: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 27. Dezember 2004

Barchetta Reloaded

Ich habe hier gefragt, was ich mit der Barchetta tun soll, die meine kleine Schwester mir aufdrängen möchte. Nun, in den letzten Tagen sass ich schon mehrfach auf dem nassen Fahrersitz, liess mir orkanartigen Fahrtwind durch die Lücke zwischen Scheibe und Hardtop um die Ohren wehen, und lernte, dass Vollgas mit so einem Winzauto bei Glatteis zu den Dingen gehört, von dem unsere Eltern zwar keine Ahnung, und dennoch aber zurecht gewarnt haben. Wie auch immer: Ich werde die Barchetta nehmen. Dummheit? Mitleid mit meiner kleinen Schwester? Schneller in Berlin? Alles und nichts.



Aber: Die Ergebnisse der Umfrage schockieren mich dann schon etwas. Ich hatte gedacht, für aufgeschlossene, entspannte Menschen zu schreiben, die die Versuchungen des Daseins und den Gewinn daraus zu schätzen wissen, die Vernunft nicht gleich mit calvinistischer Rationalität gleich setzen. Aber: Gleich 19 Abstimmende von 34 meinten, ich solle den Barchetta an Achmed verkaufen, was ja noch der Völkerfreundschaft dienen kann, und das Geld sparen. Ich vermute mal, dass die Abstimmenden das letzte Wort noch nicht mal im Duden nachschlagen mussten. Also sparen - und dann? Wozu? Für wen? Für welche Gelegenheit? Einfach so sparen, ohne Sinn, Zweck und Verstand? Meine Lieben, lasst Euch gesagt sein: Geiz ist Scheisse. Geizige Menschen sind das Ungeilste, was ich mir vorstellen kann. Und es entspriche auch nicht meinen levantinischen Adern.

Ich schreibe gern für Euch weiter. Wirklich. Aber bitte, lest, begreift, gehet hin und bessert Euch. Das ist das Blog eines überzeugten Hedonisten, eines Libertins, eines Geniessers, dessen Lebensziel das Angenehme und die Lebensfreude ist.

Auf den weiteren Plätzen kamen "Auto in Berlin gammeln lassen" und "aggressiv bemalen". Das sind nun Ratschläge, die ernsthaft zu bedenken sich lohnt.

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Jetzt neu mit provinziellem Headerbild,

solange ich in der Provinz bin. Eine Dame im ländlichen Kostüm ihrer Zeit, ganz ohne die lästige Hoftracht, die in der grossen Stadt zu tragen war, und ihren Unbequemlichkeiten. Man mag sich beim Betrachten vor Augen halten, dass Briefe zur Entstehungszeit des Gemäldes durchaus berichten konnten, dass die Tante dieser Person sehr angenehme Tage in der Provinz zu verbringen wusste, mit vielen guten Freunden und ländlichem Leben. Alles sei wunderbar, die Wiesen frisch, die Feste galant, nur über die Bauern habe man sich etwas geärgert, weil die angesichts der schlechten Ernte keine Abgaben leisten wollten - man habe dann das Dorf zur Strafe verwüstet, und bei der Gelegenheit ein paar entzückende junge Schafe entdeckt, die man jetzt im Schloss gross ziehe, diese freundlichen Geschöpfe.

Andererseits muss man für sie fast schon hoffen, dass sie nicht eine Harmlosigkeit wie das Manuskript für Voltaires philosophisches Wörterbuch liest - dafür konnte man um diese Zeit selbst als Adliger noch hingerichtet werden.

Wer wissen will, was das ist: Eine (nicht allzu gute) Kopie der Dresdner "belle Liseuse" von Liotard, ca.1746. Und in Wirklichkeit liest sie den Brief eines Galans, der sie ficken will.

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