Donnerstag, 20. Januar 2005
Noch mehr Hamburger Debakel
Aber so läuft´s Business! Netlife hätte das eigentlich wissen können - schliesslich ist man "Marktführer für Softwarelösungen im Finanzdienstleistungsbereich" - äh, gewesen. Durch die Börse gelebt, durch die Börse gestorben, denn heute ist das nicht mehr so der tolle Markt wie 99, als der Neue Markt noch blühte und die Brokats und Intershops auszogen, die Welt zu erobern... Spassigerweise hat noch im Juni letzten Jahres der mit Dr. Neuhaus Techno Nord GmbH verbandelte INCOM II KG VC-Fond 25% der Aktien erworben, was nun eventuell zu erhöhtem Abschreibungsbedarf führen könnte. Solche Finals liebe ich.
Hm. Goldwick, Netlife - vielleicht sollte ich bald wieder nach Hamburg, dann klappt´s auch mit SinnerSchrader. Und der Verurteilung von Alexander Falk, der heute mal wieder im Gericht war. Landgericht, nicht Amtsgericht :-)
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Sinnloses Geschradere
Kurz gesagt: Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz der Agentur im ersten Quartal vor Weihnachten nochmal, der Überschuss ist mickrig und reicht nach den üblichen Erfahrungen kaum aus, um die meist weniger lukrativen Restquartale genauso zuversichtlich grinsend zu durchstehen. Die Aktionäre jedenfalls lassen den Kurs schon wieder bröckeln - Sinner Schrader ist damit jetzt in etwa genauso viel wert wie vor einem Jahr. Und das ist in diesem Jahr nun wirklich keine gute Performance.
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Die neue Bescheidenheit der New Economy
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Andernorts
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Spargel bananelt sich bei Scholz und Friends
Überparteilich? Ach ja? Und wer ist Internet-Beauftragter der CDU?. Und was und wer macht denn die INSM so?
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 19. Januar 2005
Fast so schön wie der Tod des Jamba-Nilpferds
Und das ist nun mal ein Startup, das so ziemlich jeder kennt: Wer Nachts bei Neun Live, DSF, TV München oder TV Berlin reinschaut, sieht deren nackte Tatsachen, soweit die Kamera draufgehalten wurde. Goldwick machte Sexy Clips, 0190er-Werbung, die erste deutsche Nacktmoderatorin bei Neun Live, aber das scheint in den Zeiten der Internet-Pornographie nicht mehr das lukrativste Geschäft zu sein. Deshalb: "Du willst extrageilen Final-Content mit noch warmen Leichen? Oh ja, hol Dir die volle Marktpenetration bei 0190-DONALPHONSO."
Wo Neun Live jetzt wohl seine Filmchen herbekommt? Die nächsten Wochen würde ich da von einem Praktikum eher abraten... 120 Punkte, bitte.
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Viel zu schön
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Hyatt Hamburg, 2. Floor Lobby , später Vormittag

Man kann da nicht einfach rein. Du musst dich an der Rezeption melden und sagen, dass du hoch willst, und man geleitet dich zum Aufzug. Du fährst in den zweiten Stock des ehemaligen Speichergebäudes, oben nimmt dich eine dieser idealtypischen, hohen nordischen Frauen im Empfang, nimmt dir den Mantel ab, und du erkennst ihn sofort wieder, den dem Ritual innewohnenden, indiskreten Charme der borgeoisen Unruhe, denn die Freundlichkeit soll den Rastlosen zumindest ein paar Momente die Illusion normaler zwischenmenschlicher Beziehungen erlauben. Gut gemacht, wirklich, und irgendwo traurig.
Mehr bei Restaur.antville
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 18. Januar 2005
3+7+4+0+3 Stunden Schlaf
Dann stehe ich in der U-Bahn, und die nächste kommt erst in 19 Minuten, 18, 17, die Gehirntätigkeit fällt auf das Niveau einer Amöbe (Amöbenhirn, das Lieblingsschimpfwort meiner kleinen Schwester), und der letzte Gedanke ist, was passiert, wenn ich in der U-Bahn einschlafe, die Station verpasse und dann im Hamburger Norden vielleicht noch ausgeplündert werde...

Der Gedanke dauert so lang, bis die U-Bahn kommt.
Und dann, im letzten Moment, kam sie die Treppe runter. Keine Ahnung, warum sie um 0.22 Uhr noch ein Kleinkind durch die Gegend zerrte - jedenfalls wuchtete sie sich noch in den Zug, setzte sich direkt mitsamt dem erkennbar unzufriedenen Kind hinter mich, und ich stellte die nächsten 15 Minuten fest, dass jegliche Form von Einschlafen nahe der auf 5000 Hertz kreischenden, alle 10 Sekunden neu startenden Babyturbine auf 102 dbA nicht möglich ist. So komme ich hellwach und mit einem Pfeifen in den Ohren bei der richtigen Station an. Wenn ich das nächste Mal U-Bahn fahre, werde ich einen Lutscher minehmen und den dann in das Auge des akustischen Orkans stecken. Falls ich je nochmal U-Bahn fahre natürlich.
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Real Life 16.1.05 - Jungfernstieg
Es ist dunkel, es regnet, ein paar Meter schwappt eine ölige Brühe in der Innenalster. Meine in Erwartung nordestdeutscher Verhältnisse gewählte Jacke ist, seitdem ich aus den Hyatt gekommen bin, wahrscheinlich genauso nass wie das weisse Mäntelchen, in dem die junge, schlanke blonde Frau friert.
Ja bitte?
Kennen Sie sich hier aus?
Ich bin seit 7 Stunden in Hamburg. Ich bin 1,80 Meter gross und nicht gerade verhuzelt, wie man in Bayern sagt, aber ich bin auch erkennbar südlicher Abstammung, zumindest, wenn ich mir die hier in rauen Mengen auftretenden grossen, blonden, nordischen Menschen anschaue. Und dann fühle ich mich instinktiv, nun, sagen wir mal andersrassig, was ich ja eigentlich auch bin. In Bayern gehe ich als Bayer durch, aber hier beschleicht mich seit 7 Stunden das Gefühl, in einem Lusttraum von Lebensborn-Fanatikern gelandet zu sein. Die Frau im weissen Mäntelchen müsste eigentlich erkennen, dass ich nicht von hier bin.
Nein, bedaure, ich komme aus München.
Es ist wirklich kalt, eine steife Brise kommt aus dem Norden und weht ihr die Haare aus dem Gesicht, und sie lächekt.
A so, jo, I a. Oba wissns velleicht, wo des via Johreszeitn is, is des des linke oda des rechte von dene erleichtetn Heisan?
Oisa, vom rechtn kumm I grod hear, des woas ned, oiso muass es as linke sei.
Danksche, sagt sie, so breit, dass es irgendwo aus der gegend um Mühldorf kommen muss. Mühldorf am Inn. Die reden so breit. Und haben oft noch Brauereien.
Bittsche, sage ich im gewöhnlichen Mittelbayerisch, von dort, wo die Bäcker um 2 Uhr nachts an die Öfen gehen. An schena Obnd.
Eine hochgeschossene, blonde Frau mit gentomatenroter Haut kommt während des bayerischen Abschiedszeremoniells vorbei, und weil wir in dieser vulgär klungenden Fremdsprache reden, schickt sie uns den Blick eines Schillparteianhängers, der zwei bongospielende Afrikaner sieht.
Ich bin ganz im Norden, ganz oben, und bei der Fahrt zum nächsten Ziel läuft inm Radio ein Lied mit dem Tiel "Nordisch by nature".
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Montag, 17. Januar 2005
Geht es schlimmer als Berlin?
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Sonntag, 16. Januar 2005
Liebe Unternehmer, die ihr mich anmailt,
Warum sind diejenigen, die Euch Pr- und Business-Bloggen als das dollste PR-Ding seit dem geschnittenen Brot anbieten, nur so kleine, arme Micker?
Wenn PR-Bloggen soviel bringt, wie sie behaupten, warum bringen sie es dann zu nichts?
Warum erzählen sie Euch nie mehr als die paar ewig gleichen Beispiele für Business-Blogs wie Sun und Microsoft, deren angeblicher Erfolg übrigens durchaus bezweifelt werden kann?
Warum zeigen sie Euch nicht die abgesoffenen Versuche solcher PR-Blogs, wie Rabbit, wie einige Dinger bei Nokia, ein paar Versager von MS und die verrottenden Bleiblogwüsten der alten Medien?
Warum zeigen die Euch keine von ihnen selbst ins Leben gerufenen Projekte, die verifizierbaren Erfolg haben?
Wenn ihr schon ein grosses Content Management System habt, warum solltet Ihr Euch für teures Geld nochmal ein kleines , reduziertes Blog-CMS anschaffen?
Warum sagen die Euch nicht, dass es eine Mordsarbeit ist, so ein Blog gut zu füllen, dass es aufgrund der Lohnkosten und der nötigen Qualifikation teuer ist und nichts den Erfolg garantieren kann?
Und wenn sie Euch dann alles aus einer Hand anbieten und ihre Kumpels mit an Bord holen wollen, wenn sie Euch die Kärrnerarbeit zu Eurem Erfolg abnehmen für einen hübschen Batzen Geld, vom Blogmonitoring mittels Blogg.de-Abfrage über das Gegendarstellungsgekeife ihrer Partnerin bishin zur Einrichtung und zur hochqualitativen Contenterstellung - dann stellt Euch mal die Frage, wie oft Ihr Euch nochmal in einen bescheurten Hype reinfaseln lassen wollt, statt die Laberköpfe mit ein paar gut gezielten Fragen festzunageln und dann mit einem harten, gerechten Vorschlag zur Erfolgsevaluation aus dem Büro zu komplimentieren.
Einfache Faustregel: Wer ohne Blog seine PR nicht in Griff hat, wird sie auch mit externen Dienstleistern und PR-Blog nicht in Griff bekommen. Zumal Journalistebn Blogs ohnehin <ahref="http://www.blogbar.de/archiv/2004/12/28/warum-journalisten-pr-blogs-scheisse-finden/">nicht wollen. Ganz sicher nicht.
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Falls der Server wackelt:
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Sonntag, 16. Januar 2005
Und noch eine Leiche
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Bandit Altitude 40 over Zero
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Full Service AG
Aber vielleicht wurde das schon zu oft getan? Vielleicht ruft zu oft jemand einfach an und gibt kostenlos gute Tipps, etwa für SAP? Das ist natürlich schlecht für die Profis wie die GSOAG CONSULTING Aktiengesellschaft (oha, aber hallo) aus Neukirchen, die sich dann plötzlich im Besitz des Aktenzeichens 33 IN 3/05 befinden. Was ist eigentlich mit SAP los, dass all die Berater das Zeitliche segnen? Mitte 2004 hiess es noch, man habe die Liquiditätsentwicklung unter Kontrolle, aber irgendwie scheint es nicht wirklich geholfen zu haben - und das ist kein kleiner Fisch, Mitte 04 mit knapp 100 Mitarbeitern.
240 Punkte bitte.
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Freitag, 14. Januar 2005
Dirt Picture Contest: Um die Ecke

Oder Sturmtruppen, oder eine kompakte Kampfeinheit für neurechte Ordnung. Der Laden hat viel davon. Muss wohl so sein, in Berlin. Wo Bedarf, da Markt.
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Wer Krieg führt
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Blowjobs
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Nur mal zur Erinnerung
Zu den Mitarbeitern von Heydrich im SD, Georg Wolff und Horst Mahnke, zu Ex-Gestapo-Referent Heinrich Schnitzler und Ex-Gestapo-Chef Rudolf Diels, die alle für den Spiegel tätig waren, wartet man immer noch auf eine Erklärung des Magazins. Und darüber könnte man sich wirklich mal aufregen, statt den Stolz der Briten auf ihren Sieg im 2. Weltkrieg ins Lächerliche zu ziehen.
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Die 7 Todsünden
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Karmapunkte

nur wird das die junge Dame wohl selbst brauchen, nachdem ich ihr so viel vom Bloggen vorgeschwärmt habe (und jetzt entsprechende Dienste leisten muss, um es zum Laufen zu bringen).
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Donnerstag, 13. Januar 2005
Spiegel-Nazi-Banane
Das dürfte Hitler nur dann getan haben, wenn ihm die Kriegserklärung der Briten vom 3. September 1939 wegen des Überfalls auf Polen entgangen sein sollte; danach war England alles andere als neutral - schon am 4. September 39 war der erste Luftangriff auf Helgoland. Peinlich, das.
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Gmail statt GMX-Bug
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Real Life November 2001 - Business English
Man darf nicht undankbar sein: Diese Tage in den Bergen gehörten immer zum Intensivsten, was ich in diesen Jahren erlebt habe. Die Jahre davor war es voller grenzenloser Zuversicht - 2001 war alles vorbei, und jeder wusste es. Nur der Typ, der als Success Story eingeladen war und mir beim Abendessen gegenüber sass, meinte noch Grund zum Lächeln zu haben. Ja, Software, nein, kein E-Commerce, sondern Dienstleistung für einen immer noch boomenden Markt. Am nächsten Morgen sollte er was über den internetionalen Markt erzählen, den er bediente, und begleitet von seiner Pressesprecherin aka PR-Managerin, machte er an mir gewissermassen die Generalprobe. Er war sehr stolz, dass er gleich nach der ersten Finanzierungsrunde Englisch als Firmensprache eingeführt hatte; neben so tollen Geschichten wie Aktienoptionen und amerikanischer Vergütung für das Management. Die Anlaufverluste bei der Durchsetzung der neuen Firmensprache bestritt er nicht, aber sein US-Office sprach sowieso Englisch, und seine Coder beschaffte er sich vom internationalen Markt. Englisch war Pflicht, auch beim Mittagessen. Auf seiner Website war Deutsch nicht die Regel, sondern nur eine Option. Und weil zwei Tage zuvor so ein Gimpel seinen Pitch auf auswendig gelerntem Englisch runtergerattert hatte, überlegte er sich, ob er seine Key Note nicht ebenfalls in Englisch to the public adressen sollte - vor einem Publikum, das sich ausschliesslich aus Deutschen zusammensetzte.
Zweieinhalb Jahre später war alles vorbei. Der CEO hatte im Lauf der Jahre und der Finanzierungsrunden praktisch seine gesamten Anteile an die diversen VCs übergeben. Die PR-Managerin war schon längst in Richtung Home Office und Stundensatz outgesourced worden. Man sägte ihn nicht ab, weil sich das Einarbeiten eines Nachfolgers an Bord des unrentablen Wracks, das seine Firma geblieben war, nicht mehr lohnte. Man schoss den Laden nicht ab, weil man keine Ausfallbürgschaft vom Bund bekam, und weil es die Hoffnung gab, doch noch vielleicht einen Exit hinzubekommen. Es war die Zeit, als schon die kleinste gute Meldung eine Sensation während des Massensterbens in der Munich Area war. Letztlich kaufte dann ein US-Unternehmen, das bislang ein Hauptkunde gewesen war, die Firma, schloss die Münchner Operation und verleibte sich die US-Tochter mit zwei Tekkies ein, und die wenigen überlebenden Bizz-Websites feierten den Erfolg, und der CEO, sagte man, suchte jetzt einen Job bei einer Beratungsfirma oder Ähnliches.
Wenige Tage später war ich bei einem VC zu Gast, der ebenfalls Geld in der Firma gehabt hatte - und nur einen Teil wieder bekommen hatte. "Wissen Sie", sagte er, "wir können eigentlich alle froh sein, dass es vorbei ist. Besonders der CEO. Eigentlich ein netter junger Mann, er sass auch oft hier, auf dem Stuhl neben Ihnen. Aber ... irgendwie konnte man dem nichts sagen. Diese ganze Spinnerei mit dem internationalen Markt hätte man auch anders machen können. Das waren vielleicht Kosten. Aber er wollte unbedingt selbst und überall Weltmarktführer werden, und wenn er dafür seine Anteile verschleudert, gut, seine Sache." Draussen, im Himmel über der einzigartigen Munich Area, zeichneten Flugzeuge mit weissen Kondensstreifen abstrakte Gemälde in das unendlichen Blau. Und ich war froh, dass es vorbei war.
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