Donnerstag, 23. März 2006
Sehr zu empfehlen - Abmessen

Zum Glück ist der Raum mit seinen 20m² gross genug, um das nicht weiter auffallen zu lassen. Auch die paar Millimeter zwischen den Leisten lassen sich leicht verspachteln. Allein ein Kronleuchter ist etwas zu hoch, nachdem die Rosette an der Decke ist, und muss um 10 Zentimeter gekürzt werden. Alles noch kein Unglück, kein wirkliches Problem.

Nur ich schaue weiss bepudert aus wie ein Drogenkurier, dem der Kokssack geplatzt ist.
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Morgen Kinder
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Du willst, dass ich Dein Blog nicht lese?
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 22. März 2006
Ich mag die Amerikaner
"Once I was a conservative, once I was a liberal, once I was a libertarian. I got sick of those labels, so even though I'm not too happy with labels, I finally said, 'Well, I'm a racist.'"
Hierzulande muss man dem braunen Dreck der Blogosphäre ja noch täglich sagen, dass er ebensolcher ist.
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Zu Besuch bei der Bürgerlichkeit
Es wird zum Trend erhoben, und die bei Ex-Nazis gekauften Umfragen machen auch den Jungen weiss, dass sie traditionelle Werte wollen, ach wie schön wäre es, wenn sie es glauben würden und sich danach verhielten, zum Wohle der Presse, des Merkels und der personalgepimperten, blagenwerfenden Familienvonundzu. Retro ist schick, Retro zu prä1914, prä1945 kommt ja nicht so gut. Das Vorbild kann man sich anschauen. Zwischen den Posten Varia und Möbeln beim Auktionshaus Behringer habe ich zwei Stunden Zeit, das zu besichtigen, was von den Medien als altneues Ideal gepredigt wird. Nie war Bürgerlichkeit selbstbewusster, ungebrochener, skrupelloser und so ideologisch gleichgeschaltet wie im Kaiserreich zwischen 1871 und 1918. Mit der Königswarter Strasse in Fürth hat sich das zu Geld gekommene Bürgertum ein Denkmal erschaffen, aus dem jetzt die letzten Stücke herausgebrochen werden, die bei Behringer unter den Hammer kommen.

Weitgehend unzerstört reihen sich hier Prunkbauten kilometerlang aneinander. (Mehr Bilder im Bildteil hier) Säulen, Architrave, Stuck, Figuren, Lisenen, Obelisken und jede andere architektonische Spielform wurden verwendet, um nach draussen zu zeigen, was man ist und was man hat, und vor allem, was man gerne wäre, nämlich: Dem Adel, der besseren Klasse gleichgestellt, oder zumindest akzeptiert. Steif ging es drinnen weiter, die Damen hatten keinen Beruf und konnten sich der Sauberhaltung des Haushalts widmen. Keine Glotze, kein Radio wollte Gebühren oder Anrufe bei 0800er Nummern, und so ging das Geld in zwei Meter Schiller, Heine und Göthe, die aber doch zu anstrengend waren, weshalb man sich das Lokalblatt und die Gartenlaube hielt. Ja, es waren goldene Zeiten für die Presse, als die Bürgerpaläste hoch aufragten, kein Wunder, dass man sich in den Medienzentralen den Diwan zurückwünscht und den grossen Eichentisch mit geschnitzten Löwenfüssen, auf denen die warme, gebügelte Zeitung liegt, die später auch das Tischgespräch beherrscht.
Besagter Tisch hat nachher bei Behringer die Nummer 5203, Limit 120 Euro. Auf den Türmen der Häuser stehen dicht gedrängt die Satellitenschüsseln, und der Stuck an der Decke wird von billigen Flutern in der Ecke verschandelt. Niemand würde heute noch so bauen, statt dessen reduziert man die Formen auf das wesentliche und investiert das Geld lieber woanders, Plasma-TV zur WM etwa, oder die Reise nach Mauritius, gebucht im Internet, oder man erwirbt die schlichte Toplinie von Rolf Benz. Die alte Lampe von Opa wird schon lang nicht mehr geputzt, vielleicht landet sie auch bald beim Behringer, spätestens beim nächsten Umzug, den, wie im Wirtschaftsteilm der Zeitung gefordert, unsere flexible, allzeit bereite Zeit mit sich bringt. Also an dem Tag, wo auch gleich das Abo abbestellt wird, kurz bevor die neue Bürgerlichkeitsimulation bei einem Möbelhaus vor einer anderen Stadt gekauft wird.

Die Vorfahren sind längst zerfallen in der sandigen Erde der Fürther Kirchhöfe. Es führt kein Weg zurück in diese Zeit, in der die Zeitung mangels Konkurrenz zwingend dazugehörte. Wer jetzt aus dem Kauf von Rosenthal Maria Weiss oder R&B Fischbesteck, aus Benimmkursen und Tischsitten schliesst, dass ein relevanter Teil der Gesellschaft zurückgeht in den Historismus, weiss nicht, wie das Vorbild tatsächlich beschaffen war. Und er sieht nicht den Umgang besagter Bürger mit den Trümmern der Vergangenheit, die im Fürther Auktionshaus in der Dunkelheit wenig später den Besitzer wechseln. Zitate sind es allenfalls, Nostalgie vielleicht oder Exzentrik, Anbiederung an die bessere Gesellschaft oder den CEO - aber nichts, worauf man als Zeitung sein Recht zur Existenz ableiten könnte.
Angesichts dessen, was die elektronischen Medien an Lebensentwürfen zwischen Seelenstrip, Starallüren und Krawalltalk bieten, mag die neualte Bürgerlichkeit vielleicht sogar einen gewissen Charme haben, allein es fehlt die Bereitschaft. Und angesichts der politischen Richtung dieser medialen Hoffnung, die gern Thron, Altar, Militarismus im Inneren und Bückling vor den ostelbischen von Spackos hätte, kann ich die fehlende Willigkeit nur begrüssen, selbst wenn ihre kronleuchternden Spolien später im Auto bei der Fahrt über Fürths zerborstene Strassen fröhlich klimpern.
Nachtrag: Ich lese übrigens am Samstag in Fürth, gleich um die Ecke...
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Dienstag, 21. März 2006
Langsamer, qualvoller Tod
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Die Globalisierung des Imari Porzellans
7 Jahre lang, von 1592–1598, versucht das kriegerische Japan, auf dem asiatischen Festland Fuss zu fassen. Ziel der Expansion ist Korea, wo es nach anfänglichen Erfolgen bald zu einem blutiger Guerillakrieg gegen die schlecht versorgten Invasoren kommt. Das bergige Land erweist sich als schwer zu kontrollieren, und als auch noch das China der Ming-Dynastie Korea unterstützt, geben die Japaner auf - allerdings nicht ohne vorher den technologischen Vorsprung der Koreaner hemmungslos zu kopieren und die Wissensträger nach Japan zu verschleppen.
Die Japaner interessieren sich dabei besonders für die hochentwickelte Töpferei. In Korea wurde zwei besondere Formen der Keramik entwickelt, das schreiend bunte Satsuma mit aufgesetzten Figuren, und ein mit aufwendigen Ornamenten in Blau, Rot, Grün und Gold bemaltes Porzellan, das es den Japanern sehr angetan hatte. Dieses Porzellan kam in Japan eine Weile in Mode, ohne dabei wirklich als erstklassig zu gelten. Ein Nippes, mehr nicht. Es wäre vielleicht bald wieder vergessen worden, hätte sich 1630 nicht die Vereinigte Ostindische Kompanie auf einer Insel vor Nagasaki festgesetzt, um Handel mit dem ansonsten abgeschlossenen Edo-Königreich zu führen. Und eben jene Holländer, bei denen daheim gerade die Formenpracht des Barock wucherte, waren von diesem bunten Porzellan begeistert.
Denn in Europa gab es nichts vergleichbares. Das bunte Porzellan war der fehlende Stein in einem luxuriösen Stilpuzzle, das im Manierismus Wände, Möbel und Bilder überwuchert hatte, aber in der Keramik noch keinen Ausdruck gefunden hatte. Dieses Porzellan hatte von Anfang an die genau richtige Formen- und Farbenpracht, um das europäische Manko stilsicher zu beheben, und die Holländer begannen sofort mit dem Export der Stücke, die nach dem japanischen Versandhafen Imari benannt wurden.

Bestes europäisches Silber gegen minderwertigen japanischen Kitsch - das war ein Geschäft, dem auch das isolierte Japan nicht widerstehen konnte. Um Imari herum entstanden eine Reihe von Töpfersiedlungen, die ausschliesslich für den Export nach Europa produzierten. Selbst, als in Japan niemand mehr das aufdringliche, wenig sauber bemalte Zeug sehen konnte, verharrte die Produktion in den Formen, die Japan schon in Korea geklaut hatte. Hauptsache, die Langnasen zahlten und blieben ansonsten aus Japan draussen.
Aber schon damals erwiesen sich abgeschottete Märkte als wenig sinnvoll. Aus Sicht des chinesischen Festlandes war das eher dicke, schlecht gebrannte Imari Porzellan mit seinem völlig veralteten Formenschatz noch inferiorer als in Japan. Aber China war vergleichsweise offen für europäische Händler, und die dortigen Keramikproduzenten, die seit Jahrhunderten weissblaue Ware für Europa herstellten, begriffen im 18. Jahrhundert, dass sie das Imari Porzellan problemlos kopieren konnten. Schon bald hatte das billige Imari aus China den japanischen Markt mit billigeren Preisen, grösseren Mengen und einem besseren Standort 1000 Meilen näher an Europa überholt.
Das war das ein schwerer Schlag für den japanischen Hafen Imari, aber nicht für das Porzellan, das in Europa eine beständige Karriere durch alle Stilepochen mitmachte. Imari findet sich auf den Prunkstilleben des frühen 17. Jahrhunderts, es wurde am Hof Ludwigs XIV begehrt, es ist bei Watteau auf den Gemälden zu sehen, und blieb auch im Biedermeier und im viktorianischen Zeitalter das bestimmende Produkt aus Fernasien. In China brannte man stoisch Imari als Zeug für die Europäer als reine Exportware immer weiter, denn daheim wäre Imari im 18. und 19. Jahrhundert so unverkäuflich gewesen wie bei uns heutigentags Eiche Rustikal.
Allein, der Markt interessiert sich nicht für Geschmack, sondern nur für Geld. Europas merkantilistisch eingestellte Fürstenhäuser sahen das schöne amerikanische Silber nach Osten fliessen, und versuchten, Imari daheim herzustellen. Das mündete in die Erfindung des europäischen Porzellans, das zu Beginn vor allem Imari zu kopieren versuchte. Meissen, Limoge, Nymphenburg sind nur die bekanntesten Vertreter einer Zunft, die ihren Aufstieg der Produktpiraterie an drittklassigem Kitsch verdanken, der zu diesem Zeitpunkt bereits schon zweimal aus Korea und Japan vorgeklaut war. Es mag die Asiaten getröstet haben, dass die Europäer dumm genug waren zu glauben, damit ein Stück echter asiatischer Lebenskultur eingeführt zu haben.
Da aber die Dummen weder zeitlich noch örtlich begrenzt sind, hat die Geschichte ein Nachspiel. Mit dem Ende der chinesischen Qing-Dynastie 1911 und den beginnenden Bürgerkriegen, sowie dem Ersten Weltkrieg und der anbrechenden industriellen Moderne geht auch die chinesische Produktion von Imari Porzellan zu Ende. Danach folgt ein für Asien extrem unglückliches Jahrhundert von Krieg, Unterdrückung, Diktaturen und Vernichtung aller kulturellen Traditionen. Japan wird zwangseuropäisiert, China unter der Kulturrevolution untergepflügt, Koreas Elite wird ausgelöscht, Thailand verkommt zum globalen Bordell, und die Hochkultur der Khmer wird auf den Killing Fields erschlagen. Die rasend schnelle digitale Moderne in Fernasien ist eine direkte Folge der Vernichtung der Vergangenheit, eine Suche nach neuer Identität auf der geistig-moralischen Tabula Rasa.
Ohne Geschichte und Herkunft in einer plattgemachten Gesellschaft, beginnen die neuen Eliten mit der Suche nach Werten und Traditionen. Das ist nichts zwingend Positives, ganz im Gegenteil; meist gleicht es den peinlichen Legitimationsversuchen mittelalterlicher Europäer, die partout von Hektor, Achill, Romulus oder Cäsar abstammen wollten. Und jeden Preis bezahlten, wenn man ihnen die passenden "Beweise" herbeischaffte. Die gleiche Suche findet gerade in den wirtschaftlich boomenden Riesenstädten Chinas und Koreas statt. Dort will eine neue Oberschicht weg vom Staub der Flussebenen, aus der Opa kam, wg von den Verbrechen der Kulturrevolution, an denen sich der Vater beteiligte. Man will wieder eine vorzeigbare Geschichte haben, schön bunt soll sie sein, sehr chinesisch aussehen, alt natürlich, um Tradition vorzutäuschen, und vorzeigbar.
Und so werden die Asiatika-Auktionen in Europa gerade leergekauft von Händlern, die verrückt nach dem Imari Porzellan sind. Der billige Dreck des Rokoko erlebt eine ungeahnte Renaissance, denn nichts erscheint in Schanghai, Shenzen und Peking chinesischer als grobe Keramik, die wenig dezenten Gold und Farbenpracht von Wohlstand und Luxus kündet - ganz im Gegensatz zu den wirklich guten, aber schlichten Stücken mit blauer Bemalung. Imari ist so "echt" wie ein heute in China produzierter Bierkrug mit Neuschwanstein drauf - aber es ist Zeichen einer altneuen Identität in der aufsteigenden Boomregion. Imari drückt für Chinesen, Japaner und Koreaner ein Asien aus, das es genauso wenig gegeben hat wie das erfundene Asien der Aufklärung, und das gerade durch seine Nichtexistenz zur Auffüllung mit Mythen taugt.
Wir Europäer in den Auktionsräumen können darüber nur lächeln, auch wenn es mitunter weh tut, wenn telefonisch die besten Stücke weggesteigert werden, und Imari für uns nicht mehr bezahlbar ist. Der globalisierte Handel geht aufgrund der Nachfrage in die andere Richting, können wir festhalten, und mit den Achseln zucken. Und dabei einen entscheidenden Fehler machen: Denn in unserer eigenen Dummheit übersehen wir, dass es nicht Europas in Amerika geklautes Silber ist, das durch den Handel zurückkommt, sondern das Geld, das wir für den Import unserer billigen Handies, der Digicams, wackligen Gericomlaptops oder der Bauteile des iPods nach China überweisen.
Man kann jetzt darüber diskutieren, wer dümmer ist: Ein Asiate, der Jahrhunderte alten billigen Kitsch für seine Identität hält, oder der Europäer, der mit neuem asiatischen Dreck seine Identität neu erfindet. Globalisierung rulez.
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Dienstag, 21. März 2006
Freilassing meets Köln
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Früher oder später kriegen sie einen
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Angewandte Geschichtswissenschaften
1381 ist lange her, und die Umsetung des Volkszorns wurde in dieser gezielten Form nie wieder praktiziert. Statt dessen hielt man sich dagegen an nützliche, hart arbeitende Mitglieder der Gesellschaft wie Giftmischer, Hexen und Meuchelmörder. Dennoch würde man sich mitunter wünschen, dass gewisse "Rechtspfleger" sich hin und wieder der Tatsache bewusst wäre, dass auch der beste Paragraph wenig bringt, wenn die wie 1381 von ihnen Gepiesakten ihre Meinungsfreiheit auch gegenüber diesem Berufsstand direkt, 1to1, mit scharfem Stahl und stumpfen Gegenständen durchsetzen.
Nachtrag: Aber nicht doch, mit den abmahnfreudigen Leuten der Firma Euroweb Internet Gmbh und ihren Rechtsbeiständen hat das hier absolut gar nichts zu tun, ich denke, Google straft die bis in alle Ewigkeit für ihr Vorgehen gegen Meinungsäusserungen.
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Tegernseeing, again

Weil es ist halt doch immer so, dass man Schuhe mitbringt, wegen dem Klima und weil man ja nicht weiss, was man Abends anzieht, und dann lässt man sie doch gleich hier, schaun´s nur, das meiste gehört dem Hannerl, und da kann man ja gar keinen reinlassen, so wie das jetzt ausschaut, wie in einem Schuhgeschäft, langsam frag ich mich schon, wo sie eigentlich bleibt, weil gesagt hat sie dass sie kommt, und wenn sie nicht bald kommt, wird es schon etwas spät wegen der Sonne, und ich würd schon gern ein wenig draussen sitzen beim Tee, Moment, Poldi, Poldi? Ruf doch mal das Hannerl an und sag, dass der Herr Porcamadonna schon da ist und wirklich gern los wollen, da sehn´s wie die jungen Leute sind, man kauft ihnen ein schnelles Auto, damit sie rechtzeitig kommen, und dann bleiben sie eben noch länger daheim, obwohl es hier so schön ist. Übrigens, schaun´s mal, da drüben, sehns des, des Haus mit dem kleinen Turm links, das soll angeblich verkauft werden, der Besitzer lässt sich grad von seiner dritten Frau scheiden und das geht langsam ins Geld, also, hört man, es ist jedenfalls eine Toplage, und einen neuen Jakuzi ham´s a, wie bei de Zuhälter, aber den kann man ja wieder rausmachen lassen, vielleicht reden´s mal mit ihrer Frau Mama, gell, was, Poldi? Na, die soll sich jetzt sofort in ihr Auto... Wart, ich sag´s ihr selber, also seaavus Hannerl, Du, es san alle schon da, Du musst jetzt kommen, es ist so schön hier draussen, Du setzt Dich jetzt bitte in Dein Auto oder ich schick Dir den Poldi...
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Sonntag, 19. März 2006
Eigentlich

Und dann fast zum Schluss, so gegen 2 Uhr Nachts, der eigentliche Anlass, einen Fürther Prunkspiegel a la facon venice. Hoho. Eigentlich sollte ich mich jetzt schämen. Tue ich aber nicht. Ich erkläre es, wenn ich vom Tegernsee zurück bin.
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Samstag, 18. März 2006
Nervenflattern

Heute Nacht um 3 kommen die letzten Positionen unter den Hammer. Solang viel Spass hier, ich gehe jetzt Fingernägel Kauen.
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Mit freundlichen Grüssen ihrer bayerischen Regierung
As part of the Bavarian Technology Promotion Program (BayTP), the Bavarian State Ministry of Economics, Transport and Technology supports research activities at TeGenero, which aim to develop novel immunotherapeutic antibodies based on the SuperMAB™ paradigm. No financial details were disclosed. [...]
“The grant supports an important research program of our company, which will broaden our product pipeline to build a sustainable business”, Benedikte Hatz, CEO of TeGenero AG, commented.
Teile der 9 Millionen der ersten VC-Runde sowie die Seed-Finanzierung kommen übrigen von der Bio-M AG aus Martinsried und deren Venture Capital Ausgründung, und Bio-M ist, wie man vielleicht weiss, ein mit Mitteln der Privatisierungserlöse 1998 vom Freistaat mitgegründetes und finanziertes Unternehmen. Früher war das ein Vorzeigeprojekt der Staatsregierung.
Haben die Medien das einfach bislang noch nicht entdeckt, habe ich das nicht gefunden, oder sind sie einfach nur zu feige zu schreiben, dass der Aktionär bei TeGenero indirekt jeder bayerische Staatsbürger ist?
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Freitag, 17. März 2006
Germaneoconnard Angst
fanpost-von-stefan-herre-von-politically-incorrect/
Tssss.... rechtliche Schritte wegen eines Wiki-Eintrags... da muss einer aber noch viel lernen, über Persönlichkeitsrechte und so.
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Neues aus dem Zukunftsmarkt
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I. Bayerische Bloglesung

Nochmal viel später, irgendwo

Danke an alle.
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Donnerstag, 16. März 2006
Wir sehen uns in 3 Stunden
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Brechreiz
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Weites Land
Ursachen dafür gab es viele; ein funktionierendes Fiskalsystem, die Entstehung einer Beamtenschaft zur Verwaltung, Handelsrouten, Technologietransfer, eine Lingua Franca, ein sehr günstiges Klima und medizinische Fortschritte. Die jungen Städte wuchsen rapide, die Verdopplung der Einwohnerzahl in 50 Jahren war normal. Aber auch die Dörfer drangen in die letzten echten Urwälder Europas vor und zerstörten sie. Geblieben sind nur noch die sumpfigen Flussauen, aber auch dort, entlang der Reiserouten, setzten sich die Menschen fest.

Die Geschichte ging aus vielen Gründen nicht gut aus, denn zu Beginn des 14. Jahrhunderts begann die sogenannte kleine Eiszeit, und schon vor der Pest kam es zu Hungersnot und Seuchen. Ein Beispiel etwa ist der "St. Petri Schnee", eine Getreidevergiftung, oder die Lepra, die mit dem Orienthandel nach Europa kam. Der enorme Bevölkerungsrückgang ist umstritten, aber in der Folge war wieder genug Fläche für den Ackerbau da, dass die Terassenäcker aufgegeben werden konnten. Eine andere Folge sieht man, wenn man in Mitteldeutschland Waldkarten studiert. Viele - heute dichte Wälder - haben Namen mit "roda" am Ende - dabei steht Roda eigentlich für einen Ort. Meistens handelt es sich um Wüstungen des 14. Jahrhunderts, Zeugen einer fehlgeschlagenen Kolonialisierung.
Insofern muss man konstatieren, dass die Aufgabe von Siedlungen in Zeiten sinkender Population eine ganz normale Sache ist. Man sollte auch einsehen, dass Deutschland eines der dichtbevölkertsten Länder der Erde ist; ein wenig mehr Raum für die Natur wird dem Land kaum schaden. Historisch betrachtet ist der aktuelle Zustand mit 80 Millionen Menschen ohnehin ein Ausnahmezustand; ginge es mit den Geburten- und Sterberaten der Zeit um 1910 weiter, hätte man in Deutschland absolut nichts zu lachen. Und der leichte Rückgang durch Pille, die zurückgedrängte Kirche und ungebundenes Sexualleben ist eine weitaus bessere Sache als, sagen wir mal, Pest und Hungersnot.
In etwa 50 Jahren wird sich das alles wieder eingependelt haben. Die Vorstellung, dass ein Land gross ist, wenn es viele Einwohner hat, ist lächerlich; entscheidend ist immer noch die Lebensqualität und die Freiheit, die nicht durch Karnickelprämien für die Vermehrung christlicher Extremisten und die Bestrafung der Aufgeklärten beschädigt werden sollte. Wichtiger statt dem Geburtengeflenne wäre eine Debatte darüber, wie viele Menschen dieses Land überhaupt braucht, und ob wir mit 60 Millionen nicht weitaus besser fahren - und mit uns auch die Umwelt.
Natürlich geht sowas immer auf Kosten des ländlichen Lebensraumes. Aber auch da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Das Leben in den Dörfern war früher kein Vergnügen, die Lebensläufe der Mägde, Knechte und Häusler stehen - jenseits von Blut-und-Boden-Blabla - an Entmenschlichung in nichts den Arbeitern im Manchesterkapitalismus nach. Reich wurden die Dörfer erst durch das Bevölkerungsachstum und den Baulandverkauf sowie die EU-Subventionen. Mit dem neuen Spritzenhaus, den drei Bolzplätzen und der schönen Umgehungsstrasse lässt sich natürlich gut jammern, über die verlorene Dorfgemeinschaft, die von aussen nicht ganz ohne Grund protototalitär wirkt. Den Niedergang von Gasthaus, Edeka-Kramer und Tankstelle und Hofgeschäft haben sich die Dörfler selbst zuzuschreiben. Wer partout die Eier um 2 Cent billiger bei Norma kaufen will, darf sich nicht wundern, wenn das Lebensumfeld vor die Hunde geht.
Never mind the Käffer - spätere Archäologen wollen auch nochmal intakte Befunde sichern, aus dem 21. Jahrhundert. Man kann Flächen durchaus still legen, der Fläche ist es egal. Wer unbedingt einen Teil der Dörfer und die Landwirtschaft halten will, muss die Leute überzeugen, dass sie regional einkaufen. Bocksbeutel statt Holzfusselbrühe aus Kalifornien, Fleisch aus dem Umland, besser mal einen Feldsalat als im Winter quietschrote Tomaten, Boskopp statt supergrünsupersaftiggenetischen Glanzapfel, Roggen statt Donut, Möbel, deren Holzfasern nicht aus Kanada kommen.
Auch manche Städte werden schrumpfen, aber die maroden Blockviertel der 7oer Jahre müssen in Ost und West ohnehin irgendwann weg. Auch da bitte keine falschen Sentimentalitäten - im urbanen Raum gibt es keine Garantie auf Wachstum. Wanderbewegungen sind auch nicht wirklich neu. Wie schon im vierzehnten Jahrhundert sind es viele Faktoren, die die Veränderung hervorbringen. Aber wir haben heute wenigstens die Möglichkeit, die Faktoren beeinflussen zu können. Es werden weniger Menschen hier leben, das ist klar. Aber niemand stirbt gleich aus, wenn es weniger Menschen gibt.
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Es langweilt doch keinen, oder?
Dann beginnt das grosse Vergnügen. Denn am ersten April haben sich die fabelhaften Blogsalon-Löwinnen Madame Modeste und Frau Wortschnittchen etwas Besonderes einfallen lassen. Weg von den beliebigen Massenevents, wo jeder kommt, weil man da halt so hingeht, hin zu einer Veranstaltung, die auch die Besucher fordert. Die Idee ist, dass jeder Besucher zum Buffet beizutragen hat. Während des Verzehrs lesen 10 Blogger gute Geschichten über das Essen. Sprich, da findet keine Lesung statt, sondern ein kulturelles Gelage. Um 19.30 Uhr im Café Babel in der Käthe-Niederkirchner Str. 2 in 10407 Berlin. Alle weiteren Informationen sind bei Modeste nachzulesen. Ausserdem gibt es dazu ein spezielles Kochblog.Und damit ist sie dann vorbei, die Big Week. Ich freue mich schon drauf.
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Flickrschgeige
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