Donnerstag, 17. März 2005
So, die Hälfte der jungen "Elite"
Prima!
VERPISST EUCH , nehmt am Ausgang den Jura-PR-Marketing-Consultant-Dreck mit und lasst uns hier in Ruhe arbeiten. Kleiner Reisetipp: Am besten nach Nordkorea mit seinen public-private-partnerships, auch Inguschetien soll um die Jahreszeit sehr schön sein, und in den unterentwickelten Regionen Pakistans liegt das Wirtschaftswachstum vor Bereinigung um den Drogenhandels bei 200%.
Ich kannte mal so einen Elite-Studi, der mir ohne Ende vorschwallte, wie beschissen doch Deutschland sei und wie offen Amerika. Der war dann ein Jahr drüben beim Studieren und vermietete seine Studentenbude mit erheblichem Aufpreis so lange an einen anderen. Als er dann zurück kam und ihm die Wohnung wegen der Geschichte gekündigt war, beschwerte er sich wegen der fiesen deutschen Gesetze. Dann gründete er einen Coffeeshop-Franchise, versuchte die Verluste mit Spekulationen am Neuen Markt abzufangen, und ist jetzt privatinsolvent. Angeblich jammert er immer noch über dieses fiese Deutschland.
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Kleine wirtschaftspolitische Umfrage
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Für alte DCT-Freunde ein Hinweis:
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Web.de ist weg.com
Und dann auch noch Google mit Gmail, die Web.de zwangen, ihren Kunden die Accounts auf 20fach bis unendlich auszublasen - das ist langfristig nicht wirklich gesund, keine Frage. Wie auch immer, United Internet kauft den Laden für 200 Millionen plus 100plusZerquetschte in Aktien. Allerdings auch nur den Kernbereich. Und nachdem Web.de noch 100 Millionen in liquiden Mitteln rumliegen hat, wäre das gar nicht mehr so entsetzlich viel, wenn es sich nicht zufällig um ein Internetportal handeln würde.
Und da wird es bitter, weil die Randbereiche eher nicht allein überleben können. Da wird das Blut spritzen, da werden rote Ströme in
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Real Life 17.03.05 - Girls Girls Girls
Es war eine völlig verrückte Zeit, und es gab eine Nacht in ihrer Wohnung, die was mit einer eidesstattlichen Erklärung zu tun hatte, die damals jemanden gerettet hat, bevor etwas losbrach, das in Deutschland nichts und niemand stoppen kann; etwas, das vernichten wollte und das nach meinem Willen auch tun sollte, nur diesen einen Typen nicht, der mit Schuld war, aber durch einen verrückten Zufall mir plötzlich gegenüber sass, und da dachte ich, nein, du kriegst nochmal eine Chance, auch wegen ihr, denn du warst dumm, aber ich habe nichts davon, wenn sie dich auch zertreten. Ich half ihm, die Zeilen zu schreiben, und dann sind wir zu ihr und haben es ausgedruckt, in der schwärzersten Nacht, in der schlimmsten Zeit meines Lebens.
Jetzt ist sie in Berlin. Und ich fürchte, dass es ihr nicht allzu gut geht, aber es war nicht viel Zeit, um mit ihr zu reden. Nächste Woche dann...Irgendwann geht sie, sie kommt nochmal und mein Gegenüber interpretiert meinen Blick falsch, in etwa diese Richtung. mehr bei Insomnia
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 16. März 2005
Table dance
Meine Bekannte, die damals noch als High Potential von der BAW galt und Teil des angemieteteten PR-Parfumbouquets war, fand die Idee aus einigen Gründen nicht gut. Schlecht für weibliche Nutzer, halbseidenes Image, ein fragwürdiges Signal an potentielle Partner, die ihre japanischen Gäste selbst mit AMEX in Bordelle schickten, die Tokioqualität diskret und ohne dumme Folgen für die PR lieferten. Er war von der Idee nicht abzubringen; alle Alternativen waren ihm nicht gut genug. Eine Yacht, ok, das hätte es gemacht, aber es war Februar. Den Table dance Club bekam er für paar tausend Mark, dafür volle Awareness, denn zum Table Dance kommt doch jeder, und so genau schaut in der Dunkelheit auch keiner hin.
Er hatte schon einen Hostessen-Katalog auf dem Tisch liegen, und ein Angebot für eine Original-Location eingeholt, sah sich schon zwischen Tänzerinnen gefeiert, in ausgelassener Stimmung, fuck reality, this is the night and Bizz is sexy, da kam der Umschwung. Sein Dad bekam Wind von der Sache, und ein Telefonat später war das Projekt nur eine Überlegung gewesen, ein Witz, ein Vorschlag der zugekauften PR-Leute, mehr nicht. Letztlich ging man dann doch ins Arabella Hotel, wie alle anderen auch.

Und so kam es, dass eine der sicher kontroversesten Veranstaltungen der Munich Area scheiterte, bevor sie begann. Wann immer ich an so einem Schuppen vorbeifahre, frage ich mich, wie das wohl geworden wäre, dieses Zugeständnis an das wahre Wollen und Verlangen der Zielgruppe, die bei der CeBit wahrscheinlich dauernd davon träumt, dass die Hostessen ihre BHs von Servertürmen runter ins Publikum schmeissen.
Meine Bekannte, die im Innersten die Hurenaspekte ihres Berufes hasste, sich nie wirklich an das Verkaufen ohne tabus gewöhnen konnte, hatte keine Gelegenheit, sich darüber zu freuen. Der Auftrag wurde storniert, schliesslich brauchte man einen Schuldigen. Ein halbes Jahr später schloss die weltweit operierende Agentur ihre Münchner Niederlassung bis auf ein paar Mann.
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Blogwarte für 275 Euro
Inhalt:
* Weblogs professionell überwachen
* Wann sollten Sie sich als PR-Verantwortlicher einmischen
* Stellungnahmen und selbst „bloggen“ – richtig oder falsch?
* Weblogs als Instrument der Unternehmens-Kommunikation nutzbar machen
* Kontaktaufnahme zu Bloggern
He, Stefan Keuchel, Pressesprecher Google Deutschland (seine Blog-Keuchelein sind hier), davor bei schon so oft gedissten Peinlichkeiten wie Ketchum, Edelmann, Public, Boettcher Hinrichs (wie war da übrigens Dein Exit? Ketchum hat ja mit blauen Briefen ziemlich abgebaut ;-) ) ich mache Dir auch ein Angebot: Ich trete einen Teilnehmer anschliessend in den Dreck, und wenn der es nicht verhindern kann, weil ein Vormittag mit kleinem Buffet eben doch nicht ausreicht, zahlst Du ihm das Geld zurück.Da wird es auch nicht helfen, wenn Du Ihnen mit dem Stichwort "First Mover" Corporate Blogs andrehst.
Für alle, die hier über Suche reinkommen: Es gibt keine erfolgreichen Business Blogs, und man kann auch nichts dagegen tun, wenn die Blogs mal loslegen.
Eigentlich müsste man den Knilch von der verantwortlichen Firma Directnews AG kreuzigen, dass sie sowas veröffentlichen und an Blogger rausschicken. Guerillamarketing, das nur in der eigenen Fresse landen kann.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 15. März 2005
Posternow kann man sich an die Wand nageln
Damals, in der eher weniger glücklichen Phase meiner Jugend, als ich eher schmächtig war, lief das so: Jemand brachte einen Katalog in die Schule mit, man kreuzte die Nummern an, die man haben wollte, zahlte ein paar Mark, und dann kam irgendwann eine fette Rolle an. Ich bestellte damals ein paar Surfposter, pinnte sie an die Wand, bekam bald darauf meine erste Rennsemmel (Bic Show, 3 quietschrote Finnen, wenn sich wer erinnert), wurde in diesem windreichen Sommer recht kräftig und betonierte ein paar Typen nieder, die ich eigentlich schon immer mal niederbetonieren wollte.
Margot legte sich im Sommer auf das Brett, und ich machte an ihrem feuchten BH rum. Sie war sehr schön, und wenn ich eine Weile rumgemacht hatte, lasen wir Walter Moers. Deshalb bin ich Don Alphonso geworden und habe was zu erzählen, flenne nicht bei Ebay, halte Internetgeschäftsmodelle für doof und habe folgerichtig auch nicht die Nummer 9 IN 254/05 beim Amtsgericht Darmstadt.
Aber 120 DCT-Punkte. So geht das, Ihr Luschen.
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Dummdidumm
In eigener Sache: Fehler bei FOCUS Online
Im CeBIT-Special von FOCUS Online sind in den
vergangenen Tagen Fehler passiert. Einige
Pressetexte von Unternehmen sind als
FOCUS Online-Produktnews veröffentlicht worden.
Aufmerksame Blogger haben uns darauf hingewiesen.
Wir haben die betreffenden Texte von der Seite
genommen.
Die Chefredaktion von FOCUS Online bedauert
die Fehler. Sie entsprechen nicht den journalistischen Standards von FOCUS Online.
Der Screenshot ist eine Waffe.
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Real Life 15.03.05 - Aus der Übung
Es gab manche, die liessen nur die Fachwörter perlen und versuchten sich mit kleinen Füllwörtern wie is und a und we und will über dem Wasser der virtuellen Ärmelkanals zu halten. Das Management hatte einen Übersetzungsdienst laufen und sprach bei den Meetings dann natürlich deutsch. Man kann ja, man darf ja. gemein, wenn man dann dazu kommt und selbst Englisch redet, beharrlich stur, langsan. Ja, es war gemein, ich hatte Übung, die nicht. Ich schrieb sogar Englisch, alle zwei Wochen ein grösseres Stück. Wenn ich ganz fies war, schickte ich ihnen englische Briefe und erfreute mich an der kreativen Satzstellung, die eigentlich ist ganz einfach, ist sie nicht?
In der Tat sie ist. In meiner Erinnerung. Heute Nacht habe ich den text doch gleich auf Englisch geschrieben. Und jetzt von der Übersetzerin zurückbekommen. Richard II ist dagegen ein ein blutarmes Kasperltheater. Ich werde wieder mehr Emglisch lesen. Vielleicht auch mal wieder Kontakt zu einer PR-Maus halten, auf der anderen seite des Atlantiks, und ihr dafür die umgebohrte Visitenkarte eines fettleibigen Security-Vertriebs schicken, der für Grossbanken arbeitet.
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Erinnert sich wer an die Jamba-Comments bei Spreeblick?
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 14. März 2005
Denn sie wissen nicht was sie da sagen
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Offene Debatte: Wie sagen wir es unseren Journalisten?
Ich frage, weil bei kritischen Berichten an der Blogbar heute einige komische, anonyme Postings über die IPs abgegeben wurden, die in der Nähe von Medienkomnzernen anzusiedeln sind. Da sehe ich einen gewissen Gesprächsbedarf. Zum anderen kommen hier ja auch laufend Kollegen vorbei. Themen gäbe es genug, von der Qualitätskontrolle über Leserwanderungen bis hin zur Ketzerei, ob die Leser vielleicht den Stil der Blogger gegenüber der Pseudonüchternheit der Journalisten bevorzugen, Thema Ansprache, Kommunikation, Leserbindung, oder auch mal die Frage, ob vertikale Portale überhaupt noch zu halten sind.
Also, wie ist es? Traut Ihr Euch, die Debatte öffentlich zu führen? Oder schaut Ihr lieber weiter nur rum, was da passiert, macht mal ein feiges anonymes Häufchen hier und da und sagt in der Kantine, Blogs sind soch eh nur Müll? Ya got the balls? Postet hier oder mailt mich an, donalphonso | ät | gmail dot com
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Kleine Programmänderung wegen Leipzig.
Frank Patalong
das Gespräch führen.
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Montag, 14. März 2005
Qualitätsjournaille,
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Dirt Picture Contest -Mauerfront

Aber was soll man schon von Leuten erwarten, die ihre Brut über diese Trümmerwüste schleifen. Früher waren hier die Blöcke zu Ende, jetzt endet hier die Ziviluisation, die es aussenrum in den hässlichen Blocks auch nicht gibt. Mittendrin in der Brache verrottet, wie sollte es anders sein, der typische kaputte Kühlschrank im Gestrüpp, gleich hinter dem sinnlosen Asphaltfleck. Das ist die Welt, in der sie leben. Im Sommer wächst das Gras, deckt den Unrat zu, sie gehen baden und vermehren sich. Im Winter kommt der Dreck zum Vorschein, es dauert Jahrzehnte, bis so ein Kühlschrank verrottet, Jahrhunderte, bis ihn hier jemand entsorgt, es ist hässlich, und so sind dann auch die Menschen. Nur falls sich jemand wundert, warum hier niemand freundlich ist.
Weiter vorne ist dann noch mehr Kaputtes zu sehen. Die gepiercten Betreiber des Marktes, ansonsten eher Discobetreiber von nebenan, braten Würste schwarz und tun sie in lapprige Brötchen. Mit Senf aus Tuben. Davor ist eine Horde Kinderwagenschieber. Die Inhalte brüllen. Ich mache, dass ich weg komme.
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Real Life 12.03.05 - Moneybrother bei Spreeblick

Klicken und gucken. Und hey, Ihr habt was versäumt.
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Samstag, 12. März 2005
Heute Nacht:
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Premium Journalisten Content
Man kann sagem, dass sich das Pack gegenseitig aushungert: kein Essen hier, keine gute Meldung da. So wird das nichts mit dem Restart der New Economy, meine Lieben. Zumal, wenn es doch was guibt, man sich aber mit anderen um das Essen prügeln muss, dann ist das auch nicht wirklich gut für die Laune. Bei einem Blog-Business-Event in der Munich ASrea, hört man, gab es noch nicht mal Kaffee. Verheerend. Und dabei ist es doch so leicht - so sah das Buffet gestern Nacht um ein Uhr aus, als die Meuten in zwei Fresszügen darüber her gefallen waren. Immer noch was da.

Die Stimmung war gut. Die Leite waren nett. Manche trugen sogar wieder T-Shirts mit dem Namen ihrer Multimedia-Firma auf der Bühne. Wie Jambas, aber viel besser. Es gab sehr schöne Schlüsselbeine zu bewundern, die Orga war so um die 20 und knackig, wie man als Journalist die Orga eben mag, die einen umwuselt und betreut, die Stimmung war prächtig, und viele junge Dinger liessen ihre Digicams schnurren. Es war richtig gut. Party like it´s 1999 - damals bekam ich diesen Preis.
Ein gelungener Abend dank des Buffets und der Getränkegutscheine ohne Limit. So macht man das, ihr Startup-Krepierer. Am Rande: Meine Laudatio habe ich übrigens in 3 Minuten Pitch Bitch Quickie Zeit runtergerattert. Einmal gelernt, nir wieder vergessen.
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Real Life 12.03.05 - Am Morgen darauf
Am nächsten Morgen liegen zehn Zentimeter Neuschnee, und ich fahre früh durch die Finsternis des Tages nach Berlin, wo ihre Todfeinde sitzen. Wenn sie es tun, werden die sie nicht leben lassen. Monopolisten mögen keinen freien Markt, und wenn sie eine Lücke übersehen haben, ballern sie da rein, bis nichts m,ehr lebt. So sind sie zu Monopolisten geworden. Da zu überleben, egal wie klein und schnell und anspruchslos man ist, ist nicht leicht.

Aber tun werden sie es. Was sollen sie sonst tun, wenn sie es schon so weit gebracht haben. Zumindest wird es diesmal nicht die Jagd auf der überfüllten Autobahn mit 250 mit 5 Metern Abstand zum Vordermann, die wir 1999 unter dem strahlend blauen Himmel der Munich Area veranstaltet haben, bevor die Nebelwand kam. Diesmal ist der Weg frei, der Himmel bleibt trübe, und es ist kalt und rutschig. Und Schutzengel gibt es bis heute nicht.
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Freitag, 11. März 2005
Telekomisches zu Six Apart
Nur eine Sache verstehe ich nicht. Das bedeutet nichts, weil ich ja ein Depp bin und von Wirtschaft keinerlei Ahnung habe. Deshalb stelle ich ein paar Fragen an der Blogbar.
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Nermbercher aufgebascht!
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Ihr auf der CeBit: Sie wollen Euren Skalp.
Da kann man nicht Nein sagen, wenn man sich die Achtung der Leute nicht verscherzen will. Also lasse ich mich vom Mo auf die Ausstellung fahren, deren Logo, Website und Plakate Massenvernichtungswaffen für verzärtelte Designer in Metropolen wären: Bunt, schlicht, grob. An den Werbemitteln vorbei fliesst ein Strom von Menschen aller Altersstufen, hin zum Messegelände, wo die Firmen der Region erklären, was sie so tun. Ich gehe zum Dachdecker, wir reden eine Weile über die Qualität von Dachstühlen des 16. Jahrhunderts und Donaueiche, die, gut gepflegt, locker ein, zwei Jahrtausende hält. Ein Photo von meinem Dachstuhl, Baujahr 1600, ziert die braune Stellwand an seinem Stand.

Ich verabschiede mich vom Dachdecker und vom Mo, und gehe noch etwas umher. Maler, Gerüstbauer, Installateure und Restaurateure kenne ich auch, wir unterhalten uns über das Geschäft. Alle sind echte Mannsbilder, nicht dünn, robust, kompakt, und wenn man die Invasion der McKinseys in ein Unternehmen aufhalten wollte, würde einer davon, mit einer ordentlichen Dachlatte oder einem 2,5 zölligen Kupferrohr in der Hand ausreichen, um die Jahresleistung der McK-HR ungespitzt in den Boden zu hauen, wie man hier bei uns sagt. Selbst die normalen Arbeiter fahren dicke Geländewägen und sehen zufrieden aus. Es geht ihnen gut, die Region brummt. Man achtet sich, es ist genug für alle da, der Chef sagt zu allen Meister, und die Arbeiter nennen ihn Chef.
Der Gerüstbauer hat kräftig expandiert und zeigt den staunenden Kindern seine neueste Hebebühne. Später dürfen sie in den Lastwagen probesitzen, und Süssigkeiten bei dem Weltmarktführern holen. Davon gibt es hier einige, aber alle kommen hier her, weil es ihre Heimat ist, und, so sagt mir ein Geschäftsführer, es wichtig ist, dass auch die Familien mal sehen, wo Vater und Mutter arbeiten. Klar, das grosse Geld verdienen sie in Osteuropa, am Golf und Ostasien, aber ihre Kunden wollen die Qualität, die in einem kleinen Dorf im Altmühltal entsteht, und nichts anderes.
Auf dem Weg nach draussen komme ich noch bei einem Konkurrenten der Firma vorbei, bei der mein Vater Teilhaber ist. Was nicht heisst, dass man nicht befreundet ist. Als es ihm mal nicht gut ging, hat mein Vater ein paar Aufträge an ihn abgetreten. Beide Firmen haben in den letzten 30 Jahren niemanden entlassen. Das ist absolut unvorstellbar, denn wer dort arbeitet, gehört diese 37,5 Stunden mit seiner ganzen Kraft und Überzeugung zur Firma, man braucht sein Wissen, seine Erfahrung, seinen Witz und seine Art. Geschweisst wird dieses Bündniss auf den Volksfesten und in den Werkhallen, und alle wissen, dass die Chefs früher selber nur zu zweit waren und alles gemacht haben, von der Abrechnung bis zum Müll. Seit 1946 schreiben beide Firmen schwarze Zahlen. Als der Gründer mit 84 Jahren im Büro tot umfiel, kamen alle aus beiden Firmen auf die Beerdigung. Sein Sohn hat lediglich ein neues Telefon einbauen lassen. Die eMails werden von der Sekretärin formatiert, ausgedruckt und vorgelegt. So ist das hier, im reichen Herz des Landes.
He, Ihr kleinen Pinscher auf der CeBit, Ihr stinkenden Wichtigtuer, Ihr Zukunftswichser, Ihr verkommene Bande von Verlierern, Ihr Ausgeburten kranker Beraterhirne, all Ihr Business Prozess Value Chain Data Mining Micro Marketing Optimizing Tools Provider und Success Revenue Outsourcing Enabling Creators: Wenn Ihr von KMU sprecht, in Euren idiotischen Powerpoints, dann macht Euch klar: Es gibt diese KMUs nicht, diese Idioten, die Euch Geld für Euer Gesülze geben. Es gibt nur Leute, die was vom Geschäft verstehen, und die wissen, dass die Anschaffung Eurer Lügenbeamer nur rausgeschmissenes Geld ist, das sie Euch nicht bezahlen werden. Sie werden Euch vielleicht anhören und Angebote vortragen lassen. Sie werden Euch in den Staub verhandeln, weil Ihr mit Eurer Art für sie Dreck seid, und diese Behandlung das einzige ist, um den Respekt ihrer Meister zu behalten. Sie werden Euch Deadlines und Milestones reinbetonieren, dass ihr nur noch nach Luft schnappt, und wenn Eure Arbeit nicht auf den letzten Punkt so ist, wie es im Vetrag steht, werdet Ihr keinen Cent sehen. Ihr werdet der unterste, billigste Diener sein, und wenn Ihr dabei drauf geht, ist es denen egal, weil Ihr kein Teil des Systems seid. Ihr seid nicht auf dieser Messe. Ihr könnt nicht schafkopfen, ihr seid irrelevant und nur dann akzeptiert, wenn Ihr mehr gebt, als Ihr bekommt. Keinen Konkurrenten, keinen Arbeiter, keinen Hund würde man so behandeln, wie man Euch behandelt.
Sie wollen nicht Eure Prospekte und Medienberichte in Sudelblättern, die hier keiner kennt, sie wollen Euren Skalp. Und Ihr mickrigen Dienstleister werdet diesen Skalp abliefern, denn Ihr braucht jeden Auftrag. Ihr habt keine Wahl. Danach werden sie Eure Knochen abnagen und das Mark aus dem Bein saugen. Und ihre Männer werden daneben stehen, das Bier in der Hand, und es gut finden.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 10. März 2005
So nur im Blog zu finden
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Blogevents oder der neue Trendsport Extreme Bärenfellteiling
Vorgestern war in München der Cscout TrendDay (Fehler nicht von mir) Blogging. Veranstaltet von der weiltweit operierenden Agentur CScout, illustre Gäste from all over the Planet extra eingeflogen, und in der Landeszentrale für neue Medien BLM versammelt, die auch beteiligt war. Begrenzt auf 100 Teilnehmer, die jeweils 200 Euro für das Vergnügen hinblättern sollten, um die neuesten Entwicklungen in Sachen Blogs zu erfahren. Das Ergebnis sah wohl so aus, eine rauschende Ballnacht ist was anderes, eine gute Party auch und selbst für ein Treffen von New Media Leuten in München ist das hier eine eher traurige Kulisse.
Will sagen, statt der erwarteten 100 waren nur rund 50 in Persona da, und davon gingen noch
- Veranstalter
- Freunde der Veranstalter
- Leute von der BLM
- Leute, die üblicherweise immer auf das Ticket der BLM reinkommen
- Leute mit Presseausweisen
- Bekannte der Leute mit Presseausweisen
- die üblichen, in Münchner Trendkreisen unvermeidlichen Adabeis
weg, und wenn ich mir die teils altbekannten Gesichter so anschaue, wage ich es zu bezweifeln, dass auch nur die Hälfte der Anwesenden bezahlt hat. Und das in einer Stadt, die angeblich immer ganz weit vorne mit dabei ist in New Media und Emerging Markets.
Was das für den Anspruch der Veranstaltung bedeutet, die angeblich "Face-to-face interaction and networking with top decision makers in a low pressure environment" wollte, mag sich jeder selbst ausdenken. Die kritische Masse für einen ordentlichen Deal Flow liegt bei mindestens 80 bis 100 wirklich interessierten und zahlenden Besuchern, darunter gibt es einfach zu wenig Auswahl an potenziellen Partnern. Die Folge sind eher laue Bemerkungen in der Blogosphäre und bei denen, die in danach den bösen Don anrufen und ihm alles hintertragen - der Don hatte es sich kurzzeitig überlegt, aber dann...ne. [Mehr an der Blogbar]
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Die me tender
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Real Life 10.03.05 - Vermeidungsdate
Als sie dann da ist, sagt sie ziemlich ehrlich, dass sie eigentlich gar nichts getan hat. Burn Out Syndrom. Das kommt davon, wenn sie mit völlig überzogenen Erwartungen in ein Studium gehen, das trotz aller Versuche, es hip und cool zu machen, doch nicht der kürzeste Weg zur Frühpensionierung ist, gehe dabei über Los und den Prada-Shop, ziehe einen tollen Job beim Praktikum ein und verbringe den Rest Deiner Tage in der Schlossallee. Die Hoffnung hat sie immer noch, irgendwo, aber davor ist ein Riesenberg Arbeit, und ihre Motivation ist nicht grenzenlos. Momentan ist sie auf genau 0. Es reicht noch, um in die Dusche zu gehen, und sich mit mir zu treffen. Also sitzt sie in ihrer wenig ansprechenden Hauskleidung auf dem Biedermeiersessel, trinkt Tee und meint, dass auch bei diesen Temperaturen bauchfrei nicht zu Lungenentzündung führt. Ich bin eigentlich ganz froh, dass eine Lawine meine Dachterasse verschüttet hat, sonst würde sie in ihren dünnen Fetzen auch noch raus und sich ein paar Zigaretten anstecken.
Sie erzählt einiges, was den Schluss zulässt, dass sie sich lebendig begraben fühlt, und ich schaue oft auf ihren Bauchnabel, damit sie sich attraktiv und begehrt fühlt. Irgendwann fällt ihr Blick auf den moppligen Laptop, der hier rumsteht, und sie findet ihn in seinem Lindgrün und seinen üppigen Formen furchtbar veraltet. Irgendwo auch vintage, doch, das runde, dicke Ding gefällt ihr, und in dem Lindgrün hat sie auch ein Kostüm, aber es muss ja Ewigkeiten her sein, dass man solche Rechner, was ist das denn für einer?

Sie kniet davor, schaut sich die üppigen Rundungen an, und ich fühle mich etwas alt. Mein alter Siemens ist einer von drei Laptops, die wirklich noch die Blüte der New Economy erlebt haben. Wenn man mal einen Film über diese Zeit drehen wird, wird man den CXOs und BizzDevBienen ultraflache, silbergraue Subnotes in die Hand drücken, wie man sich das vielleicht so vorstellt, aber die Realität sah anders aus. Was damals auf nicht allzu vielen Tischen in den besseren Etagen der Firma stand, erinnerte noch an Schreibmaschinen mit Monitor. Die Veteranen dieser Zeit laufen noch, aber alle technischen Daten werden heute bei ein fünftel des Preises um den Faktor 10 übertroffen. Mir ist das egal, für meine Zwecke reichen auch noch diese ältesten Vertreter ihrer Gattung. Der hier hat viel erlebt, meine erste Powerpoint, Aufstiege, Untergänge, Verrat und Lüge; nach einer Weile mochte ich ihn, wie man eben eine dralle Italienerin in lindgrünen Kleid mag. Und als ich das Blog hier in Grün und Dunkelrot einrichtete, war es eine Reminiszenz an diesen Laptop mit seinen dunkelroten Taskleisten, der alles überlebt hat. Die Firma, die ihn gekauft hat, hat 2000 den Exit gemacht, aber da war er schon in meinem Besitz.
Und jetzt kniet die Elitesse davor, befühlt spöttisch die Biegungen und kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen, dass das mal schick war. Ihre Zukunft ist schlank, lean, reduziert, hart wie die Wirbel, die hinten zwischen der Hose und dem scharzen Pulli mit den roten Rennstreifen rausschauen. Es wird ein Rennen, sie ist dafür wie geschaffen, wenn sie morgen ausgeschlafen ist und sich ein wenig erholt hat. Keine Frage, sie ist sogar in der Pole Position, aber es gibt keinen Grand Prix mehr zu holen. Und wenn sie aus der Kurve fliegt, werde ich vielleicht vorbeikommen, mit meinem lindgrünen alten 57er Laptop-Caddy aus der goldenen Zeit, und schaun, ob da noch was zu retten ist. Ein Mädchen, das drei Jahre früher in der Wohnung neben ihr war, hat im Praktikum in einem Investmenthaus einen Berechnungsfehler gemacht, mit ein paar Zigtausend Schaden. Eine Menge Geld für so ein junges Ding. So geht das Rennen, manche haben einen ganz normalen Rennunfall und scheiden aus. Mit der war ich damals eine ganze Nacht auf der Dachterasse, the night after. Aber davon erzähle ich der Elitesse nichts. Warum auch. Sie wird es selbst herausfinden.
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