: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 26. April 2012

Nationalfeiertage

taugen nur was, wenn man etwas zu feiern hat - irgendwelche alte Geschichten helfen nicht weiter, wenn die Gegenwart die alten Siegern zu neuen Verlierern gemacht hat. Selbst wenn die Springer-Gosse sich imnmer wieder daran versucht, alte Schlachten neu zu schlagen.

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Leben und Gefühl statt Inhalte und Content

Ich würde mich ja eher erschiessen lassen, als irgendwas beizutreten, das das Nichtwort "Content" im Namen führt. Content ist nur was kulturfeindliche Idioten. PR und Werbung sind vielleicht Content. Oder das 3468. Blog zu Medien, Hüpfdohlen und Popdiskurs.

Aber ich mache sowas nicht.

Weil aber eine Klitsche mit dieser herabwürdigenden Bezeichnung des Unmenschentums gegen geistige Leistungen auf dem Vormarsch ist, möchte ich die folgenden 20 Bilder, 10 mehr als normalerweise, als Geschenk verstanden wissen. Ich will, dass man sie im Internet kostenlos sehen kann. Ich will, dass man eine Freude daran hat. Ich will, dass man das Leben fühlt, und nicht eine kalte Berechnung. man soll jeden Tag mit Liebe auf den Altar der Contentanbeter spucken. Denn mit Content prügeln wir dem Schaffen den Geist und die Freude aus.

Es ist Markttag in Mantua. Das Leben ist schön.








































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Stand der Piratendinge

Vielleicht hätte ich doch nach Neumünster fahren sollen.

So, wie es aussieht, wird das nämlich ein hübscher Nordost/Südwest-Konflikt. Oder auch: Lautes Pack aus dem Reichshauptslum probiert, ob die Echokammer Berlin auch dem Rest des Landes überstülpbar ist.

Denn man hört ja immer so0 viel aus Berlin. Und ganz wenig aus anderen Regionen, wo die grosse Mehrheit der Piraten sitzt. Und nun hat Christopher Lauer aus Berlin öffentlich zum Sturz von Sebastian Nerz aufgerufen, zugunsten eines seiner Berliner Freunde (und nein, es ist nicht die Schramm).

Mit dem schönen Ergebnis, dass es jetzt drei Personen gibt: Einen Vorsitzenden und zwei Putschisten der Berliner Bande. Damit dürfte auch dem Letzten klar sein, dass es hier um eine Richtungsentscheidung geht. Und warum Berlin so gegen den Bund quergeschossen hat. Ob die Partei als Ganzes Berliner Verhältnisse mit all den Intrigen und Kungeleien will? Oder doch vielleicht keine Fortsetzung dieser Zustände auf Bundesebene?

Es wird spassig sein zu sehen, ob ausgerechnet die Internetpartei mit den innerdeutschen Gegensätzen von Berliner Subnichtwirklichkultur zum oberbayerischen Sysadmin der eher steiferen Sorte zurechtkommt. Hilfreich kann es auch sein zu schauen, wo eigentlich die Parteimitglieder so sitzen. Gefühlt sind es 90% Berliner, realiter, sagt man, sitzen die meisten aber doch eher im Westen.

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Roma ou Radl

Roma ou Morte, rief Garibaldi. In Verona, da steht es auf einer Tafel. In Mantua, auch dort steht es auf einer Tafel. Ich denke, Garibaldi hat das ziemlich oft gerufen, und am Ende war es ja auch so weit, Rom wurde zwangsweise mit Italien vereinigt, unter Auslöschung des Kirchenstaates jenseits des Vatikans. Ich persönlich würde für Rom nicht sterben, und wenn ich offen bin, möchte ich auch sagen: Dort habe ich mich immer ein wenig fremd gefühlt. Es gibt Orte - Mantua, St. Vallier de Thiey, Siena, Avignon, Florenz, Autun, Meran, Lissabon, der Tegernsee, Maastricht - da war es mir, als wäre ich nie woanders gewesen, und die Erinnerung bleibt präsent, egal wie lange ich nicht mehr dort war. Rom dagegen ist gross, laut, anstrengend, und sagen wir mal so, es gäbe Orte, bei denen es schlimmer wäre, wenn man sie nach einer Nacht während der Mille Miglia gleich wieder verlassen müsste.



Ja, die Mille Miglia. In drei Wochen geht es wieder los, Roma ou Panne, und ich brauche einen neuen Aufkleber. Ich weiss gar nicht, wie lange ich jetzt schon darüber schreibe und den Tross begleite, es ist ein Ritual und Rituale definieren sich nicht durch ihre Dauer, die haben das nicht nötig. Gehabt. Und man findet auch jedes Jahr einen neuen Blickwinkel zum Spektakel; die Bilder sind ohnehin grossartig. Das Licht, die Strassen, der Geruch, die Aufregung, der Ausnahmezustand. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich dieses Mal erst gar nicht um einen Platz bemüht habe, und das Angebot eines Spnsors für einen Platz auf dem Beifahrersitz eines Begleitfahrzeuges und bei Wohlverhalten auch noch mehr nicht einmal beantwortet habe. Aus vielen Gründen.



Bitte nicht missverstehen: Ich kenne die Droge, ich weiss genau, wie das ist. Aber man könnte die Mille Migla für alle Autos öffnen, vom 1927er OM über die Barchetta bishin zum neuesten Fiat 500: Sie alle stehen für die gleiche Vergangenheit einer Mobilität ohne Zukunft. Wir alle werden einfach vor der Wahl stehen: Mehr Auto oder mehr Leben, was wollen wir mit dem Geld, das wir haben, erwerben. Und es dreht sich mir der Magen um, wenn ich die Kurzsichtigkeit der Mobilitätskonzepte sehe. Es kann überhaupt nicht mehr darum gehen, wie man zwei Menschen und eine Tonne Konglomerat mit 3 Litern Benzin 100 Kilometer weit bringt. Wir müssen eher die Frage stellen, wie man einen Menschen in einem Gerät, das nicht mehr als 15 Kilo wiegt, ohne einen Tropfen Benzin 500 Kilometer weit bewegt. Wir sind in der Lage, hocheffiziente Tretmaschinen mit 5 Kilo Gewicht zu bauen, und dort sitzen in der Entwicklung nur ein paar Hansel. Wenn es nur noch um die Frage geht, mit wieviel Aufwand man einen Menschen von A nach B bringt, ist jedes Auto dieser Welt sinnlos, egal wie alt oder neu es ist.



Es kann auch nicht der richtige Weg sein, die Materialmassen so zu belassen, wie sie sind, und dann statt des Tanks einen hochgiftigen Akku einzubauen. Man müsste den anderen Weg gehen: Ingenieuren eine kleine, tragbare Batterie geben und verlangen, dass mit der darin gespeicherten Energie eine maximale Reichweite erreicht werden muss. Gerne auch mit Unterstützung des Fahrers und der Sonneneinstrahlung. Oderwas auch sonst immer dafür taugt, die Abhängigkeit von Brennstoffen zu ersetzen. Das sind extrem unangenehme Gedanken gerade für Deutschland, und nichts wischt solche Bedenken schöner und lauter weg als die Mille Miglia. Dann kann man weiter ein falsches Projekt effizienter machen. Wir geben inzwischen schon zu, das all die grossen Motoren eigentlich gar nicht mehr nötig sind. Man könnte jetzt schon sehr viel kleiner, leichter und kompakter bauen. Aber das Geschäftsmodell ist nun mal so laut und emotional aufgeladen wie die Mille Miglia.



Soll man da mitmachen, im Wissen, dass es den falschen Weg fördert?

Und sollte man nicht eher darüber schreiben, dass an den anderen 364 Tagen die Innenstädte Italiens ohne Verkehr sehr viel schöner sind? Weil die Realität nicht ein 1952er Alfa, sondern 1000 hässliche Opels ist?

Und darüber, dass Rom erst durch die Autos so unbewohnbar und scheusslich wird?

Das weiss ich nicht.

Insofern überlasse ich das den Lesern.

Wer MM haben will, bis zum bitteren Ende in Rom und das ganze Spektakel vier Tage lang, sage bittschön Bescheid, dann stelle ich die nötigen Anträge.

So oder so habe ich auch schon ein Alternativprogramm. Mit Beiradlerin!

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