir natürlich, für diesen Zweck, schnibbelst es zusammen als Impression des nächtlichen Bloggens - viola:



So einfach? fragt sie. So einfach. Aber warum machst Du das? Puh...

Später. Nachher. Beim Essen. Wenn ihr euch beeilt, bekommt ihr noch was in der Casa Rustica, bevor der Maestro die Küche schliesst. Zumindest eine Spitzenleistung kultureller Art sollte der Abend haben. Und... abschicken.

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Statt der Spon-Hetze

im Fall der durchsuchten, mit ihnen gut befreundeten Postille Cicero, hier mal ein etwas nachdenklicher Artikel über das Problem und allgemein die Pressefreiheit in der Netzeitung. Da könnte das führende deutsche Krawall-Online-Medium noch was lernen.

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System of a Dom

Es gibt hier so ein paar Vormittage, von Oktober bis April, vielleicht 100, an denen so ziemlich jede Vorstellung der Schwarzen Romantik über diese Stadt zutrifft. Wenn der Nebel aus den Flussniederungen aufsteigt und alles in sich einhüllt



Erträglich für die, die weit oben wohnen und das Licht erahnen. Aber unten in der Suppe kann man die ganze Schlechtigkeit und Dummheit der Stadt fast mit Händen greifen, denn der Nebel wirft die Begrenztheit der Menschen auf sie zurück. Keine Horizonte, nur Enge.

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Tritt in die Eier

Ups, meine Kollegen mögen den Literaturnobelpreisträger nicht. Zumindest die meisten. Pinter und ganz besonders seine Herkunft ist etwas, mit dem die Cordanzugträger aus den Fäuletons nicht können. Und mutmasslich ein grosser Teil der Leserschaft auch nicht, dessen Weltsicht sie jeden Tag mit neuen Hirnficks vollspritzen. Der Clash der sich besser wähnenden Familien mit Thatchers Verlierern und all den unschönen Begleiterscheinungen der Realpolitik it nicht so ihr Ding. Keine Hochkultur, vielleicht sogar - Unterhaltung, pfui.

Und da ist noch was. Zwischen dem Literaturnobelpreisträger Pinter und ihrem absoluten Lieblingshassobjekt, dem Nicht-Friedensnobelpreisträger Schröder gibt es zu viele Parallelel. Dieser unfeine Populismus zum Beispiel, mit dem Pinter auch jenseits des heissgeliebten, blutarmen Subvebtionstheaters ankommt. Die Ehrlichkeit, was die eigene Herkunft angeht. Fäuletonisten sind in der Regel krankhaft darauf bedacht, ihren Lebenslauf zu frisieren, von der jüdischen Grossmutter über den angeheirateten Ostelbieradel mit Waffen-SS-Erfahrung bis zum möglichen Fickverhältnis des Urururopas mit Cosima ist da so ziemlich alles zu finden. Schliesslich wollen sie dazugehören, zur Zielgruppe, die solche Lügen schon etwas länger perfektioniert hat. Pinter und Schröder passen da gar nicht. Und dann ist Pinter noch nicht mal diese Popkultur, an die man die Volontäre ranlässt.

Das stinkende, verfaulte Kadaver des Fäuletons, das ohne Zuschüsse der Sport- und Wirtschaftsteile keine Seite mehr in der heutigen Tagespresse hätte, zuckt parfümiert in Abscheu vor dem Schweiss, dem Blut, dem Sperma der Pinterschen Theaterstücke. Nennt ihn demode, weil er sozialen Anspruch hat. Und auf Ehrungen der Königin, der Königin! DER KÖNIGIN! pfeift, bei der sie alles drum geben würden, 40 Seiten Sonderbericht, wenn sie nur mal die georgianischen Spucknäpfe von Buckingham ausschlürfen dürften.

Na dann Prost. God save Pinter.

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Donnerstag, 13. Oktober 2005

Livebloggen von den Medientagen

Mal ne Frage: Soll ich ein Notebook mitnehmen und was vom Podium der Medientage runterbloggen?

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Sehr zu empfehlen - Update

Und wie geht es deiner Wohnung, fragte die, die dieses Jahr wahrscheinlich doch nicht mehr zu Besuch kommt, trotz stürmischer Einladungen. Komm doch vorbei, sagte ich, aber sie verwies auf die Verpflichtungen, die anderen Aufgaben und Besuche, und dann will auch noch ihr Freund sein Recht, und deshalb, naja, wohl eher nicht. Und es ist wirklich weit, 550 Kilometer. Aber ein Bild würde sie schon interessieren, wie es jetzt aussieht. Na gut -



die Wandbespannung ist noch immer nicht gemacht, aber jeden Morgen gibt es einen Moment, zu dem die Sonne ganz schräg durch das Fenster fällt und das Bernadotte-Porzellan in hellstem Weiss erstrahlen lässt. Einen Sonnenspiegel habe ich mir nachgekauft, nachdem der letzte, den ich in Berlin gefunden hatte... das war so:

"Alles Gute zum Geburtstag, kleine Schwester!"
Raschelraschel "Was ist das?"
"Das ist ein böhmisches Biedermeierglas mit Diamantschnitt und massiver Goldfassung."
"Nö, glaub ich nicht, das ist sicher nicht echt. Und ich will den Sonnenspiegel haben, das weisst du."

Nun, jedenfalls habe ich jetzt einen neuen, noch Schöneren gefunden, nachdem sie mich dann, als sie den alten Spiegel bekommen hatte, aufgeklärt hatte, wie furchtbar die gerade en Vogue sind und überhaupt in je-dem Haus hängen, das die Interieur International, ihre Bibel, abbildet.

Noch immer nicht fertig, die Buchregale fehlen auch noch. Aber es gefällt mir im Moment so halbfertig.
da wo die kamera ist sitze ich gerade genau jetzt

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Real Life 11.10.05 - Nicht globalisierte Landpartie

Über lange, gerade Strassen geht es nach Süden, hinweg über das alte Moor, das, entwässert und trockengelegt, zu einer Boomregion wurde. "Wir stellen ein", steht auf hohen Betonsäulen neben der Strasse, und leichter, silbriger Dunst flirrt im gleissenden Spätsommerlicht, da geht das Leben auch ohne Arbeit, da könntetst du auch in einem Cafe mit ihr sitzen und inhaltslose Artigkeiten austauschen, wie es das Ritual verlangt.

Aber so fliegt der Wagen nach Süden, vorbei an Kiesgruben und kleinen Wäldern, die die Eintönigkeit der üppig wuchernden Ebene durchbrechen, zum Rand des Tales in ein ehemals kleines Dorf, das, umgeben von Neubaugürteln, schon nicht mehr weiss, ob es nun Speckgürtel der Provinzstadt oder der Munich Area sein soll. Geschmackvoll ist es nicht, auch wenn sie fasziniert bei einem Garten mit einer übervölkerten Gartenzwergburg aus dem Fenster sieht. Hauptsache bunt, und bunt ist auch der Grund, warum du hier bist.

Denn vor ein paar Wochen ging sie mit ihrem Herrn Papa für die grosse Reise einkaufen, und sie nahm das nagelneue Notebook in Mint. Sie mag es bunt. Das Notebook in Mint ist unfassbar dünn, elegant, mit allen Finessen ausgestattet, und lässt einen Thinkpad wie ein Urtier aus dem Pleistozän aussehen. Da, wo es herkommt, ist es wahrscheinlich nur ein weiterer Klecks in einer schreiend bunten Warenwelt voller Hello-Kitty-USB-Gadgets und TV-Kühlschränken und Videohandies, hier bei uns jedoch...

Hat es zuerst mal einen Mainboardschaden, und ist am Montag morgen beim Einschalten mindestens so tot wie elegant. Nicht dass du viel Ahnung davon hast, aber als sie dann bei dir klingelte und fragte, ob du, der du immerhin das WLAN gebracht hast, es dir mal anschauen kannst, war diese Tatsache nach ein paar Minuten offensichtlich. Es dauerte dann aber zwei Stunden, bis klar wurde, dass das nächste Ersatzteil auf der anderen Seite der Erde ist. Das Notebook gibt es nur in Japan. Was nicht wirklich schön ist, wenn man in Deutschland täglich damit arbeiten muss.

Das nennen die Angstmacher und ökonomischen Staatsterroristen dann Globalisierung, ja von wegen. Die Globalisierung endet gleich hinter dem Prozessor auf dem Sockel. Vielleicht sollten wir solches Pack nicht mehr selber in der Uckermark bauen, sondern auch in der Japan only Version importieren, und dann nach dem Mainboardschaden wegschmeissen. Vielleicht gibt es die dann auch in Mint statt nur in Aprigoat mit Transpirationsbug, das ohne Photoshop noch nicht mal markttauglich ist. Und das jetzt gerade ein Amt zugesprochen bekommt, aber das spielt gerade keine Rolle, denn du wärst ein schlechter Gastgeber, wenn du ihr bei diesem Problem nicht helfen würdest.

Langsam, ganz langsam hast du zu verstehen gelernt, dass sie nicht nein sagt, noch nicht mal nein danke, sondern nur lächelnd ja, und die feine Nuancierung des ja letztlich erklärt, ob es ein nein ist. Du würdest dir wünschen, dass sie noch ein klein wenig mehr Regung auf deine Vorschläge hin zeigen würde. Aber das wäre unhöflich. Vermutlich denkt sie sich, der blöde Trottel, ich hampel mir hier einen ab, führe mich auf wie der letzte Bauer, nur damit dieses Rindvieh mit der langen Nase endlich kapiert, was ich will, ohne dass hier jemand das Gesicht verliert.

Und während im Slum Berlin Münte das Aprigoat historisch als CDU-Chefin einsortiert, wird hier klar, dass ihr ein geliehenes Notebook nicht ausreicht. Sie will selbst eines haben, nur sollte es nicht allzu teuer sein, es ist ja nur für die verbleibenden vier Monate. Sagt sie nicht. Aber als du es so vorschlägst und dich anheischig machst, ihr bei der Beschaffung eines soliden, günstigen Rechners behilflich zu sein, ist sie unerwartet schnell bereit, dazu ein ja zu sagen, das nach ihren Massstäben sicher grauenvoll offensiv ist.

Und so fährst du dank der misslungenene Globalisierung mit ihr über das Moor, fernab aller Tagesaktualität, und bist eigentlich ganz froh, nichts zu sehen als ihr ewig gleiches, nichtssagendes und inhaltsleeres Lächeln, denn verkniffene Fressen wird es jetzt viel zu oft geben. Später dann, im Laden, der angebaut ist an ein Einfamilienhaus in diesem Dorf, das nicht hässlich und nicht schön ist, gibt es Notebooks nur in IBM-Schwarz und Dell-Dunkelblau, da kann sie eigentlich nichts falsch machen.

Und du lächelst nur freundlich, als sie den einen T20 nimmt, also genau den, den du ihr vorhin leihweise angeboten hast.

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Mittwoch, 12. Oktober 2005

Danke.

Mit Hilfe der kleinen Umfrage bin ich jetzt etwas schlauer als vorhher, was die hier lesenden Horden angeht. Zumindest die, die hier nicht über das Suchwort F*cken hier reinkommen - und das sind inzwischen mehr, als mit gefällt. Mal ehrlich, wie miserabel sind heute eigentlich die Suma-Spammer, ich dachte, dieses Bizz hätte die besten Leute...

Wenn ich das richtig verstanden habe, findet der normale Leser hier das Kantige, das Ungeschliffene und das Widersprüchliche gut, das Böse sowieso und den Egotripp zumindest verzeihbar. Ziemlich viele verwechseln das Ego des Don mit dem Ego der Person dahinter, die nicht so ist, aber, und das darf ich an dieser Stelle verraten, draussen dann oft auf Don geeicht wahrgenommen wird. Was lästig sein kann, wenn es um einen Abend geht, aber wenn man sich näher kennenlernt, verschwindet der Don in einer Ecke. Ach so, und Selbstreferenzielles wird auch geschätzt.

Womit ich gewisse Probleme habe, ist die Authentizität. Denn authentisch kann qua Don Alphonso hier nichts sein. Entweder man ist authentisch, oder man ist Literatur - Don Alphonso ist zweiteres. Nennen wir es also lieber "direkt", direkt kann man auch literarisch sein. Authentisch ist nur das Danke, das ich hiermit den vielen Kommentatoren mitteilen möchte.

unachher trete ich den puppen in den sack, einfach so, genug nett gewesen, jetzt ist wieder zeit für krieg. und auf den medientgen erst, da brennt die luft, garantiert.

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Dirt Picture Contest - wacklige Stühle

Günstig sollten sie sein, praktisch und dauerhaft, als sie in den 20er Jahren am Bauhaus entworfen wurden. Aber wie so oft verkommt die gute Idee im Ansturm der davon ausgelösten Vulgärmoderne, und so wird die elegante Form noch schnell zum Gartenmöbel umfunktioniert, bis dann irgendwann der Container kommt. Und der kaputte Kühlschrank, von dem so viele Kollegen die Strassen des Slums Berlin bevölkern, gibt hier den Tisch, dessen Stabilität weitaus besser ist als die verrosteten Sitzmöbel. Warum man sich aber in dieses gewesenen Garten, diese Microwüstenei im nördlichen Prenzlauer Berg setzen sollte, bleibt unbekannt - vielleicht haben sie einfach nichts anderes und wissen nicht, dass es auch anders geht. Zum Glück steht davor eine Werbetafel, so dass man von der schmutzigen Strasse aus kaum etwas sieht.



Doch so marode dieses Bild sein mag, es steht nicht aus purer Bosheit hier. Nein, es versinnbildlicht viele Stühle im Berliner Verlag, in dessen Zeitungsredaktionen unter den Hintern ein Knirschen zu vernehmen sein dürfte. Denn 3i kommt, an ihren VC-Händen klebt noch viel New Economy Blut, und wo 3i war, wächst ähnlich viel Gras wie in obigem Garten, und bei der Profitmaximierung haben sie originelle Spareinfälle, gegen die ein zweitverwendeter Kühlschrank reinste Verschwendung ist.

Und trotzdem werden sie versuchen, dort sitzen zu bleiben - es gibt ja nichts anderes in diesem Slum. Und bunte Werbebotschaften des gekauften Verlages werden die Hässlichkeit dahinter trefflich verbergen. Berlin eben.

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Ach Du Schande - Merkel ist ein Clone!

Und jetzt wollen sie die Welt übernehmen! Dieses Exemplar hier ist jetzt in den USA unter der Bezeichnung "Harriet Miers" aufgetaucht und wird von ihrem guten Bekannten Bush gerade in den obersten Gerichtshof verfrachtet - siehe den Ausriss von CNN.



Was wird Bush dann erst mit dem Modell "Merkel" machen? Wo sind die Men in Black, wenn man sie braucht? Hier laufen passend gerade Nouvelle Vague mit dem Dead Kennedys-Cover "Too drunk to fuck" - well, it seems we´re fucked.

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Mittwoch, 12. Oktober 2005

Reality Check im Herbst 05

Er sagt, seine Agentur betreut eine Firma im Blog-Business. Die Firma bezeichnet ihn ganz weit unten im Impressum als freien Mitarbeiter.

Ein anderer schreibt, der eine Job ist beendet, aber der andere hat noch nicht angefangen. Man könnte auch sagen, dass er mittelfristig keine Arbeit gefunden hat. Er findet die FDP toll.

Und dann ist da noch einer, der sich jetzt grosse Hoffnungen auf viel Geld macht. Zu dumm, dass seine Projekte noch immer genauso schlecht laufen wie die letzen drei Jahre, und viele Bessere an ihm vorbeigezogen sind.

Zum Schluss kam gerade eine Spammail rein, von einem, der sich gründlich vertan hat. Zum einem habe ich gar kein Konto bei der Postbank - und eine Absenderin namens "Hooker" ist nicht wirklich typisch für die Zentralen deutscher oder sonstiger Geldinstitute.

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Referrer sprechen für sich selbst.


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Kleiner Nachmittagszynismus für Lem.

Der Elitestudent mit dem englischen Wall Street Journal Europe in der hinteren Hosentasche, genau so, dass man den Titel lesen kann. Wie eine Pfauenfeder über dem später, an Spitzenposition angekommenen, sicher häufig bekrochenen Arsch schwankend. Subscription 440 bucks anal annually. Noch nicht 25, aber schon ganz lässig das Richtige lesend. Cool. So durch die Stadt laufend. Der Macher, in 10 Jahren wird er oben sein, ganz easy, Mann, er und sein WSJ, das er sich einfach mal so leistet, weil Handelsblatt, das ist ja nur was für Mittelständler, er tickt international, internärschionäl, bitte englisch aussprechen. Globalisation rulez, man. WSJ, that´s the real deal, das muss man den Zurückgebliebenen hier mal zeigen.

Weiss ja keiner, dass die das Schmarrnblatt an der Uni für die young Leaders of Tomorrow jeden Tag geschenkt bekommen.

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Wahl der Waffen

Manche wie Beyond haben schon furchtbar Angst. Andere wie das Wortschnittchen wollen entblösste Oberkörper sehen. Burnston muss sich auf Zwischenrufe aus dem Publikum einstellen. Modeste hadert mit der Frage, ob sie Perlen tragen soll. Und ich mache die Technik bei einer Lesung, die lustig zu werden verspricht - aber wie wird man dem allen gerecht? Mit einem Griff in Don Alphonsos Tontechnikarsenal:



Bei diesem Mikrophon hat die Mikrophonangst von Beyond jede gefühlte Berechtigung. Wenn das Wortschnittchen dieses Mikrophon umsäuselt, fliegen verschwitzte Unterhemden auf die Bühne. Wenn es dunkel ist, kann Burnston damit seine Gegner im Schach halten. Und es ist ein Vintage Pearl CR-55 in silberperlgrau, also perfekt passend zu Modestes Perlen und einem Abendkleid, von dem ich weiss, dass sie es hat.

Und Ihr bekommt damit den perfekten Ton am 19.10. im "Lass und Freunde bleiben".

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Warum lest Ihr das hier?

Ich hatte vorgestern Abend ein langes Gespräch über das Bloggen allgemein und ein paar Worte über dieses Blog hier im Speziellen. Unter anderem die Frage, warum man sowas liest. Ich weiss, warum ich das hier schreibe, aber ich lese es nicht. Ich kraudere nie in alten Texten, und wenn ich nicht der Autor wäre, wäre mir dieses Blog vermutlich ziemlich wurscht. Blogs, die ich selber gern lese, sehen ganz anders aus als Rebellen ohne Markt. Den "Erfolg" bei Traffic und Verlinkung verstehe ich ohnehin nicht so ganz.

Nun muss ich am 24. Oktober auf die Medientage, und erfahrungsgemäss wird die Frage kommen, warum Leute Blogs lesen - und warum meines gelesen und kommentiert wird. Bei den anderen geladenen Blogs sind die Ursachen für Erfolg und Versagen klar und thematisch bedingt, aber das hier hat kein Thema, es ist einfach ein Haufen zufälliger Text, wie es grade so kommt und mir Spass macht. Ich kümmere mich nicht um Regeln oder meinen Ruf, es ist mir egal, was andere von mir denken, wenn ich zuhau, hau ich zu, und höflich bin ich auch nicht. Will sagen, unsortiertes Allerlei eines rabiaten Textraushauers ohne besonderes Privatleben ist genau das, was laut klassischer Vorstellung von Medien keinen "Erfolg" haben kann. Sehe ich übrigens auch so.

An der Stelle kommt ihr ins Spiel. Erzählt mal. Warum kommt ihr hierher. Ein Drittel kommt durch Google, Cyberslacking, Feindbeobachtung oder Trollerei, aber die anderen scheinen ja tatsächlich so ihre Gründe zu haben, warum sie mehr oder regelmässig vorbeikommen. Was bringt Euch hierher, was lässt Euch wiederkommen. Ihr könnt das kommentieren, und wenn ihr kein Login habt oder es unter Eurem normalen Nick nicht tun wollt, ist hier eines, das jeder benutzen kann:

Name: potniatheron, Login: artemis - damit ich das bei den Medientagen schlüssig erklären kann. Merci.

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Montag, 10. Oktober 2005

Wenn ich sehe,

wie manche den neoliberalen Dunst- und Gestankskreisen zuzuordnende Kollegencretins jetzt abkotzen und sogar blöd genug sind, per Mail das Verfassen von Tendenztexten für baldige Neuwahlen zu erbitten, muss man wohl davon ausgehen, dass das Ergebnis inclusive der zu schluckenden Kröten, die auch kein Photoshop verschönern kann, irgendwie gut ist. Oder zumindest: Schlecht für die anderen, was auch schon was ist. Und wahrscheinlich nicht allzu langfristig. 2 Jahre, höchstens.

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Real Life 10.10.05 - Liebe, Tod und Teufel

Vielleicht stimmt es, was man andernorts denkt. Vielleicht musste das alles wirklich hier geschehen, und die Moderne, die sich nur zufällig hier eingefunden hat, ist nicht mehr als ein Nebelschleier über dem alten Grauen, das hier herrscht und nur an Vormittagen wie diesem sichtbar wird, zumal für dich, der du sonst nie früh aufstehst und nur heute schon vor 8 Uhr durch die feuchte Luft gehst, weil du nach wirren Träumen von japanischen Geisternachtmahlen inmitten von nichtssagenden Toten, angezogen auf dem Bett liegend die Gelegenheit versäumt hast, das Auto noch in der Nacht umzuparken. Jetzt musste es schnell weg, bevor alte, ranzlige Merkelhomunculi oder ihre männlichen Pendants mit Spitzbart Strafzettel verteilen, die dich von der Windschutzscheibe höhnisch anlachen: Du hast dich nicht an die Regeln gehalten, wie immer, also musst du zahlen. Oder so früh am Morgen durch den Nebel in den Gassen eilen.



Unter dem Besen der Strassenkehrer raschelt das Laub wie die Erinnerung an das Geflüster einen fernen Liebesnacht, irgendwann vor langer Zeit hoch oben unter den Dächern, von denen nichts geblieben ist als manchml die falsche, eingebildete Ahnung eins Geruches, der kurz, viel zu kurz haften blieb und dessen Substanz kaum mehr zu erahnen ist, alles verschwunden im Nebel des Vergessens, der so dick und undurchdringlich wäre wie das verschimmelte Weiss, das sich vor den Toren der Stadt hinunter zu den Niederungen ausbreitet, wäre da nicht Nächtens ein helles Lachen gewesen, das alle Wunden wieder aufreisst, und den Geschmack wieder auf die Lippen zaubert, der Geschmack später Erfüllung nach den immer gleichen, nie wieder gut zu machenden Fehlern.

Und so treibst du durch das frühe Grau des Tages über das alte Kopfsteinpflaster, den Dom entlang zur Bäckerei, um die Süssigkeit des Lebens zu kaufen. Vor dir sind, auf den ersten Blick an ihren Käppis amerikanischer Hochschulen erkennbar, frische, blonde, noch rosige Studenten der hiesigen Elitenzuchtanstalt, die mit ihrem kalten, nordischen Zungenschlag das Essen für den Tag in der Bibliothek zusammenstellen, und danach sprechen sie über die hiesigen Putzfrauen in ihrem staatlich geförderten Wohnheim, und dass die so arrogant wären und nicht bereit sind, bei ihnen - schwarz, vermutlich - die Buden und das Bad zu putzen. Was für eine Mentalität das hier sei, und von hinten kommt der Teufel zu Dir, er tippt Dir auf die Schulter und sagt: Siehe dort den alten eisernen Schürhaken, mit dem das Feuer in den Öfen bewahrt wurde, nimm ihn und schlage dieser verdammten Brut die Schädel ein, denn das ist nicht Gottes Werk oder mein Beitrag, das ist eine Sünde gegen den Dualismus des ewigen Kampfes, nicht gut, nicht böse, sondern einfach nur dumm, stupide, banal und für keine Seite von Wert, ein schimmliger Rest in unserer ewigen, reinen Gleichung.

Wos hedns denn gearn, fragt dich die Bäckerin in dem immer freundlichen Tonfall, und der Teufel verschwindet im Heizlüfter, während das Businesspack, noch immer über die mangelnde Dienstleistungsmentalität schimpfend, den Raum in einer Wolke von Hilfigergestank verlässt. Du nimmst wie immer viel und denkst daran, wie sich wohl der Griff des alten Schürhakens anfühlen möchte, und ob nicht andere ebenso manchmal die Lust danach überkommt...

Ein paar dieser kranken Seelen gibt es ja, weit weg von hier, im Slum Berlin. Und du weisst, dass sie zusammenkommen werden und du ihre schwarzen Gedanken aufsammeln und konservieren wirst, in weniger als zwei Wochen, genauer, am 19. Oktober um 20 Uhr. Dann treffen im "Lass uns Freunde bleiben" in der Choriner Strasse 12, wo du so manche veflossenen Geliebte gesehen hast, die wahrhaft Bösen aufeinander, keiner von denen kommt aus Berlin, manche sind Flüchtlinge deiner Heimat, die es betrauern muss, dass so grandiose Blogger wie Modeste, das Wortschnittchen, Beyond und Burnston nicht geblieben sind. Du wirst im blendend weissen Geschoss über die Trümmerstrassen Ostdeutschlands zu ihnen fliegen, und für sie die Technik bedienen, auf dass Liebe, Tod und Teufel den Platz in einem besseren Literaturbetrieb erhalten, den sie dank dieser Autoren auch verdienen.

Und Ihr, liebe Leserschaft - Ihr solltet auch kommen. Für einen kurzen, lichten Moment im trüben Oktober. Sterben könnt ihr auch noch im Februar.

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Und damit ist es Zeit für einen Hinweis

Ich muss das immer wieder mal schreiben, auch wenn es viele vielleicht schon langweilt. Ich lösche Kommentare. Manchmal nach längeren Bitten um Mässigung, manchmal sofort. In aller Regel hat hier jeder einen frei, aber beim zweiten Mal knallt es. Wer mal draussen ist, bleibt es auch. Der Popularität von Rebellen ohne Markt hat das keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil, die Zugriffszahlen sind mir schon seit eineinhalb Jahren zu hoch, und um die Wahl herum gab es Tage, da wurde mir das hier fast zu viel.

Das hier ist ein privates Spassprodukt. Ich stelle die Texte, kümmere mich um den Betrieb, Ihr könnt weitgehend machen was Ihr wollt. Gerne auch anderer Meinung sein. Nur hier reinstolpern, sofort mich oder andere Leute saublöd anmachen und denken, dass das jetzt eine geile Provo-Action war, wie das gestern gleich dreimal passiert ist - das läuft hier nicht, und danach braucht mich keiner anflennen. Ich schaue nicht zu, wie das Ding hier zu einer Trollbude von Wichtigtuern wird. Die gehen schnell in den Graben zu den anderen Vollpfosten, die das schon früher versucht haben.


ok, schlechte überleitung, aber ich habe gestern vesprochen, auch mal nettere sachen zu posten, und das bild ist wirklich hübsch, oder?

Wenn jemand ein privates Problem hat, kann er mich auch anmailen.

Wem das nicht gefällt - bitte, es gibt viele tollere, schönere, interessantere und angenehmere Blogs als das hier, die sich über zusätzlichen Traffic oder Verlinkung freuen. Und jetzt weiter im Text.

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Sonntag, 9. Oktober 2005

Nüsse

Vom Küchentisch aus hatte ich in etwa den gleichen Blick, den ich jetzt auch habe, über die Schule hinweg zum gotischen Dom und dem Kollegium. Nur ein Stockwerk tiefer. Da sass ich am Tisch mit den grünen Beinen und der weissen Platte, trank Zucker mit etwas Tee aus einer orangen Tasse und brabbelte etwas vor mich hin, ohne zu ahnen, was ich bewirkt hatte. Denn sieben Jahre zuvor standen meine Eltern vor einem Waffengeschäft, sahen sich Pistolen an, und überlegten sich, wie es damals unter jungen Leuten der besseren Familien üblich war, ob eine Anschaffung derselben und ein Niederschiessen eines gewissen bayerischen Politikers nicht das Gebot der Stunde sei. Aber dann machte mein Vater meiner Mutter einen - der Zeit entsprechend - coolen, Bürgerlichkeit verachtenden Heiratsantrag, weshalb besagter Politiker und ich das gleiche Erdenrund bevölkern durften.

Weil alles so schnell gegangen war, zogen sie in die Wohnung im Stammhaus, und merkten schnell, dass so eine Wohnung weit oben für Kinder nichts war - mir machte das Rumturnen am Fenster 12 Meter über der Strasse und das Runterkugeln über die steile Treppe, an deren Ende ich mit einem lauten Rumps an die Tür meiner Grossmutter knallte und von der schwer geschockten Frau Süssigkeiten einfordert, höllisch Spass. Aber einmal hatte meine Mutter meine Klettereien am Fensterrahmen beobachtet, und seitdem sassen sie und mein Vater jeden Morgen über der Zeitung und strichen darin was an.

An einem Wochenende griff mein Vater zu Telefon, wir Kinder mussten das Frühstücksgemetzel mit im Wortsinn aufgeschlagenen Eiern beenden, und dann ging es mit dem grossen, dunkelblauen BMW hinaus aus der Stadt zu einem mittelgrossen Haus, das zu verkaufen war. Meine Mutter lief durch den grossen Garten, mein Vater sah die soliden Wände, gemeinsam begutachteten sie die Nachbarschaft, in der damals das gehobene Bürgertum lebte, und wenig später war das süsse Leben über den Dächern der Altstadt für zwei Jahrzehnte vorbei. Wir zogen, wie fast alle jungen Familien, in die grüne Vorstadt. Ich bekam eine Schaukel, von der man aus bis zu 2,5 Meter Höhe springen konnte, ein ähnlich hohes Holzhaus, und wenn es wirklich nicht zum Knochenbruch reichte, war die Absprunghöhe dank Nussbaum praktisch unbegrenzt erweiterbar. Ein Wunder, dass bei diesen Betätigungen jeweils nur die präzise angeflogenen Tulpen zu Bruch gingen.



Wenige Jahre später stellte sich heraus, dass die Gegend wohl nicht mehr lang allzu vorteilhaft sein würde. Die umliegenden Äcker, die wir mit Bonanzarädern umpflügten, wurden gesperrt, und darauf Blocks errichtet. Es gab nur noch wenige repräsentative Neubauten, statt dessen entstanden weiter hinten Reihnhäuser. Der Westen der Stadt hatte sich als kommendes besseres Viertel gegen den Nordosten durchgesetzt, und so zogen wir wieder um - diesmal in ein nach den Vorstellungen meiner Eltern errichtetes Haus, dessen Planung berücksichtigte, dass zumindest ein Kind mal die riesige Einliegerwohnung beziehen würde - so dachte man Ende der 70er Jahre.

Das kleine Haus wurde an eine geschiedene Tochter einer Bekannten meiner Eltern vermietet, die bis heute darin wohnt. Was nicht ganz selbstverständlich ist. Denn der Boom der Stadt und der Landverbrauch haben längst alle stadtnahen Bereiche aufgefressen. Und so erinnert man sich an die kleinen Häuser der 60er Jahre mit ihren riesigen Gärten, die nicht weit von der restaurierten, längst wieder bevorzugten Altstadt entfernt sind. Bauträger werden vorstellig und bieten viel Geld für den Grund. Auf 1200 Quadratmeter, in denen ein kleines Haus in der Mitte steht, bringen sie locker drei Vierfamilienhäuser im Toskanastil unter. Das Geld überzeugt. Und dem ehemals stillen Viertel werden jetzt Schneisen geschlagen für die immer gleichen Loggiahäuser, mit flachen Dächern und Winzgärten im Erdgeschoss.

Da, wo der Nussbaum steht, könnte eines dieser Gebäude errichtet werden, davor und dahinter nochmal eines. 12 Kleinstfamilien könnten hier in Pastell und Babyblau und gefälschter Romantik übereinader leben, getrennt durch Rigipswände und für Preise, die im Vergleich zum Istzusand jedem Neoliberalen einen abgehen lassen würde. Das ist die Zukunft, so optimiert man Gewinne, immer nur weg mit dem alten Scheiss, die Mieter wollen das Neue, das stylische, und wenn es nach 20 Jahren nicht mehr hip ist, ist das Gebäude ohnehin nichts mehr wert, dann kommt ein neues Renditeobjekt hin. Gerade Erben sind für solche Argumente empfänglich, weshalb heute die Toskanapest das Viertel in einem Masse verändert, wie es die paar Blocks Ende der 70er nie geschafft haben.



In Bayern gibt es ein schönes Wort: Profitlich. Es ist eindeutig negativ belegt, wer profitlich ist, gilt als nicht gesellschaftsfähig, er ist zu gierig, zu geldgeil, er hat nur seine Interessen im Auge, und man darf von ihm einiges Schlechte erwarten. Mit profitlichen Leuten macht man koa Gschäft. Es hat, wenn man eine Weile in der Munich Area war und so viel mit Revenue, Loss, Profit und Enhancement zu tun hatte, einen schönen Klang, dieses profitlich. Es ist ein altbayerisches Nein gegen das hier und heute, das von oben, von der Staatsregierung, von den Bankern und Immobilienspezialisten aufoktroiert wird, gegen das Globalisierungsgefasel, und vielleicht auch einer der Gründe, warum die CSU die Bundestagswahl verloren hat.

Denn in der CSU sind Leute am Drücker, die ganau dieses Entdärmen der Heimat, des Gewohnten, dessen, was den Menschen hier entspricht, mit aller Kraft fördern. Weil sie selbst davon profitieren, die Banken werden reich, und die Sparkassen an den Rathausplätzen grauenvoll geschmacklos. Die drohende Zukunft ist geschichtsvergessend, arrogant gegenüber der Herkunft und illusionistisch, nach Toskana deutet sich schon eine Hinwendung zu einem neuen Historismus an, dann gibt es eben wieder Rundtürme statt Rundfenster. Da drin lebt man sowieso nur noch auf Zeit, man ist ja mobil und was nicht in den LKW passt, wird weggeschmissen.

Einmal im Jahr bringt die Mieterin einen Eimer voller Nüsse. Das ist ein nichtschriftlicher Teil des Mietvertrags. Diese Nüsse sind etwas, das die "liberalen" Arschgeigen in Politik, Medien und Blogs nie begreifen werden: Sie sind Symbol für den Luxus, ihre Moderne und die versprochene 600%-Steigerung des Profits einfach nicht mitzumachen. Es ist gut so, wie es ist. Ich mag die Nüsse von diesem Baum, selbst wenn ich dagegen allergisch bin. Ich mag sie anfassen, und sie in einer Silberschale rumliegen lassen. Und ich mag die Magengeschwüre, die diese Dreckschweine bekommen, wenn sie daran denken, was diese Nüsse für einen Schaden für ihre Traumvorstellungen einer auf Profit getrimmten Wirtschaftsdiktatur anrichten.

Letzte Woche, als diese Bilder entstanden, hat zumindest einer von denen erkennbar die ersten Schritte in Richtung Magenkrebs gemacht. Wegen der Nüsse? hat er gefragt, nach meiner Antwort auf seine Bemerkung, es gäbe wohl keinen Grund, es nicht zu verkaufen, und da sah ich in seinen Augen schon die ersten gnädigen Metastasen. Ich weiss nicht, ob die Welt Menschen braucht, die die Welt nur durch eine Excel-Tabelle begreifen. Und die Hausbesitzer profitlich auf der Strasse anquatschen.

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Ausgezählt

Tschüss, Blogcounter. Irgendwie ist mir da die Umgebung zu übel, mit den ganzen Schmutzseiten, den schummelnden Kollegen und den Googleoptimierern. Jetzt zähle ich - Deine Stunden. Es wird nicht mehr lang dauern :-)

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Samstag, 8. Oktober 2005

Überdieklingespringer & Jacoby

Ich konnte Werber ja noch nie leiden, immer diese weissen Staubflecken auf dem Teppich ;-). Die Agentur Springer & Jacoby könnte bald einen deutschen Kunden namens Mercedes weniger haben und auch nicht mehr Deutschland sein. Das wird ein hübsch kalter Winter, wenn die Etats weiterhin so mies bleiben, dass man die Werbeflächen nur mit miesen Kampagnen im Sinne eines gewissen Hugenbergs - um das Wort Gleichschaltung zu vermeiden - füllen kann.

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According to Wochenmarkt

müsste die SPD die Verhandlungen zur Koalition jetzt einfach scheitern lassen, und Neuwahlen in die Wege leiten. 100 Euro Strassenräuberei, für Strassen wohlgemerkt, für die der Steuerzahler bereits gezahlt hat, bringen die bayerische Seele in Wallung. Erst die Ökosteuer, die bleibt, dann der Benzinpreis, und jetzt noch eine Vignette auf Vorschlag der CDU-regierten Länder - das würde die CDU nicht nur 4-5 Ministerpräsidenten kosten, sondern die Partei locker dauerhaft unter die 30%-Marke drücken. Die Wut an Obstständen und Kartoffelanhängern jedenfalls kennt keine Grenzen. Wenn Stoiber da "JA" sagen sollte, geht er per Luftpost nach Berlin - mit einem kollektiven Arschtritt der Bayern.

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Wirklich spannende Feldforschung

He, KoWi-Frosch! Willste mal was anderes machen, als Blogger mit personalisierten Links von Bloghostern zuspammen, um unter anderem Informationen über ihr Einkommen zu erhalten? Und Dir dann blöde Fragen anhören, bis Du nichts mehr sagst und hoffst, dass es vorbei ist? Was es aber nicht ist, weil sich einer der A-Lister und seine Leser etwas verarscht vorkommen?

Dann schau Dir mal das hier an (aber Vorsicht, schluck erst mal runter, Sabbergefahr). 10.000 Uniq Visitors am Tag, Bloggen als Beruf, offensichtlich gut bezahlt, und das mit gerade mal 21 Jahren. Mit dem Themenmix Kosmetik, Party machen und lesbische Freundinnen haben. Ich sage Dir: Das ist ein Teil der Zukunft des Bloggens. Das wird so gross, da werden Johnny und Felix und Anke und ich noch mal drum betteln, dort verlinkt zu werden. Das ist das Bloggen, das die Medien revolutionieren wird. You knew it first from Rebels without Market.

Uh-oh, yes, she´s a Slut. Und sie schreibt Sachen, die man in deutschen KoWi-Seminares eher selten hört. Ficken, zum Beispiel, Karlsruhe-Veteranen kennen das Wort. Trotzdem, das Ding ist wirklich spannend. Da sollte man mal was zu machen. Wieso everyone´s reading it. Im Gegensatz zu manchen Studien und Vorträgen. Und auf Antworten wegen der Links warten wir immer noch.

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Aus einem KoWi-Schulaufsatz, Thema A-List

Dazu gehören vor allem in der oberen Hälfte der in der Top-100-Liste aufgeführten*. A-Lister zeichnen sich durch erhöhtes Engagement aus, sie schreiben viel, sie kommentieren viel. A-List Blogger bloggen theamtisch** weit gestreut, zielena ber*** in der Regel auf eine gewisse Form von Öffentlichkeit ab. SO**** mancher A-List-Blogger erreicht mehrere tausend Leser pro Tag.

HE****rvorhebung von Autor ausgeführtem*. Der kommt vom Radio, I suppose? Da entstehen in der Eile solche Texte, da hörta man*** zum Glück fast nie Rechtschreibfehler. Und nein, kein Schulausfatz**. Blog-Workshop | Trierischer Volksfreund. Und natürlich Wissenschaft. Eh klar. (In Karlsruhe hat man mir vorgeworfen, ich hätte KoWi-Studenten zu negativ beschrieben. Naja.)

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12.55 Uhr

Schulschluss - Die Tochter wird von Frau Mama ins Wochenende abgeholt.



Für einen nie geschriebenen Photoband über den Niedergang und das Ende der besseren Bürgerfamilien zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 7. Oktober 2005

Buzz Talk 05 Munich Area Edition

Haifisch (stochert in der Zuppa Inglese herum): Gesellschafter... Abschreibung... Wertverlust... Durchgriff... Haftung...

Ich (das Leben schön findend): ....

Haifisch: Prozess... Einigung... teuer...

Ich (in die Sonne schauend):



Haifisch: Du kennst doch... kannst Du mal... vielleicht finden wir... eigentlich günstige Gelegenheit... damit das in Sicherheit bringen... das würde zumindest soundsoviel bringen... das wäre schon etwas... denn sonst... in seinem Alter plötzlich ganz ohne... geht ihm wirklich nahe ...

Ich (an das Boot denkend, den Jag, den 911 für die Frau und die Gespräche mit ihm über das hart rannehmen von Mietern, nur wenn Eltern Garantien geben, so geht das Herr Porcamadonna Junior): Sorry, aber der tut mir wirklich nicht leid, der hat doch genug Geld.

Haifisch (leicht betroffen): Wenn die Banken mit ihm fertig sind, dann nicht mehr.

Ich (leicht grinsend bei der Überlegung, ob er wohl als Hotelportier eine Zukunft hätte, das angenehme Auftreten kann er ja haben, wenn er will, das wäre durchaus eine Option nach dem Privatbankrott, dann der Einfall, was die Folgen sind): Sag mal, was bedeutet das für Deine Honorarforderungen?

Haifisch (wechselt das Thema): ...

Ich (denkend): Ich liebe die Munich Area...

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Ekelbloggen

Miese Geschichten zum Wochenausklang, aufgedeckt von Neuro zu Blogcounter und von Wirres zu Ringfahndung. Vermutlich nur der Anfang, nachdem AOL Weblogs Inc. für 15 und Verisign (Jamba) weblogs.com für 2 Millionen Dollar gekauft haben. Da werden sich die bloggenden Topmarkenbesitzer aber saugeil fühlen, hier in Deutschland, und noch etwas an Google und den Countern rumoptimieren.

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Downgrade now!

Wenn man von der Nürnberger/Berliner Autobahn kommt und das Center der einzigartigen Munich Area standesgemäss über die Nordachse, die Leopoldstrasse betritt, steht gleich rechts ein Gebäude, das der Münchner Volksmund "Preussntor" getauft hat. Ein gigantomanischer Rundbau mit Innenhof, verglast und gnädigerweise verspiegelt, damit sich darin die Bäume spiegeln und das Ding nicht gar so auffällt. Die Investoren dagegen legen Wert auf die Bezeichnung "Leopoldcenter" und reklamieren damit ein gewisses Lokalkolorit für ein Objekt, das so auch in Hongkong, Dublin oder als vekleinerte Ausgabe als Stadtsparkasse in einer schwäbischen Kleinstadt stehen könnte. Der raumgewordene Inbegriff des Dienstleister-Aufstiegs der 90er Jahre.

Und gleichzeitig der Seuchenherd für das, was sich in den letzten 5 Jahren weiter nordöstlich davon abgespielt hat, wo im Rausch der New Economy ein riesiges Areal für ähnliche Bauten freigeräumt wurde. Deren Investoren müssen heute meist mit weniger als der Hälfte der anvisierten Quadratmeterpreise leben - was halt leben so ist, wenn man sein vermögen verbrannt hat. "Provisionsfrei" ist für Münchner Investoren noch so ein ziemlich neues Wort. Auch am Leopold Center.



Dort wird man jetzt zum "Upgrade" eingeladen, nachdem einige Konzerne den Bau massiv downgegradet haben. Und in ein anderes angeblich kommendes Viertel gegangen sind, die Theresienhöhe. Noch so ein grandioses Kapitel Münchner Investorenideen, das trefflich zeigt, wie wenig man die Lehren aus der New Economy verstanden hat. Für den Brocken hier ist das nur ein milder Trost, so gross, einsam und allein am Nordrand einer Strasse, deren südliches Ende absolut nichts mit dem Business-Slum hier unten zu tun haben will. Wer in den Süden will, muss hier erst mal mit dem Bus und dann mit der U-Bahn fahren. Schwabing zum Abgewöhnen, auch wenn man inzwischen den Mittleren Ring mit seinen Autokolonnen unter die Erde verlegt hat.

Und so toll ist der Ruf der Strasse auch nicht mehr. Wer etwas sein will, führt die Ludwigsstrasse im Namen, die ironischerweise auf der Website des Centers als Leopoldstrasse gezeigt wird. Oder die Maximilianstrasse. Oder sonstwo im Zentrum, wo es auch viele, leerstehende Büroflächen gibt. Wieviel? Soweit ist man noch nicht gefallen, als dass man Quadratmeterzahlen gross plakatieren würde. Auf Anfrage. Genug jedenfalls. Ideal für Wachstumsunternehmen, weil auch in drei jahren sicher noch was frei sein dürfte. Wenn man sich nicht doch entschliesst, die Stadt endlich gesundzuschrumpfen und Wohnungen reinmacht. Oder rückbaut. Ein wenig Grün am Eingang von München wäre ja auch nicht schlecht.

Das wäre dann echtes Upgrade.

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