Freitag, 18. März 2005
Steilvorlage für Morgen beim Spiegel
Das Problem lag schon bei der englischen Ausgabe vor, die den Artikel ebenso enthalten hat - aber das ist keine Entschuldigung.
[UPDATE:] Ganz nebenbei enthält der Artikel noch eine grenzwertige Behaupung, Zitat:
"Stellen Sie sich eine Fluggesellschaft vor, bei der Passagiere [...] in weniger als 60 Sekunden mühelos Check-in, Zoll, Sicherheitskontrolle und Boarding passieren können [...] Singapore Airlines (SIA) und der Changi Airport arbeiten an einem solchen System [..] Im November 2004 begannen SIA und der Airport mit 9000 Vielfliegern einen sechsmonatigen Pilottest ihres Angebots "Fully Automated Seamless Travel".
Aha. Nur zu doof, dass es so einfach wohl doch nicht ist, laut Betreiber:
While the normal process may take between 8 and 15 minutes, the FAST traveller will be cleared in less than 2 minutes at the dedicated FAST lane.
Stellen Sie sich vor, sie werden in der Performance eines Systems um 100% angelogen... und wie liest sich das dann? So:
Die Möglichkeiten der Biometrie [...] werden unserer Meinung nach weniger durch Technologie, gesetzliche Vorschriften oder die öffentliche Akzeptanz begrenzt als durch mangelnde Fantasie.
Zum Glück gibt´s ja noch das Manager Magazin.
... link (10 Kommentare) ... comment
Hurricane AG weggeblasen
Ich war mal mit einer Nobelanwältin unterwegs, die einen Anruf von einem Klienten bekam - Geld ohne Ende, aber leider das Hirn im Alter zwischen 20 und 40 weggekokst, und der las ihr dann über Freisprechanlage den Vertrag vor - faktisch hatten seine Partner reingeschrieben, wir dürfen nur soundsoviel nehmen, wie das Gesetz erlaubt, aber hintenrum gestehst Du uns weitere soundsoviel mal 2 zu. Zum Glück war es Winter, Cabriofahren ging nicht, sonst hätte die halbe Leopoldstrasse die Schmerzensschreie einer bekannten Persönlichkeit der besseren Gesellschaft Münchens mitanhören können. Es dauerte etwas, bis er sich von seinem fassungslosen Gestotter befreit hatte, aber dann ging es 5 Ampeln sotto voce, eine richtige Stretta, Rossini hätte es nicht besser hinbekommen, diesen galoppierenden Irrsinn, und die Nobelanwältin neben mir trat dabei noch gehörig aufs Gaspedal, um zu retten, was dann letztendlich nicht mehr zu retten war.
Ich kann nur vermuten, dass sich bei der Hurricane AG ähnliche Geschichtenaus dieser Wunderwelt steuersparende Kapitalanlagen ereignet haben. Hier dreht es sich allerdings um eher mittelprächtige Immobilien; die Geschädugten dürften also eher ein paar Nummern kleiner als der Brüllaffe damals im Cabrio sein. Manche dürften schon geahnt haben, dass da nicht alles optimal läuft, und jetzt bkommen sie hiermit traurige Gewissheit: Die Hurricane AG macht nur noch Zahlenspielerei beim Amtsgericht, und das Ergebnis lautet 910 IN 1440/04.
Ich habe eine gewisse Vorstellung von den Szenen, die jetzt in den Kanzleien ablaufen. Die einen werden immer noch sauber geschnittene Anzüge tragen, und die anderen verbeulte Hosen haben. Und etwas weniger Geld als früher.
... link (0 Kommentare) ... comment
Das ziehen wir ganz gross auf.

Und wenn sich die kaputten, grauen Wände nicht noch ein paar Blocks weiter nach Norden erstrecken würden, wenn das Publikum hier Geld zum Ausgeben hätte, wenn hier nicht jeder schauen würde, aus dieser kaputten Ecke weg zu kommen, dann wäre das vielleicht sogar eine Idee, mit der man einen Kunden für das ganz gross aufziehen finden könnte.
... link (1 Kommentar) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 17. März 2005
So, die Hälfte der jungen "Elite"
Prima!
VERPISST EUCH , nehmt am Ausgang den Jura-PR-Marketing-Consultant-Dreck mit und lasst uns hier in Ruhe arbeiten. Kleiner Reisetipp: Am besten nach Nordkorea mit seinen public-private-partnerships, auch Inguschetien soll um die Jahreszeit sehr schön sein, und in den unterentwickelten Regionen Pakistans liegt das Wirtschaftswachstum vor Bereinigung um den Drogenhandels bei 200%.
Ich kannte mal so einen Elite-Studi, der mir ohne Ende vorschwallte, wie beschissen doch Deutschland sei und wie offen Amerika. Der war dann ein Jahr drüben beim Studieren und vermietete seine Studentenbude mit erheblichem Aufpreis so lange an einen anderen. Als er dann zurück kam und ihm die Wohnung wegen der Geschichte gekündigt war, beschwerte er sich wegen der fiesen deutschen Gesetze. Dann gründete er einen Coffeeshop-Franchise, versuchte die Verluste mit Spekulationen am Neuen Markt abzufangen, und ist jetzt privatinsolvent. Angeblich jammert er immer noch über dieses fiese Deutschland.
... link (39 Kommentare) ... comment
Kleine wirtschaftspolitische Umfrage
... link (25 Kommentare) ... comment
Für alte DCT-Freunde ein Hinweis:
... link (24 Kommentare) ... comment
Web.de ist weg.com
Und dann auch noch Google mit Gmail, die Web.de zwangen, ihren Kunden die Accounts auf 20fach bis unendlich auszublasen - das ist langfristig nicht wirklich gesund, keine Frage. Wie auch immer, United Internet kauft den Laden für 200 Millionen plus 100plusZerquetschte in Aktien. Allerdings auch nur den Kernbereich. Und nachdem Web.de noch 100 Millionen in liquiden Mitteln rumliegen hat, wäre das gar nicht mehr so entsetzlich viel, wenn es sich nicht zufällig um ein Internetportal handeln würde.
Und da wird es bitter, weil die Randbereiche eher nicht allein überleben können. Da wird das Blut spritzen, da werden rote Ströme in
... link (7 Kommentare) ... comment
Real Life 17.03.05 - Girls Girls Girls
Es war eine völlig verrückte Zeit, und es gab eine Nacht in ihrer Wohnung, die was mit einer eidesstattlichen Erklärung zu tun hatte, die damals jemanden gerettet hat, bevor etwas losbrach, das in Deutschland nichts und niemand stoppen kann; etwas, das vernichten wollte und das nach meinem Willen auch tun sollte, nur diesen einen Typen nicht, der mit Schuld war, aber durch einen verrückten Zufall mir plötzlich gegenüber sass, und da dachte ich, nein, du kriegst nochmal eine Chance, auch wegen ihr, denn du warst dumm, aber ich habe nichts davon, wenn sie dich auch zertreten. Ich half ihm, die Zeilen zu schreiben, und dann sind wir zu ihr und haben es ausgedruckt, in der schwärzersten Nacht, in der schlimmsten Zeit meines Lebens.
Jetzt ist sie in Berlin. Und ich fürchte, dass es ihr nicht allzu gut geht, aber es war nicht viel Zeit, um mit ihr zu reden. Nächste Woche dann...Irgendwann geht sie, sie kommt nochmal und mein Gegenüber interpretiert meinen Blick falsch, in etwa diese Richtung. mehr bei Insomnia
... link (5 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 16. März 2005
Table dance
Meine Bekannte, die damals noch als High Potential von der BAW galt und Teil des angemieteteten PR-Parfumbouquets war, fand die Idee aus einigen Gründen nicht gut. Schlecht für weibliche Nutzer, halbseidenes Image, ein fragwürdiges Signal an potentielle Partner, die ihre japanischen Gäste selbst mit AMEX in Bordelle schickten, die Tokioqualität diskret und ohne dumme Folgen für die PR lieferten. Er war von der Idee nicht abzubringen; alle Alternativen waren ihm nicht gut genug. Eine Yacht, ok, das hätte es gemacht, aber es war Februar. Den Table dance Club bekam er für paar tausend Mark, dafür volle Awareness, denn zum Table Dance kommt doch jeder, und so genau schaut in der Dunkelheit auch keiner hin.
Er hatte schon einen Hostessen-Katalog auf dem Tisch liegen, und ein Angebot für eine Original-Location eingeholt, sah sich schon zwischen Tänzerinnen gefeiert, in ausgelassener Stimmung, fuck reality, this is the night and Bizz is sexy, da kam der Umschwung. Sein Dad bekam Wind von der Sache, und ein Telefonat später war das Projekt nur eine Überlegung gewesen, ein Witz, ein Vorschlag der zugekauften PR-Leute, mehr nicht. Letztlich ging man dann doch ins Arabella Hotel, wie alle anderen auch.

Und so kam es, dass eine der sicher kontroversesten Veranstaltungen der Munich Area scheiterte, bevor sie begann. Wann immer ich an so einem Schuppen vorbeifahre, frage ich mich, wie das wohl geworden wäre, dieses Zugeständnis an das wahre Wollen und Verlangen der Zielgruppe, die bei der CeBit wahrscheinlich dauernd davon träumt, dass die Hostessen ihre BHs von Servertürmen runter ins Publikum schmeissen.
Meine Bekannte, die im Innersten die Hurenaspekte ihres Berufes hasste, sich nie wirklich an das Verkaufen ohne tabus gewöhnen konnte, hatte keine Gelegenheit, sich darüber zu freuen. Der Auftrag wurde storniert, schliesslich brauchte man einen Schuldigen. Ein halbes Jahr später schloss die weltweit operierende Agentur ihre Münchner Niederlassung bis auf ein paar Mann.
... link (0 Kommentare) ... comment
Blogwarte für 275 Euro
Inhalt:
* Weblogs professionell überwachen
* Wann sollten Sie sich als PR-Verantwortlicher einmischen
* Stellungnahmen und selbst „bloggen“ – richtig oder falsch?
* Weblogs als Instrument der Unternehmens-Kommunikation nutzbar machen
* Kontaktaufnahme zu Bloggern
He, Stefan Keuchel, Pressesprecher Google Deutschland (seine Blog-Keuchelein sind hier), davor bei schon so oft gedissten Peinlichkeiten wie Ketchum, Edelmann, Public, Boettcher Hinrichs (wie war da übrigens Dein Exit? Ketchum hat ja mit blauen Briefen ziemlich abgebaut ;-) ) ich mache Dir auch ein Angebot: Ich trete einen Teilnehmer anschliessend in den Dreck, und wenn der es nicht verhindern kann, weil ein Vormittag mit kleinem Buffet eben doch nicht ausreicht, zahlst Du ihm das Geld zurück.Da wird es auch nicht helfen, wenn Du Ihnen mit dem Stichwort "First Mover" Corporate Blogs andrehst.
Für alle, die hier über Suche reinkommen: Es gibt keine erfolgreichen Business Blogs, und man kann auch nichts dagegen tun, wenn die Blogs mal loslegen.
Eigentlich müsste man den Knilch von der verantwortlichen Firma Directnews AG kreuzigen, dass sie sowas veröffentlichen und an Blogger rausschicken. Guerillamarketing, das nur in der eigenen Fresse landen kann.
... link (33 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 15. März 2005
Posternow kann man sich an die Wand nageln
Damals, in der eher weniger glücklichen Phase meiner Jugend, als ich eher schmächtig war, lief das so: Jemand brachte einen Katalog in die Schule mit, man kreuzte die Nummern an, die man haben wollte, zahlte ein paar Mark, und dann kam irgendwann eine fette Rolle an. Ich bestellte damals ein paar Surfposter, pinnte sie an die Wand, bekam bald darauf meine erste Rennsemmel (Bic Show, 3 quietschrote Finnen, wenn sich wer erinnert), wurde in diesem windreichen Sommer recht kräftig und betonierte ein paar Typen nieder, die ich eigentlich schon immer mal niederbetonieren wollte.
Margot legte sich im Sommer auf das Brett, und ich machte an ihrem feuchten BH rum. Sie war sehr schön, und wenn ich eine Weile rumgemacht hatte, lasen wir Walter Moers. Deshalb bin ich Don Alphonso geworden und habe was zu erzählen, flenne nicht bei Ebay, halte Internetgeschäftsmodelle für doof und habe folgerichtig auch nicht die Nummer 9 IN 254/05 beim Amtsgericht Darmstadt.
Aber 120 DCT-Punkte. So geht das, Ihr Luschen.
... link (8 Kommentare) ... comment
Dummdidumm
In eigener Sache: Fehler bei FOCUS Online
Im CeBIT-Special von FOCUS Online sind in den
vergangenen Tagen Fehler passiert. Einige
Pressetexte von Unternehmen sind als
FOCUS Online-Produktnews veröffentlicht worden.
Aufmerksame Blogger haben uns darauf hingewiesen.
Wir haben die betreffenden Texte von der Seite
genommen.
Die Chefredaktion von FOCUS Online bedauert
die Fehler. Sie entsprechen nicht den journalistischen Standards von FOCUS Online.
Der Screenshot ist eine Waffe.
... link (15 Kommentare) ... comment
Real Life 15.03.05 - Aus der Übung
Es gab manche, die liessen nur die Fachwörter perlen und versuchten sich mit kleinen Füllwörtern wie is und a und we und will über dem Wasser der virtuellen Ärmelkanals zu halten. Das Management hatte einen Übersetzungsdienst laufen und sprach bei den Meetings dann natürlich deutsch. Man kann ja, man darf ja. gemein, wenn man dann dazu kommt und selbst Englisch redet, beharrlich stur, langsan. Ja, es war gemein, ich hatte Übung, die nicht. Ich schrieb sogar Englisch, alle zwei Wochen ein grösseres Stück. Wenn ich ganz fies war, schickte ich ihnen englische Briefe und erfreute mich an der kreativen Satzstellung, die eigentlich ist ganz einfach, ist sie nicht?
In der Tat sie ist. In meiner Erinnerung. Heute Nacht habe ich den text doch gleich auf Englisch geschrieben. Und jetzt von der Übersetzerin zurückbekommen. Richard II ist dagegen ein ein blutarmes Kasperltheater. Ich werde wieder mehr Emglisch lesen. Vielleicht auch mal wieder Kontakt zu einer PR-Maus halten, auf der anderen seite des Atlantiks, und ihr dafür die umgebohrte Visitenkarte eines fettleibigen Security-Vertriebs schicken, der für Grossbanken arbeitet.
... link (9 Kommentare) ... comment
Erinnert sich wer an die Jamba-Comments bei Spreeblick?
... link (0 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 14. März 2005
Denn sie wissen nicht was sie da sagen
... link (14 Kommentare) ... comment
Offene Debatte: Wie sagen wir es unseren Journalisten?
Ich frage, weil bei kritischen Berichten an der Blogbar heute einige komische, anonyme Postings über die IPs abgegeben wurden, die in der Nähe von Medienkomnzernen anzusiedeln sind. Da sehe ich einen gewissen Gesprächsbedarf. Zum anderen kommen hier ja auch laufend Kollegen vorbei. Themen gäbe es genug, von der Qualitätskontrolle über Leserwanderungen bis hin zur Ketzerei, ob die Leser vielleicht den Stil der Blogger gegenüber der Pseudonüchternheit der Journalisten bevorzugen, Thema Ansprache, Kommunikation, Leserbindung, oder auch mal die Frage, ob vertikale Portale überhaupt noch zu halten sind.
Also, wie ist es? Traut Ihr Euch, die Debatte öffentlich zu führen? Oder schaut Ihr lieber weiter nur rum, was da passiert, macht mal ein feiges anonymes Häufchen hier und da und sagt in der Kantine, Blogs sind soch eh nur Müll? Ya got the balls? Postet hier oder mailt mich an, donalphonso | ät | gmail dot com
... link (6 Kommentare) ... comment
Kleine Programmänderung wegen Leipzig.
Frank Patalong
das Gespräch führen.
... link (25 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 14. März 2005
Qualitätsjournaille,
... link (4 Kommentare) ... comment
Dirt Picture Contest -Mauerfront

Aber was soll man schon von Leuten erwarten, die ihre Brut über diese Trümmerwüste schleifen. Früher waren hier die Blöcke zu Ende, jetzt endet hier die Ziviluisation, die es aussenrum in den hässlichen Blocks auch nicht gibt. Mittendrin in der Brache verrottet, wie sollte es anders sein, der typische kaputte Kühlschrank im Gestrüpp, gleich hinter dem sinnlosen Asphaltfleck. Das ist die Welt, in der sie leben. Im Sommer wächst das Gras, deckt den Unrat zu, sie gehen baden und vermehren sich. Im Winter kommt der Dreck zum Vorschein, es dauert Jahrzehnte, bis so ein Kühlschrank verrottet, Jahrhunderte, bis ihn hier jemand entsorgt, es ist hässlich, und so sind dann auch die Menschen. Nur falls sich jemand wundert, warum hier niemand freundlich ist.
Weiter vorne ist dann noch mehr Kaputtes zu sehen. Die gepiercten Betreiber des Marktes, ansonsten eher Discobetreiber von nebenan, braten Würste schwarz und tun sie in lapprige Brötchen. Mit Senf aus Tuben. Davor ist eine Horde Kinderwagenschieber. Die Inhalte brüllen. Ich mache, dass ich weg komme.
... link (17 Kommentare) ... comment
Real Life 12.03.05 - Moneybrother bei Spreeblick

Klicken und gucken. Und hey, Ihr habt was versäumt.
... link (1 Kommentar) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 12. März 2005
Heute Nacht:
... link (0 Kommentare) ... comment
Premium Journalisten Content
Man kann sagem, dass sich das Pack gegenseitig aushungert: kein Essen hier, keine gute Meldung da. So wird das nichts mit dem Restart der New Economy, meine Lieben. Zumal, wenn es doch was guibt, man sich aber mit anderen um das Essen prügeln muss, dann ist das auch nicht wirklich gut für die Laune. Bei einem Blog-Business-Event in der Munich ASrea, hört man, gab es noch nicht mal Kaffee. Verheerend. Und dabei ist es doch so leicht - so sah das Buffet gestern Nacht um ein Uhr aus, als die Meuten in zwei Fresszügen darüber her gefallen waren. Immer noch was da.

Die Stimmung war gut. Die Leite waren nett. Manche trugen sogar wieder T-Shirts mit dem Namen ihrer Multimedia-Firma auf der Bühne. Wie Jambas, aber viel besser. Es gab sehr schöne Schlüsselbeine zu bewundern, die Orga war so um die 20 und knackig, wie man als Journalist die Orga eben mag, die einen umwuselt und betreut, die Stimmung war prächtig, und viele junge Dinger liessen ihre Digicams schnurren. Es war richtig gut. Party like it´s 1999 - damals bekam ich diesen Preis.
Ein gelungener Abend dank des Buffets und der Getränkegutscheine ohne Limit. So macht man das, ihr Startup-Krepierer. Am Rande: Meine Laudatio habe ich übrigens in 3 Minuten Pitch Bitch Quickie Zeit runtergerattert. Einmal gelernt, nir wieder vergessen.
... link (0 Kommentare) ... comment
Real Life 12.03.05 - Am Morgen darauf
Am nächsten Morgen liegen zehn Zentimeter Neuschnee, und ich fahre früh durch die Finsternis des Tages nach Berlin, wo ihre Todfeinde sitzen. Wenn sie es tun, werden die sie nicht leben lassen. Monopolisten mögen keinen freien Markt, und wenn sie eine Lücke übersehen haben, ballern sie da rein, bis nichts m,ehr lebt. So sind sie zu Monopolisten geworden. Da zu überleben, egal wie klein und schnell und anspruchslos man ist, ist nicht leicht.

Aber tun werden sie es. Was sollen sie sonst tun, wenn sie es schon so weit gebracht haben. Zumindest wird es diesmal nicht die Jagd auf der überfüllten Autobahn mit 250 mit 5 Metern Abstand zum Vordermann, die wir 1999 unter dem strahlend blauen Himmel der Munich Area veranstaltet haben, bevor die Nebelwand kam. Diesmal ist der Weg frei, der Himmel bleibt trübe, und es ist kalt und rutschig. Und Schutzengel gibt es bis heute nicht.
... link (0 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 11. März 2005
Telekomisches zu Six Apart
Nur eine Sache verstehe ich nicht. Das bedeutet nichts, weil ich ja ein Depp bin und von Wirtschaft keinerlei Ahnung habe. Deshalb stelle ich ein paar Fragen an der Blogbar.
... link (2 Kommentare) ... comment
Nermbercher aufgebascht!
... link (3 Kommentare) ... comment
Ihr auf der CeBit: Sie wollen Euren Skalp.
Da kann man nicht Nein sagen, wenn man sich die Achtung der Leute nicht verscherzen will. Also lasse ich mich vom Mo auf die Ausstellung fahren, deren Logo, Website und Plakate Massenvernichtungswaffen für verzärtelte Designer in Metropolen wären: Bunt, schlicht, grob. An den Werbemitteln vorbei fliesst ein Strom von Menschen aller Altersstufen, hin zum Messegelände, wo die Firmen der Region erklären, was sie so tun. Ich gehe zum Dachdecker, wir reden eine Weile über die Qualität von Dachstühlen des 16. Jahrhunderts und Donaueiche, die, gut gepflegt, locker ein, zwei Jahrtausende hält. Ein Photo von meinem Dachstuhl, Baujahr 1600, ziert die braune Stellwand an seinem Stand.

Ich verabschiede mich vom Dachdecker und vom Mo, und gehe noch etwas umher. Maler, Gerüstbauer, Installateure und Restaurateure kenne ich auch, wir unterhalten uns über das Geschäft. Alle sind echte Mannsbilder, nicht dünn, robust, kompakt, und wenn man die Invasion der McKinseys in ein Unternehmen aufhalten wollte, würde einer davon, mit einer ordentlichen Dachlatte oder einem 2,5 zölligen Kupferrohr in der Hand ausreichen, um die Jahresleistung der McK-HR ungespitzt in den Boden zu hauen, wie man hier bei uns sagt. Selbst die normalen Arbeiter fahren dicke Geländewägen und sehen zufrieden aus. Es geht ihnen gut, die Region brummt. Man achtet sich, es ist genug für alle da, der Chef sagt zu allen Meister, und die Arbeiter nennen ihn Chef.
Der Gerüstbauer hat kräftig expandiert und zeigt den staunenden Kindern seine neueste Hebebühne. Später dürfen sie in den Lastwagen probesitzen, und Süssigkeiten bei dem Weltmarktführern holen. Davon gibt es hier einige, aber alle kommen hier her, weil es ihre Heimat ist, und, so sagt mir ein Geschäftsführer, es wichtig ist, dass auch die Familien mal sehen, wo Vater und Mutter arbeiten. Klar, das grosse Geld verdienen sie in Osteuropa, am Golf und Ostasien, aber ihre Kunden wollen die Qualität, die in einem kleinen Dorf im Altmühltal entsteht, und nichts anderes.
Auf dem Weg nach draussen komme ich noch bei einem Konkurrenten der Firma vorbei, bei der mein Vater Teilhaber ist. Was nicht heisst, dass man nicht befreundet ist. Als es ihm mal nicht gut ging, hat mein Vater ein paar Aufträge an ihn abgetreten. Beide Firmen haben in den letzten 30 Jahren niemanden entlassen. Das ist absolut unvorstellbar, denn wer dort arbeitet, gehört diese 37,5 Stunden mit seiner ganzen Kraft und Überzeugung zur Firma, man braucht sein Wissen, seine Erfahrung, seinen Witz und seine Art. Geschweisst wird dieses Bündniss auf den Volksfesten und in den Werkhallen, und alle wissen, dass die Chefs früher selber nur zu zweit waren und alles gemacht haben, von der Abrechnung bis zum Müll. Seit 1946 schreiben beide Firmen schwarze Zahlen. Als der Gründer mit 84 Jahren im Büro tot umfiel, kamen alle aus beiden Firmen auf die Beerdigung. Sein Sohn hat lediglich ein neues Telefon einbauen lassen. Die eMails werden von der Sekretärin formatiert, ausgedruckt und vorgelegt. So ist das hier, im reichen Herz des Landes.
He, Ihr kleinen Pinscher auf der CeBit, Ihr stinkenden Wichtigtuer, Ihr Zukunftswichser, Ihr verkommene Bande von Verlierern, Ihr Ausgeburten kranker Beraterhirne, all Ihr Business Prozess Value Chain Data Mining Micro Marketing Optimizing Tools Provider und Success Revenue Outsourcing Enabling Creators: Wenn Ihr von KMU sprecht, in Euren idiotischen Powerpoints, dann macht Euch klar: Es gibt diese KMUs nicht, diese Idioten, die Euch Geld für Euer Gesülze geben. Es gibt nur Leute, die was vom Geschäft verstehen, und die wissen, dass die Anschaffung Eurer Lügenbeamer nur rausgeschmissenes Geld ist, das sie Euch nicht bezahlen werden. Sie werden Euch vielleicht anhören und Angebote vortragen lassen. Sie werden Euch in den Staub verhandeln, weil Ihr mit Eurer Art für sie Dreck seid, und diese Behandlung das einzige ist, um den Respekt ihrer Meister zu behalten. Sie werden Euch Deadlines und Milestones reinbetonieren, dass ihr nur noch nach Luft schnappt, und wenn Eure Arbeit nicht auf den letzten Punkt so ist, wie es im Vetrag steht, werdet Ihr keinen Cent sehen. Ihr werdet der unterste, billigste Diener sein, und wenn Ihr dabei drauf geht, ist es denen egal, weil Ihr kein Teil des Systems seid. Ihr seid nicht auf dieser Messe. Ihr könnt nicht schafkopfen, ihr seid irrelevant und nur dann akzeptiert, wenn Ihr mehr gebt, als Ihr bekommt. Keinen Konkurrenten, keinen Arbeiter, keinen Hund würde man so behandeln, wie man Euch behandelt.
Sie wollen nicht Eure Prospekte und Medienberichte in Sudelblättern, die hier keiner kennt, sie wollen Euren Skalp. Und Ihr mickrigen Dienstleister werdet diesen Skalp abliefern, denn Ihr braucht jeden Auftrag. Ihr habt keine Wahl. Danach werden sie Eure Knochen abnagen und das Mark aus dem Bein saugen. Und ihre Männer werden daneben stehen, das Bier in der Hand, und es gut finden.
... link (46 Kommentare) ... comment



