: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 29. September 2005

Real Life 28.09.05 - Bläser

Das ist seit Kremer das 4. Konzert in Folge, das du ausfallen lässt. Schön langsam geht es runter auf das Niveau eines Primaten, aber es gab jedes Mal eine gute Begründung. Frankreich. Vortrag. München. Und heute schlichte Unlust, weil Bläser so irgendwie gar nicht deiner aktuellen Stimmung entsprechen. Die bessere Gesellschaft, die sich um Karten prügelt, findet das sicher dekadent. Aber es geht einfach nicht. Trotzdem bist du jetzt da und wartest. Dass sie rauskommt, ihre Mutter verabschiedet, und dann mit dir noch auf ein, zwei Stunden ausgeht.



Unten wartet noch jemand. Sie geht auf und ab, ganz in Schwarz, gelangweilt abwartend. Ihre hohen Schuhe knallen auf dem leeren Platz vor der Betonwüste des Theaters, und so verinnen die Minuten in dieser kühlen, aber nicht kalten Nacht. Vielleicht kennst du sie, sehr wahrscheinlich sogar, aber wenn es die ist, an die du denkst, dann willst du sie nicht treffen. Da ist zu viel passiert, es hat von Anfang an nicht geklappt, die Ablehnung war auf beiden Seiten gleich stark.

Dann rauscht drinnen wie ferner Regen der Applaus, lange, durchdringend, es kommt eine Zugabe, Applaus, da capo, und dann tröpfeln die Herrschaften heraus, überraschend viele ältere Frauen immer noch mit goldenem, silbernem, blauen und grünem Lametta um die Oberkörper, unscheinbare graue Männer, dazu einige junge Leute im Landhausstil, weiss und braun, die nächste Generation, nur wenig Abendkleider, obwohl davon oft Dutzende in den Schränken schlummern, und alle schwatzen sie durcheinander. Unter ihnen ist auch dein Date; sie weiss, dass du oben an der Treppe wartest, also schüttelt sie Frau Mama ab, die mit einer Horde anderer Leute, unter denen auch deine Eltern sind, Richtung Kanonier verschwindet.

Noch bevor du ihr entgegeneilen kannst, kommt die Frau in Schwarz die Treppe hoch, zusammen mit einer typischen, rundlichen Matrone. Sie ist nicht die, an die du gedacht hast. Und erst Stunden später, als Iris dann gegangen ist, ihr Parfum noch den Raum erfüllt und der Schlaf nicht kommen will, fallen dir all die offenen Enden, unerledigten Beziehungen und ausstehenden Telefonanrufe wieder ein, die eigentlich abgearbeitet werden müssten, wenn du hier endgültig wieder ankommen und ein Teil der Gesellschft werden willst.

Willst du aber nicht. Eigentlich.

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Das nächste Mal wird alles gut

Diesmal hat es nicht geklappt, mit der unabhängigen Alternative zu Cicero, Spiegel, Focus und Stern. Vielleicht das nächste mal auch einen anderen Ort, zum Beispiel München. München ist angenehm, wenn´s nicht klappt, kann man für gutes Geld kellnern, wshalb es auch kaum gute Münchner Blogs gibt. Da stirbt es sich für die Hoffnung dann auch schöner als im Berliner Hinterhof.



Und im Berliner Hinterhof sterben ist wirklich keine schöne Erfahrung. Schon der Anblick als Lebender, im Frühherbst, der eigentlich schon ein Frühnovember ist, macht einen schaudern. So gesehen eine typische Berliner Geschichte, das Heft Abseits. Andererseits, was soll´s, all the web is belonging to us. Via Stralau, solche Nachrichten müssen ja aus Berlin kommen...

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Blogroll-Update

Passiert ja nicht oft, aber

http://mymspro.blogspot.com/
http://dermorgen.blogspot.com/
http://che2001.blogger.de/

sollten mehr gelesen werden.

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Sie haben es geändert.

"Luxus-Unternehmer Stern: Steine des Anstoßes" steht jetzt bei Spiegel Online über den aus Deutschland stammenden Juwelier Stern, statt

"Luxus-Unternehmer Stern: Der Klunker-König, der Deutschland liebt".

Wie vorher. Was tut man nicht alles für eine Alliteration. Besser die philosemitische Maske verlieren, als eine schlechte Pointe. Zu spät, Freunde. Meine Digicam war schneller. Und gewisse Einstellungen in den Köpfen kann man nicht editieren.

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Traditionspflege

Man ist ja so einiges gewöhnt. Aber es gibt Tage, da möchte man den Computer sofort wieder runterfahren und aus dem Fenster schmeissen, in der Hoffnung, dass man damit einen sog. "Journalisten" erwischt, vorzugsweise von der Bildzeitungsfiliale SPON. Heute war es wieder so weit.

Darauf etwas Gutes, darauf ein Kampagnenbeitrag.



Klicken macht gross. Mal schaun, ob und wann der SPON da einen Rückzieher macht. Und vielleicht auch den verantwortlichen Vollpfosten in der Redaktion feuert. Ach so, das war gar kein Prakti. Ups, das ein ein Redakteur gemacht. Hm, und der steht gut mit dem 99%-Müll-Blumencron.

Na dann. Wird´s wohl bleiben.

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Mittwoch, 28. September 2005

Minoritäten-Quote

Noch ein Beitrag aus Berlin-Mitte für diese Kampagne.



Klicken macht gross.

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200 Motels

und Don "Desaster" Alphonso mal wieder auf allen Kanälen. (Schamloses Marketing fürs Ego und Robert Basic)

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Die kleine A-List-Verschwörungstheorie

Die angeblich egalitäre Bloggesellschaft - eine Chimäre, eine Legende, alles gar nicht wahr. In Wirklichkeit, so eine amerikanische Studie, kapseln sich die A-List-Blogger ab, verlinken fast nur untereinander, und linken nicht zurück, wenn jemand anderes auf sie linkt. Dadurch entsteht eine Hierarchie, oben wenige, die für die grosse Masse die Themen, den Ton, die Richtung vorgeben, unten diejenigen, die arm, ohne Leser vor sich hinvegetieren. Das war, salopp wiedergegeben, eine der zentralen Thesen des Vortrags von Prof. Dr. Neuberger bei der Konferenz in Karlruhe.

Nach meiner Meinung ist das eine Verschwörungstheorie, die sich ihre Argumente ohne Wissen darum holt, was in der Blogosphäre wirklich geschieht. Sie geht von der Grundprämisse aus, dass Blogger generell um hohen Traffic wetteifen, dass es ihr Ziel ist, den Aufmerksamkeitsmarkt der Blogosphäre zu beherrschen.

Jeder, der sich mal ein bisschen umgeschaut hat, weiss, dass das schon aus strukturellen Gründen nicht möglich ist. Die allermeisten Blogs bedienen einen mehr oder weniger klar umrissenen Markt. Vielleicht ist es Stricken, Gothik, Selbstverstümmelung, Sex, Magersucht, eine Popgruppe, Photographie, eine Depression, ihr Arbeits- oder Privatleben, Kultur, Politik, was auch immer, anything goes und das auch in den krudesten Mischungen.

Daraus folgt, dass die A-Lister, wenn man den Begriff schon nehmen will, selbst nur einen kleinen Teil der thematischen Bandbreite des Interessen der Blogger wiedergeben können. Was zur Folge hat, dass A-Lister angesichts der grossen Menge von Blogs in Deutschland dennoch kaum zur Kenntnis genommen werden. Wenn wir im Moment von etwa 120.000 mehr oder weniger aktiven Blogs ausgehen, verlinkt weniger als 1% davon den momentanen Spitzenreiter, das Bildblog. Anders gesagt, über 99% verlinken das Topblog nicht. Weit weniger als 1% verlinken IT&W und Spreeblick. Bei Blogbar, das als Metablog eigentlich beste Aussichten hat, viele Blogger als "Nabelschaublog" zu interessieren, sind es unter 0,5%, Rebellen ohne Markt, immerhin noch in den Top20, kommt gerade man auf 0,3% Verlinkung aus der Blogosphäre. 99.7% verlinken mich nicht. Aufgrund der Unzulänglichkeit von Blogstats.de, worauf diese Zahlen beruhen, kann es durchaus sein, dass man die Zahlen sowohl der Blogs als auch der Links vergrössern, vielleicht sogar verdoppeln muss - am Verhältnis ändert sich dadurch nichts.

Die vergleichende Analyse der Links ohne Berücksichtigung der absoluten Zahlen ist ein höchst fragwürdiges Unterfangen. Es genügt nicht, nur auf die Toplisten zu schauen; man muss auch verstehen, was sie sagen. Es gibt Blogs, die mehr verlinkt werden als andere, aber sie dominieren nicht. Sie sind nur in kleinen Kreisen bekannt. Aber selbst, wenn wir mal davon ausgehen, dass jeder zweite Leser hier Blogger wäre, würde dieses Blog hier selbst an den besten Tagen von über 98% der Blogger ignoriert werden. Das allein relativiert die Idee, dass es so etwas wie die Marktbeherrschung durch A-Lister überhaupt gibt.

Bleibt die Frage, warum man darauf kommt, dass man sich für einen Link mit einem Gegenlink bedanken müsste. Ich habe keine Ahnung, ich kenne sowas nur vom äusserst unseriösen Fall der Kelly M., in dem ein "Jugendbündnis Weisse Rose" mit einer einzigartigen Spamaktion versucht hat, sich mit Links auf Gegenseitigkeit auf die Toplisten zu setzen. Ein ähnliches verhalten kenne ich sonst nur von einem Cluster stark rechtslastiger Blogs, die hier gern als Neoconnards bezeichnet werden und deren Mitglieder dazu tendieren, andere Blogs zwecks Awareness zu spammen.

Es gibt mehrere Gründe, die gegenseitige Verlinkung nicht vorzunehmen. Würde ich alle Verlinker in die Blogroll aufnehmen, würden da links vielleicht 500, 600 Blogs stehen. Ich wage es zu bezweifeln, dass das irgendjemandem was bringen würde. Generell negiere ich auch die Wirksamkeit dieser Links selbst bei A-Listern. Denn, um nur mal ein Beispiel zu bringen: Johnny vom Spreeblick verlinkt mich in seiner Blogroll. Gestern hatte er laut Blogcounter 6393 Visits auf seiner Website. Davon kamen nur 16 über diesen Link auf meine Seite. Das sind rund 0,25%, oder anders gesagt: Ein Link in der Blogroll bei einem Topblog wie Spreeblick bringt so gut wie nichts. Das entkräftet die Behauptung, die Verlinkung zwischen den A-Listern würde eine homogene, viel beachtete und besuchte Gruppe von A-Listern erst entstehen lassen.

Ich persönlich vermute ohnehin, dass Links weit weniger bedeutend sind, als angenommen wird. Das Publikum von Rebellen ohne Markt liegt bei 1/3 bis 1/2 von dem, was Spreeblick hat, clickt aber die links stehende Girlreihe öfter. Aber auch nicht besonders, mehr als 30, 40 Hits am Tag sind es kaum. Auch bei mir kommen die Leute vor allem wegen diesem Blog hier, und sicher nicht mehr als 10% nutzen die Blogroll.

Selbst, wenn ich in einem Beitrag verlinke, gibt es selten mehr als 300 Visitors, die dem Link folgen; das entspricht maximal 20% der täglichen Leser hier. So hat es der gestern verlinkte und heiss debattierte Beitrag von Media-Ocean nicht mal in die Top-100 bei Blogcounter geschafft, sprich, weniger als 370 Visits bekommen.

Und würde denn wirklich jemand clicken, wenn ich alle Verlinker hier jeden Morgen entgegen meiner Gewohnheit - denn eigentlich ist mir das von wenigen Ausnahmen abgesehen völlig wurscht - rausziehen und publizieren würde?

http://www.zielpublikum.de/blogs.htm
http://www.vuck.net/blog
http://www.svenscholz.de/?p=395
http://www.subfrequenz.net/linker/index.php?cat=33
http://www.rola.ndgu.de
http://www.odenwald-geschichten.de
http://www.myblog.de/somlu
http://www.nerdcore.de/wp/2005/09/26/ich-bin-deutschland-2
http://www.mischamandl.de/blog/2005/09/25/blogs-in-der-wissenschaft.hartz4
http://www.mela.de

Das ist jetzt nur mal die unterste Ecke meiner Referrer vom heutigen Morgen. Drüber kommt noch fünf bis zehn mal so viel. Wer es selbst anschauen will: Hier clicken und den Seitenquelltext aufrufen. Sowas müsste ich den obigen Theorien zufolge jeden Morgen machen, um kein elitäres, kleine Blogger ausbeissendes, pardon hier darf ich, Arschloch zu sein. Natürlich auch noch sauber verlinken, damit es mir das Layout nicht zerschiesst, und mit einer Empfehlung versehen. Sorry, das macht keiner, das geht schlichtweg nicht.

Und dann ist da noch was: Die Trackbacks. Das Linken auf Gegenseitigkeit kann man sich dadurch bei konkreten Debatten komplett sparen, das steht dann einfach im Kommentar. Wenn jemand hier einen Trackback setzen will, kann er das manuell in den Kommentaren tun. Wird oft genug gemacht. Das kann mitunter nervig sein, es gibt leider genug Trackbackspam und oft auch Blogger, die um des Trackbacks wegen trackbacken, ist aber längst normal. Jeder kann sich also bei einem A-lister einklinken. Wenn es dann langfristig mit dem Traffic und dem Wachstum nicht klappt, ist nicht das Problem des A-Listers. Erst, wenn man ihn dazu zwingen würde, sich um alle anderes zu kümmern, seine Leser aufzufordern, dort bitte doch auch das Blog voranzubringen, wäre die egalitäre Bloggerei vorbei. Dann würde ich dicht machen.

Ich komme zum Schluss: Die obige Analyse zur Hierarchie der Blogger ist falsch; ihre Argumente halten einer Überprüfung nicht stand. Sie kann nur entstehen, wenn jemand von Aussen kommend aufgrund seiner nicht auf die Blogosphäre übertragbaren Medienkenntnisse eine falsche Fragestellung entwickelt, einen verzerrten Eindruck vom Wesen der A-Lister hat und aus nicht verstandenen Toplisten unzulässige Rückschlüsse zur Stützung seiner Thesen zieht. Ohne auch nur ein mal mit denen zu reden, die im Zentrum seiner Untersuchung stehen, A-Lister wie die anderen Blogger. Was dann in einem fernen Land übernommen und in einem wissenschaftlichen Vortrag entsprechend kolportiert wird.

Und dann gibt es also Jungsakademiker, die meinen, es wäre unanständig, wenn man das Wort Ficken verwendet. Na ja. Wenn sie meinen.

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Montag, 26. September 2005

Campagneros!

Jetzt werden wieder mal angeblich die Millionen verbraten, die Medien geben kräftig Werbezeit und irgendwo wird das dann sicher schön steuersparend verrechnet, nehme ich mal an. Deshalb beteilige ich mich natürlich auch an "Du bist Deutschland".





Klicken macht gross! Via Johnny.

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It ain´t rocket science

Auch die Wissenschaft macht sich so ihre Gedanken um das renitente Versuchsobjekt und seine Gastspiele in Karlsruhe.

Christoph Neuberger hat in seinem Vortrag anklingen lassen, dass A-Lister zumindest in den USA eine elitäre Gruppe sind und nur ungern ausserhalb dieser Gruppe linken - das sehe ich nicht so. Also, meine lieben Piraten, Haifische, Killerwale, Piranhas, Krokodile und sonstiges hier rumschwimmendes Getier: Da drüben im Media-Ocean gibt es Wissenschaftler in freier Wildbahn beim Blogtalk. Anschauen ok, beschnuppern auch, aber bitte nicht gleich fressen - bloggende Wissenschaftler stehen unter Artenschutz.

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Seldom travelled by the Multitude

and just 10 miles behind the german border



Es sind solche kleinen Details, wie diese Strassennamen, die Art, wie Tempo-30-Schilder geschmückt werden, die kleinen Richtungspfeile, die so gar nicht an den Obrigkeitsstaat erinnern, die floral verzierten Strassenlaternen, der Mangel an rechten Winkeln, die unperfekten Dinge, die Farben, die Frankreich so liebenswert machen.

Zurück über der Grenze ist alles gerade, klinisch sauber, genormt, weiss, aufgeräumt, geregelt. Und statt des Strasse der Freiheit hat man die Strasse eines Nazi-Bürgermeisters, der als Mitläufer eingestuft wurde und danach wieder zu Ehren und Würden kam.

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Sonntag, 25. September 2005

Abschlussdebatte im ZKM

Ganz am Schluss, als ich mich schon etwas bei der Organisatorin hängengeblieben war, traf ich dann noch eine Bekannte aus alten Münchner Tagen, die jetzt am ZKM ist und mich noch in anderer, dem ZKM angemessener Funktion kennt. Sie war nicht auf der Veranstaltung, aber schon auf einigen anderen. Ihr zufolge hätte es hier schon alles mögliche gegeben, Brüllorgien, Exzesse, immer noch besser als die Langeweile, die wir ja aus München schon zur Genüge kennen, oder die Events für die closed circles, wo sich die treffen, die sowieso schon immer zusammen waren.

Da standen wir dann im hellen Licht eines Frühherbsttages, sprachen von alten Bekannten und dem Umstand, dass fast niemand mehr aus dieser Zeit in München ist, sie sind in Paris, Island, Hamburg, Berlin, Zürich, Porto; geblieben ist eigentlich nur eine Kulturreferentin, alles nicht schön für die Stadt an der Isar. Und ich dachte so zurück an unsere Aktion damals in einer Fabrikhalle, für ein sehr kunstsinniges, akademisches Publikum, und den Herrn aus Kanada...

Der war Medienkünstler und hatte eine Art user generated Video entwickelt, das durch den Dialog von realen Menschen und programmierten, künstlich intelligenten Wortagenten entstand. Die eingetippten Wortkombinationen lösten passend verknüpfte Videoschnipsel aus, die der Künstler im Internet zusammengeklaut hatte. Damit wurde der Film zusammengesetzt, und man konnte sich die Kommunikation und den Film auf zwei Displays anschauen. Es war lustig, an dem Video zusammen mit den Agenten rumzubasteln, und überraschend viele haben sich das auch getraut.

Was allgemein bekannt war: Ein paar Schnipsel enthielten auch Sex, oder akademisch gesprochen, bildliche Darstellungen geschlechtlicher Interaktion zwischen Personen (BDGIZP). Diese BDGIZP-Szenen waren natürlich auch verknüpft, aber es war nicht so einfach, als dass man einfach eine Wortagentin hätte anmachen können, und die Szene wäre gelaufen.

Trotzdem haben viele per WLAN versucht, genau das zu provozieren, und das Publikum blieb lange vor dem Plasmadisplay, irgendwann kam die BDGIZP-Szene, aha, man blieb noch ein paar Anstandsmomente und zockelte weiter zum nächsten Ausstellungsobjekt. Kurz, es war Kunst, es ist weltweit in dieser Szene anerkannt, es war damals via WLAN ziemlich einzigartig in Deutschland, und es war ein Höllenspass.

Und ich hatte bei der Abschlussveranstaltung ein wenig den Eindruck, zusammen mit Johnny genau dieses ansteuerbare BDGIZP-Element gewesen zu sein. Man wunderte sich trefflich über unsere Streitlust, über den harten Stil, warum wir nicht so sind wie unsere Kollegen von der Podcaster- und Videocaster"szene", die erkennbar um einen Sinn, sei es nun politisch oder ökonomisch, ihrer Tätigkeit bemüht waren. Ein Problem an sich grossartige Sache war, dass man sich Johnny und Don Ramone auf die Bühne geholt hatte, die jeweils eine sehr eigene Bühnenpräsenz haben. Andere wären vermutlich anders aufgetreten, ohne dass es - meines Erachtens - die Veranstaltung inhaltlich weiter gebracht hätte.

Denn ich hatte den Eindruck, dass man vorgehabt hat, damit in die"Blogger-Szene" einzutauchen, und man hatte wohl auch gehofft, dass dieses "Szene" nur darauf wartet, an die akademischen Diskurse angedockt zu werden und die passenden Antworten und Selbstreflexionen zu liefern. Nur, es gibt diese Szene nicht, so wie zwei Punkrocker nicht für die Popkultur stehen. Der Umstand, dass viele Leute die gleiche Software benutzen, bedeutet nichts, und wenn doch, dann nur auf der sozialen Ebene. Die wiederum lebt von Kommentaren. Und die Kommentare setzen eine Bereitschaft zur einer sehr ungewöhnlichen, asymetrischen Kommunikation voraus. Interessanterweise war die Vortragssituation sehr dem Bloggen vergleichbar - ich stehe mit Namen und Funktion erkennbar vorne, jeder kann mein Blog lesen und Informationen bekommen, aber was weiss ich von denen ausser dem Namen? Nichts. Und da sind wir dann wieder bei der Streitkultur, die sich jetzt darin äussert, dass ein empörter Zuhörer Johnny in seinem Blog anpöbelt - hier müsste er eine echte Mailadresse angeben, deshalb ist er wohl nicht hier.

Es ist nur logisch, dass mein Vortrag von vielen nicht gemocht wurde; die Kritik an Johnny verstehe ich nicht, aber meine Zeit als Akademiker ist ja auch schon lange her. Ich weiss nur noch: Nichts hasst der Betrieb mehr als die Nichtbeachtung des Betriebs, denn das bringt ihn zum Holpern. Der Blogbetrieb ist da mit seinen eigenen Codes über weite Strecken auch nicht besser. Aber ich hatte auch den Eindruck, dass ältere Wissenschaftler - im Gegensatz zu Studenten, die erst mal ihren ruhigen Platz im System finden müssen - und ältere Blogger nach 1o grossen Flames mit dem Holpern recht gut umgehen können. Es vielleicht sogar als dekonstruktivistisches Element schätzen, dieses baudrillardsche Pieksen des unbeweglichen Systems, bis es zuckt. Die Wissenschaftler waren unisono der Meinung, dass die Veranstaltung überfällig war und nicht ohne Follow Ups bleiben dürfe. Dann vermutlich mit anderen, eventuell auch softeren BDGIZPs, obwohl ich selbst schon wieder drei andere Anfragen habe. und ich wäre keine Rampensau, wenn ich sie nicht annehmen würde

Es war eine tolle Veranstaltung. Besser kann man die Organisation nicht machen. Alles andere ist dann die Sache der Teilnehmer. Es war oft kontrovers, manchmal blieb die Debatte leider vollkommen aus, und obwohl über dieses Blog hier berichtet wurde, die Rebellen ohne Markt der Quell meiner Erkenntnis sind, kam nichts davon hier an. Dieser Text ist nur das leise Plätschern kleiner Wellen an einem frühherbstlichen Strand, über den sich das unendliche Nichts der ewigen Nacht über dem Netz ausbreitet, und nichts, kein lauter Aufschrei im Kommentar deutet darauf hin, dass noch vor 48 Stunden, weit draussen auf dem akademischen Meer beim sonnigen Karlsruher Archipel, ein mittleres Gewitter tobte, denn dort gibt es schlichtweg nicht die Publizität, die hier vollkommen normal ist.

Und ich setze mich in den Sand, ziehe die Schuhe aus und lese in meiner aktuellen Blogzeitung, welche schönen Geschichten die bewundernswerten Kollegen inzwischen geschrieben haben,

just for the fun of it.

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Sonntag, 25. September 2005

Das krasseste Bild der Tagung

habe ich nicht geschossen. Das ging nicht, ich kann es nur beschreiben. Da war spät Abends noch ein Pärchen an einem Bildschirm im halbdunklen, leeren Foyer, während von oben leise Jazzmusik kam. Ich fragte nach einem Hauswärter, weil ich noch den Thinkpad aus dem abgesperrten Raum brauchte. Sie wussten auch nicht, wo der war. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass diese Seite hier offen war, mit den chakteristischen roten Rechtecken links unten.

Man könnte davon geschmeichelt sein, aber ich finde es schon etwas tragisch, ein Ding zu produzieren, in das eine Sie und ein Er dann spät Abends Seit an Seit reinschauen. Of all the possibilities in all the behavior in all the mankind, they are stuck to my blog.

So war das wirklich nicht gedacht, mit dem Bloggen. Ruft morgen gefälligst eine alte Freundin oder einen Ex an, macht ein Date im echten Leben aus, bevor Ihr hier nochmal herkommt.

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Schöne neue Medienwelt: VJs.

RheinmainTV präsentiert ihre VJs, 1-Personen-Teams mit Kamera, die alles allein machen: Kamera, Ton, Journalismus, Schnitt. Als das 1998 aufkam - im Radio hatte es oft schon 2 Jahre früher die Umstellung zum schneidenden Reporter gegeben - gab es grosse Dabatten. So richtig heftig wurde es in der Medienkrise, damals wurde es knallhart unter dem Motto Kostenersparnis umgesetzt, auf Kosten der Arbeitsplätze und der Qualität. Und jetzt gerade wurde es als tolle Sache präsentiert, mit vielen netten Bildern.



Glücklicherweise ist das Publikum kritisch und wenig begeistert. Maybe it´s their Future. Aber hey, wie realitätsverweigernd muss man eigentlich sein, wenn man heute auf der Sklavengaleere Medien anheuert. Das ist keine nette Bemerkung, ich weiss, aber im Moment muss man wirklich jedem davon abraten, sich auf dieses Scheissspiel aud Praktika, freiem Hungertum und massivem Abbau fester Anstellungsverhältnisse abraten.

Ja, ich bin ein Gegenbeispiel. Ja, bei mir lief es anders. Aber ich bin auch die Ausnahme von der Regel.

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23.30 Uhr im ZKM

Johnny blieb im ZKM am Buffet, ich war beim Bloggertreffen; Berichte gibt es wahrscheinlich bei den einschlägig bekannten Websites. Schon komisch; egal wo man in Deutschland hinkommt, finden sich ein paar Blogger, die bereit sind, für ein Treffen zusammenzukommen. Man könnte schon mal die Frage stellen, ob man die Real Life Komponente des Bloggens nicht massiv ausbauen sollte. Weil Blogger im echten Leben erfreulich angenehm und undogmatisch sind. Lohnt sich auf alle Fälle.



Danach zurückim ZKM: Aufräumen mit Johnny und den bezaubernden jungen Damen vom Organisationsteam, die eine grossartige Arbeit geleistet haben. Im Hintergrund läuft smoooth Jazz. Wir überlegen uns noch kurz, ob wir uns nicht mit der letzten Schüssel Tiramisu noch auf die Treppenn vor dem ZKM setzen sollen, aber wir sind alle zu früh aufgestanden. One of the fine stories that never happend.



Dann ins Schlosshotel, Bett, schlafen, frühstücken, good bye Johnny sagen - er fährt back2bigbadberlin - und wieder ins ZKM. Videocasting. Zukunftshoffnungen auch hier, Richtung Gegenöffentlichkeit. Also die Ecke, aus der ich ursprünglich komme. Ich bin erheblich vorbelastet und nicht wirklich objektiv,und vor allem eher pessimistisch, was den Erfolg solcher Aktionen angeht. Der Saal ist heute vergleichsweise leer - schade. Erwartungsgemäss geht die Debatte um die Glaubwürdigkeit von Medien vs. "Bürgermedien", wie die Vorgänger von Videocasting mal hiessen.

Wer sich das Projekt ansehen will: Kanal B.

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Freitag, 23. September 2005

Podcasting

Hm. Nicht ganz mein Ding, weder die technische Basis, noch die Zukunftsvorstellungen, die hier genannt werden. Man muss immer mit Vergleichen vorsichtig sein, aber ein Teil meiner dunklen Zeit in der NE hatte einiges mit Internetradios zu tun, teilweise auch mit Angeboten, die man heute als Podcast bezeichnen würde. Die Vortragenden sind sehr überzeugt davon. Aber ich habe noch immer nicht gehört, was sich seitdem verbessert haben sollte, ganz gleich ob Akzeptanz bei den Nutzern oder bei den Erlösmodellen. Bitte: Das ist nicht meine Debatte, die Debatte läuft hier vor Ort. A little bit of 1999. Wenn man bedenkt,wie die Einschaltquoten bei Wortsendern ist, geht da was nicht zusammen. (Was natürlich nichts über die Qualität eines Spreeblick-Podcasts aussagt)

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Strange, das mit Flickr

Während wir gefragt wurden,wie wir das mit Flickr sehen - Johnny und ich haben damit ja durchaus unsere Probleme, Stichwort Privatsphäre und die Gedankenlosigkeit,wie mit Handykameras umgegangen wird, schlimmer und "cooler" als die gute, alte Überwachungskamera - während wir also solche Dinge kritisieren, richtet jemand prompt ein Tag bei Flickr für die Tagung ein. Vielleicht bin ich langsam zu alt für diese Art der Bildpublizität. Vielleicht bin ich nur ein alter Sack, der aus Versehen in den Blogs gelandet ist.

Vielleicht erledigt sich das auch von selbst, wie bei der New Econmy. Ich denke aber, man wird damit leben müssen.

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Debatte

Nach einem recht theoretischen Vortrag über viele amerikanische Studien zu Blogs und vor allem den journalistischen A-Lister geht es zur Sache - die Dikussion.



Manche kennen sich ganz gut aus, rund ein Viertel der Leute haben selbst Blogs - und manche haben Probleme mit der Privatheit. Es geht hin und her, aber immerhin ist ordentlich was los.

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Zugabe! Zugabe!

1. Regel: Scheiss auf die Regeln. Kümmere Dich nicht um Zeitvorgaben.



2.Regel: Wenn das Publikum es fordert, dauert es eben mal 40 statt nur 30 Minuten.

Will sagen: Johnny hat toll erzählt. Von dem, was der Eck sicher nicht so plastisch rübergebracht hätte, und beileibe nicht so ausgewogen - die Sache mit den Business Blogs. Vor allem aber, toll vom Bloggen an sich erzählt. Schätze, wir haben morgen 10 neue Blogs :-)

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Da stehst du dann

der Ton ist aus, egal, laut sein, in die Mitte stellen, weg von dem Pult, Hände in die Hosentasche und erzählen. Kein Konzept, kein Blatt Papier 1 to 1.



Zwischenfragen nimmst du an. Klar, du kennst den Wunsch zu kommentieren. Also dürfen sie. Es war ziemlich konträr. Das wird eine lustige Debatte.

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Die Zusammenfassung des Beitrags,

den ich angesichts der hier erkennbaren Ahnungslosigkeit nicht halten werde, ist im Kommentar.

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Typische arrogante Schwa--hmpf---l--ampel

Ähdädädä, da will jetzt eine eine qualitative Kontrolle von Blogs, weil das nämlich alles irrelevant ist, was da geschrieben ist. Das ist ja wohl die übliche Standardfrage. Jetzt geh ich dazwischen. Wenn sie mich lassen.

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Volles ZKM

das hätte ich so nicht erwartet - ziemlich voll hier,70 vorwiegend junge Leute



Inhaltlich habe ich den Eindruck, back in 1999 zu sein.Klar sind Blogs, Chats und Podcasts für die Leute hier täglich Brot, aber der Gedanke, dass das auch nur ansatzweise inzwischen so etwas wie Relevanz hat, oder haben wird. Leggewie geht davon aus, dass Blogs besser als Foren sind,weil da was los ist - da wird kräftig mit dem Phrasenhammer auf das Thema draufgehauen. Ich verstehe durchaus, dass man von der Glotze die Schnauze voll hat, aber der Gedanke, dass das jemals eine Mehrheit machen will, ist in my humble opinion zu optimistisch - wenn man den Anspruch einer politischen Öffentlichkeit überhaupt erheben will.

Ich habe gestern was an der Blogbar darüber geschrieben, aber wenn das dann schon als Demokratiediskurs mit Public Access gesehen wird,nehme ich meine sanfte Zuversicht wieder zurück.

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Angekommen,so lala

durch den dicken Nebel des Hügellandes südlich der Donau,hier geknipst so gegen 7.10 Uhr



in Deutsch-Suedwest-Schwarzfussien. Jetzt weiss ich auch wieder,warum um schwäbische Autos so viel Blech herum ist: Rüstung für den Fall, dass die Bayern mit in Bayern üblicher Geschwindigkeit von hinten kommen. Mann Mann Mann... kaum schneller geworden seit Daimlers Zeiten.



Ich bin zu spät, das Wetter ist schön, der Saal ist voll. Und wie immer am ZKM, fällt sehr oft das Wort Ökonomie, tsss. Und der Vortrag hier ist mit DEmokratir 2.0 überschrieben. Manchem würde da einer abgehen, ich fühle dagegen ein leichtes nervöses Zucken in meinem Demokratieverständnis. Ich denke,ich werde nachher dem Publikum die Puppen und andere Psychos vorführen,um das hier mal zu erden.

Ach so, ja, und ich trage meine alte Kriegsfarbe Schlammgrün. Soeben kam vom Vortragenden Leggewie der Begriff einer demokratischen Elite in den Blogs - ich vermute, er hat noch nie ein Blog eines Myblog-Girlies gesehen, das seine Piercings im Macromode online stellt. Wo ist da bitte demokratische Potential des Internets?

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Freitag, 23. September 2005

Real Life 22.09.2005 - Die Reise nach G.

Im Boden eingelassen ist ein Trampolin, und alle Kinder wollen hoch hinaus. Weil sie nicht im Einklang springen, nimmt das Gummituch keine richtig Schwingung an. Sie kommen nicht weit nach oben, und am Rand stehen besorgte Mütter, immer bereit, den Bewegungsdrang zu stoppen, falls mal doch eines zu hoch kommen sollte, man kann ja nie wissen. Es ist angenehm weit weg von hier, nicht allzu laut, eine kaum störende Kulisse für einen geruhsamen Nachmittagstee in der Frühherbstsonne. Bevor das Reisen wieder beginnt, und die lange Phase der Ruhe beendet. Vier Städte in zwei Wochen, Karlsruhe, München, Strassburg, Berlin, und vielleicht auch noch Basel. Du rührst missmutig in deinem Tee und überlegst, wie du zumindest den Trip in die Schweiz ausfallen lassen kannst.

Und was du Iris mitbringen kannst, die auf der anderen Seite des Tisches wenig gut gelaunt ist. Das war so nicht vereinbart, da hat sie recht. Eigentlich solltest du am Samstag abend im Festsaal mit ihr in einem Konzert sein. Und mit ein paar Bekannten. Schlisslich gibt es sowas nur zweimal im Jahr. Sie hätte auch noch eine Karte für die Elitesse, die aber eingedenk des letzten katastrophalen Treffens lieber eine Zwischenprüfung machen würde, als nochmal mit Iris zusammenzutreffen. Was machst Du eigentlich mit der, fragen beide Seiten, und du bist irgendwie ganz froh, dass sie sich nicht gegenseitig darüber aufklären. Du redest im Autopilotenmodus irgendwelche Belanglosigkeiten in dem Wissen, dass der Abend mit ihr, wenn er denn vorgesehen gewesen wäre, wenig angenehm verlaufen wäre. Hoch oben zieht ein Flugzeug eine Kondenslinie in den unfassbar blauen Himmel.



Ich verstehe dich nicht, mault Iris. Kannst du nicht wann anders dort hin fahren? Dort ist G., ein kleiner Ort im südlichen Elsass zwischen Colmar und Mühlhausen, mit einer berühmten romanischen Abtei, aber die ist nicht dein Ziel. Du warst zehn Jahre nicht mehr dort, in dieser kleinen Stadt, wo sich die Menschen langsam hocharbeiteten, eineinhalb Jahrhunderte, bevor sie dann weiterzogen nach Franken, und deren letzter Spross du bist.

Drüben plärren die Kinder, die ohne Geschichte und Erinnerung aufwachsen werden, ihre Eltern werden alles platzsparend digital speichern, und später einmal wird das alles weggelöscht. In Zukunft wird sich die Geschichte aus 0 und 1 nicht mehr sträuben, wie in G., wo sie in allen Steinen steckt. Du könntest jetzt mit Iris einen Dialog darüber führen, wieso gerade eure beiden Clans mit euch aussterben werden, und ob das nicht auch ein Stück Luxus ist, das Antlitz der Welt von diesen alten, stumpfen und nicht weiter entwickelbaren Geschlechter zu befreien, in den Steinen sind ja noch genug Erinnerungen, und warum sollten nicht mal andere die Chance bekommen, die Stadtpaläste und Vorstadtvillen, so die nächste Flut sie nicht wegschwemmt, zu beziehen.

Aber das ist vielleicht nicht das richtige Thema für diesen Tag, und so versprichst du ihr, dass es nicht lang dauern wird, zu den Gräbern darf man sowieso nicht an diesem Tag, und mit dem Audi dauert es keine drei Stunden... das ist gelogen, du weisst, dass du es nicht schaffen wirst, aber es wahrt den eitlen Schein unter diesem einzigartigen blauen Himmel.

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Mal ne Frage

Ich bin ja morgen im ZKM in Karlsruhe und erzähle mit Johnny was über Blogs. Es sind auch einige andere lockere Leute da. Gibt es hier Interesse, dass ich ein wenig hier oder an der Blogbar mitblogge? WLAN wäre dort vorhanden.

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Zynismus des Monats

Manchmal bin ich doch etwas fassungslos, wenn ich mir die Dreistigkeit mancher Überschriften anschaue. Gestern zum Beispiel war in der Südeutschen ein Interview zur Frage, ob Schröder von den Medien ungerecht behandelt wurde. Die Antwort war "Nein" - und das kam ausgerechnet von "Media Tenor", der Nachfolgeorganisation der hier gefinalten und für seine Falschaussagen berüchtigten "Medien Tenor".

Und was wagt die Netzeitung heute zu titeln?

"Experte: Wähler belügen Meinungsforscher"

Ich hatte ja eher den Eindruck, dass es andersrum läuft - man denke nur an die Wehklgen der CSU am Wahlabend, dass man vergebens so viel Geld für Meinungsumfragen rausgeschmissen habe. Und wer wird da interviewed? Man mag es nicht fassen, ausgerechnet Klaus Kocks von "Vox Populi", der seit 30 Jahren bei der SPD ist, und diesmal in der Bild öffentlich als CDU-Wähler aufgeführt wurde. Der bis 2001 Kommunikationsboss bei VW war, sich selbst bei Schröder für Posten in der Regierung ins Spiel gebracht hat, und über den die FAZ ausführt:

Kocks hat in fünf Wahlkämpfen fünf Kandidaten beraten, einen aus der FDP, einen von den Grünen und drei aus der SPD - darunter Sigmar Gabriel, was angesichts von dessen aktuellem Karriereverlauf wohl auch die Grenzen der Kommunikationsberatung demonstriert.

So, die Wähler belügen also die Meinungsforscher. Ah ja. Mal ne andere Frage. Hat sich inzwischen schon ein Meinungsforscher aufgehängt?

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Der billigste Weg zur Macht

Was kostet es eigentlich die SPD, sagen wir mal, ein halbes Dutzend jetzt noch bei der WASG befindliche Ex-Genossen zurück in die Partei zu holen? Wenn Oskar mal wieder seine Psychopathen-Manier rauslässt, die PDS sich als totalitärer, undankbarer Haufen erweist und die Alternative irgend eine Koalition mit Schwarz und Merkel und FDP und Grün oder SPD wäre? Und wieviele waren das nochmal bis zur stärksten Fraktion? Drei, oder? Und sind die WASGler nicht eigentlich freie Kandidaten auf offenen Listen der PDS gewesen?Sind also eigentlich nicht wirklich PDS? Und haben Müntefering oder Schröder nie an sowas gedacht?

Nur mal so nachgedacht.

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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 21. September 2005

Zeytgemäsze pildliche Umbschreybunk

dero bayerischen hochwuerdigsten Staatspartey
und Ihrer grossmütigsten Machthaberei
aufgezeiget drey Tag nach der groszen Bataille
welche ünter Mithülf der hiesigen Bürgerschaft
nicht ad majorem delectatio der Superiori
und dero Merkelmetzen zu Berlin geschlagen ward.



Und welche gelten mag als Befintlichkeit
des Generalissino Söder sowie der Lanzknecht
vo der juvenilen Union und weiterer zerhauener
Groszmäuler welche ohne Transportatio
nach Berlin verpleiben werden
Anno Domini MMV.

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GFT verkauft an Pixelpark - hahahaha zu komisch

GFT Technologies, früher ein Riese im Onlinegeschäft, verkauft selbiges an den Ex-Riesen Pixelpark, heute eine kleine Coderbude in Berlin. Und was heisst das heute noch? Gerade mal 15 Mitarbeiter wechseln die Firma.

Gott sind die fertig. Das wollten mal Global Player sein.

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Bevor hier jemand zum Lügen-SPON klickt

Erst mal die Süddeutsche und Heribert Prantl lesen. Danach kann man sich das hysterische Geschnatter von das Äntschies gerupfter Büchsenspannertruppe sparen. Ausserdem kann Prantl auch schreiben, was heutzutage bei dem Kinderdrogenstrich der Online-Johurnaille nicht mehr oft zu erleben ist.

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