Stoffe Bonacker

Da liegt sie, faul, rund und zufrieden. Das Bett ist warm, die Daunendecke weich, die Luft draussen eher kalt, aber das stört sie nicht, solange andere in der Küche das Frühstück zusammenstellen. Diese Anderen bist du, und du hast Scamorza, Tete de Moine, gefüllte Champignons, Trüffelkäse aus der Champagne im Angebot, und dazu frisches Brot, das du besorgt hast, als sie noch vor sich hindöste und was von binmüdelassmichnochschlafn brabbelte. Du bringst es ihr ans Bett, spiesst die Champignons mit der tordierten Vorlegegabel auf und schiebst sie ihr behutsam, einen nach dem anderen, zwischen die Lippen, dort, wo ihre zartrosa Zunge sie zerdrückt.

Eh, sagt sie misstrauisch, als der Trüffelkäse an der Reihe ist, was sind denn das für schwarze Krümel da im Käse. Tote Fliegen? Du sagst, es hat schon seine Richtigkeit, sie soll einfach mal probieren, und sie findet diese Geschmacksnote ein wenig komisch, aber gut, was dir zur Erkenntnis verhilft, dass auch Elitessen nicht zwingend über einen elitären Geschmack verfügen. Dann prustet sie los und findet all das total komisch, in einem Bett unter Stuck gestopft zu werden, meterweise antiquarische Bücher neben sich, und dann noch dieser obszöne Vorhang, sie kommt sich vor wie in einem 60er-Jahre-Film über das Leben am Hofe von Ludwig dem na den den sie damals geköpft haben, den wie hiess der nochmal?

Der XVI, Louis Seize, sagst du, und gibst ihr recht, denn zufällig hat sie tatsächlich den Stoff des Vorhangs richtig eingeordnet, den man vor dem Bett fallen lassen könnte, um ein Maximum an Intimität zu schaffen. Für genau diese Momente, für dieses Frühstück danach hast du den Soff besorgt und nähen lassen, und bist damals keine Kompromisse eingegangen. Trüffel verlangt nach feinem Porzellan, Frauen nach edlen Stoffen, um darunter das Lied ihrer Schönheit zu singen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, diesen Stoff zu kaufen, aber wenn schon der Einkauf orgiastisch sein soll, im Stile der Zeit, dann gibt es nur eine Adresse: Bonacker in der Reichenbachstrasse in München.



mehr Frühstück im Restaur.antville

Donnerstag, 10. Februar 2005, 01:02, von donalphons | |comment

 
... die Glückliche ... !

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Nicht, wenn ihr Freund das liest.

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Ich, die Pottsau
habe eine ausgeprägte Neigung zum Manierismus.
Deswegen liebe ich es mich, in einem Ikeabett aufwachend, gleich der Fernbedienung meines SchneiderTv`s zuzuwenden. Und Zipp!
Schon eiern die Stimmen wohlvertrauter RTLfrühstücksfernsehblondbiszumanschlagkreischpüppis durchs Wohnschlafbadezimmer. Frau Pottsau, noch in der C&A Nachtkampfkombi, verwandelt sich gerade in eine Sirene. Die aus dem alten Griechenland. Sie ist meinem Nasenhaartrimmer begegnet. Was soll ich auch sonst tun, nächtens, wen Frau Pottsau schnarcht und ich keiner RufmichAn! Schnepfe mehr zuhören will.

Ich versteh`s nicht. Wozu macht sie solch ein Theater ums Aussehen. Der heutige Tag wird ihr lediglich einen Besuch beim Schalter am AA bescheren und anschliessend die übliche ALDI Tour. Ach ja.
Sie hat ja was mit dem Vorwerkvertreter unter uns. Deswegen. Scheinbar ist heute Prügelverstecktag. Akustisch hätte ich da die "Schangse" auf``n Spannerevent. Ist ein Plattenbau. Aber Frau Pottsau kreischt immer in der gleichen Tonlage. Also wozu.

Satans Tochter stolpert aus ihren Verschlag. Ihr Gesicht glitzert. Bin mal gespannt, wieviel Nägel die noch unterbringt . Ohren, Nase und Lippen sind bereits versorgt. Sie ist begeisterte Bulemieverfechterin. Und hat nen Hang zur Mathematik. 1337 oder so. Ich kenn mich mit dem Dreck nicht aus.

Wir haben kein Verhältnis. Sie ist aus erster Ehe. Ihr Vater hat sich nach einem NLP Seminar nach Berlin verabschiedet. Er leitet dort eine Drückerkolonne. Er programmmiert nun Ossis. Neuromässig. Per lingue. Zuletzt haben sie für eine Tierschutzorga Alte in Berlin abgezockt. Macht die Mörderknete. Sagt das Nagelkind. Die muss es wissen. Sie verkifft monatlich die Alimente. Mir iss es egal. Sie frisst wenig. Das spart auch.

Bald sind sie weg. Dann gehört die Ruhe mir. Ich werd mir erstmal einen Ansaufen, dann die PornoDVD´s umtauschen gehen. Oder ich machs umgekehrt. Egal. Nur keine Eile. Die Welt kann mich sowieso. Ich bin die Zielgruppe.

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naja,
wie parvenuehaft, sich diese dinge kaufen zu müssen...

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@ Don + motu:
Zwei Genrebilder aus der dichotomischen Gesellschaft - sehr schön, Kompliment an beide!

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Nörgler, Du wirst doch nicht etwa? Unter neuem Nick??

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@ mensch: Es geht nicht ums müssen, sondern um das wollen.

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@ booldog: Nein, keineswegs! Beweis: Wäre ich motu, dann hätte die Schilderung in jedem Fall auch etwas Wassersportliches enthalten.

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War doch nur ein Scherz!
"Wassersportliches". Herrlich, herrlich!!! :-)))

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ich bin kein noergler
@booldog: ich treib mich heimatlos herum. kein blogg und herr donalphons hat was altruistisches. bestenfalls maule ich.
zum nörgeln reichts nach wie vor nicht.

mit vorzüglicher hochachtung
ihr motuakoth

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Aber sind wir nicht alle hinausgehalten ins Nichts? Spüren wir nicht, häufig im Rahmen einer 3,5-Promille-Verkaterung, wie die transzendentale Heimatlosigkeit mit kalter Hand nach den Klöten greift?

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@noergler
anders:
meinereiner verwechselt egalitär mit elitär. bin eben kein solitär. soweit die mär. es fällt mir schwer und ich bereu es sehr.dieses dasein ohne buchstabenmeer.
und nun will ich nimmermehr.

scheene grütze
motu akoth

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off topic
Hallo lieber Don,

gratuliere zu deinen Passagen in der W&V 5/05 über blogging.

Sind Weblogs folglich DCT im Jahre 2005 ?

Viele Grüße

Immobilienmakler des Vertrauens

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Was ich im Interview sagte, war im Kontext erheblich negativer, inclusive einiger Verbalinjurien gegen das Business-Gesocks. Am liebsten wäre es mir, sie würden erst gar nicht mit dem Bloghype verrecken, sondern anderswo. Wieso machen die keinen Kühlschrankhandel am Nordpol auf?

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Wenn Heidegger mit Sartre genotzüchtigt wird
Nörgler, uns allen ist ein gewisses Geworfensein nicht abzusprechen, wie ein Hund ohne Knochen sind wir verdammt, den Sturm zu reiten, geworfen in eine Welt, in der die Mörder unter uns, die Hirnschrwurbler aber mittenmang sind, dennoch, es geht auch ohne Promille, denn siehe, zwischen Valoron und Tetrahydrocannabinol, aber sogar nüchtern, sind doch zig Wege, das Ausweglose zu finden.

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Warte nur, bis das Whisky-Blog da ist - da geht ohne Alkohol dann mal grad gar nichts mehr ;-)

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Ich sehe das Aufkommen einer neuen Whiskey-Klasse!
Bringen wir sie auf, wo wir sie finden!

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:-))
Sollte es jenes Blog, dem wir gegenwärtig - trinkflink wie Windhunde, zäh wie erbrochener Schleim und mit einer Leber hart wie Krupp-Stahl - entgegendelirieren, bald geben, so sind sind solche Content-Tips die Volltreffer, die gebraucht werden. Sowas paßt.

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Jungs, wird Zeit, dass das U-Boot bald mal in See sticht, mit den alten Hardcore-Torpedos an Bord. Die Blogosphären-Reeperbahn ist ja ganz nett, aber ich hätte gern mal wieder ein paar Wochen beim Untergang der anderen zugeschaut und mitgemacht :-)

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Prima: Unfrieden schaffen durch Don-Waffen!

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Da kommt gleich was angerauscht, aus der Tiefe der See :-)

"Friedhof schaffen mit DCT-Waffen"

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Zwischenspiel
dem Shantychor, Don Brasiliano y Tortuga.

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