Endlich schützt Gott unsere Heimat

Oben auf dem Hirschberg steht ein Kreuz, mit einem Bankerl aussenrum und inmitten einer derm schönsten Landschaften Europas, 1680 Meter über Null und 950 Meter über dem Tegernsee, und um 18 Uhr ist es schon recht leer, weil der Abstieg bis in die Nacht dauern wird. Dort, auf dem Kreuz, ist eingeschnitzt: Gott schütze unsere Heimat. Und die vier Leute, die um 18 Uhr dort oben noch ausharrten, mussten den Eindruck haben, dass dieser Apell vergeblich war.



Weniger wegen des schlechten Wetters, das wie alles Übel aus Preussen kam, sondern wegen des Wahnanfalls einer Person, die sie oben noch freundlich mit Grias God begrüsst hatt, wie sich das in den Bergen gehört. Dieser fünfte Mann war kurz vor sechs abgestiegen und hatte gerade die Baumgrenze erreicht, als er, das Handy am Ohr stehen blieb, erstarrte und dann aus voller Kehle JAAAAAAAAAAA brüllte, dass Rauheck und Leonhardstein wackelten, in das Echo hinein ein GRRRRRRIIIIHUIIIII (mit gerolltem baxerischen R) schrie und zu tanzen begann, ganz ohne Musik, um dann auf der saftigen, sonnenüberfluteten Almwiese in die Knie zu sinken und in die untergehende Sonne hinein ein JAAAAAAAAAAAAA!!!! zu brüllen. Eines, das man bis in das Bildungszentrum der Staatspartei gehört haben könnte, hätten dort nicht alle unisono NEIN! geschrien.



Der Irre lachte den ganzen Abstieg. Es dauert 1 3/4 Stunden runter nach Kreuth, er hatte zu wenig gegessen und getrunken und war völlig fertig, aber er lachte. Er lachte Tränen. Am Ende stachen seine Lungen, als hätte er Messer geschluckt, aber er konnte nicht aufhören. Seit er politisch denken kann, hat er auf diesen Tag gewartet. Und so fuhr er dann mit seinem offenen Roadster, das Kyrie der Missa Salisburgensis voll aufgedreht, unter dem sternenklaren Himmel durch dieses wunderschöne und absolut liebenswerte Land mit seinen Kirchen und Marterln und drögen Idioten, die sich jahrzehntelang alles von denen da oben haben gefallen lassen.

Bis heute, wo sie der Staatspartei mit einem einzigen Bierkrughieb den Schädel eingeschlagen haben. Das schreiben zu können, endlich, endlich, ist für den Irren vom Berg besser als Sex.

Sonntag, 28. September 2008, 20:49, von donalphons |