: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die letzte Nacht vor der letzten Prüfung

Ich glaube, ich würde nicht heute in diesen Zeiten jung oder gar Student sein wollen.



G8, Praktika, keine Feier ohne Networking, Stress, maximal 9 Semester, immer auf der Suche nach Kontakten, schneller, höher, 10 mal im Ausland, Bewerbung, alles toll finden, nie zugeben, wie beschissen das alles ist, als Kettenhund des Kapitalismus enden - nicht schön.

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Keiner mag den Verräter

Zumindest galt das in einer Zeit, die zu lange her ist, als dass ich mich daran erinnern könnte. Prinzipiell finde ich Verrat nicht absolut immer verdammenswert; spassig wird es eigentlich erst dann, wenn man über die Ethik des Verrates und die Komplizenschaft spricht. In der Kunst gibt es ja nach Caravaggio diese Betrügerbilder, bei denen der Schurke den Betrachter mit einbezieht - so ähnlich ist das auch im Internet, mag mir scheinen. Warum? Weil man sich so oder so verraten fühlt, also macht man da mit, wo es geht: Im Netz. Der Verräter, das sind wir alle.

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Wie man Assange aus England in die USA bringt

1. Man hat - jetzt nicht wirklich toll begründete - Vorwürfe von Sexualstraftaten. Die aber reichen, damit man Assange in England festsetzen lassen kann, dank europäischer Auslieferungsabkommen.

2. Die Engländer, getrieben von den Medien und der Ahnung, dass Assange in den USA der Prozess droht, werden natürlich den Schweden sagen: Ihr könnt ihn für diese Sache haben - aber ihr dürft diese Auslieferung in diesem Fall nicht nützen, um ihn, wenn die Amerikaner es verlangen, an sie weiter auszuliefern.

3. Groooooosses Entsetzen bei den Schweden. Niemals! Assange wird zu den Vorwürfen befragt, dann sieht man weiter. Absolut sicher wird man diese Auslieferung nicht benutzen. Absolut nicht.

4. Assange wird ausgeliefert. Stellt sich heraus: Der Fall ist nicht so gravierend wie die Sexorgien des schwedischen Königs, und überhaupt, eine Lappalie. Fall nach ein paar Wochen erledigt.

5. Dieser Fall. Nach diesem Fall ist Assange frei. Blöderweise findet sich dann noch ein Vergewaltigungsopfer. Oder einem alten Vergewaltigungsopfer fällt noch ein anderer Übergriff ein. Oder Assange widersetzt sich zufälligerweise zwischendrin der Staatsgewalt. Drei Polizisten haben es gesehen! Oder er hat in seiner Zeit in Schweden sonst etwas Schräges gemacht, das jetzt erst jemandem auffällt. Oder etwas, das man schräg auslegen kann. Sowas geht bekanntlich schnell in Schweden. Also, neue Festnahme wegen neuer Sache. Muss man erst mal prüfen. Und nachdem er in England so viel Rabatzz gemacht hat, ist Fluchtgefahr offensichtlich. Das hat natürlich nichts mehr mit den Briten zu tun. Das ist erledigt.

6. Zufälligerweise wissen die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt gerade, wie sie Assange verklagen wollen. So richtig. Unter den alten Vorgaben der britischen Auslieferung hätte man in Schweden natürlich keine Möglichkeit, dem zu entsprechen, aber die neue Festhaltung basiert ja auf ganz anderen Anlässen, und ist nur eine Sache zwischen den USA und Schweden. Und was für knallharte Anschuldigungen die Amerikaner haben! So ein Schuft! Na, da ist Schweden schnell bereit, den Mann zu übergeben.

7. Assange bekommt in den USA einen fairen Prozess nach amerikanischen Vorstellungen - solange sein Flugzeug nicht gleich in Guantanamo landet.

8. Höre ich mich an wie ein Verschwörungstheoretiker? Oh pardon. Bin eigentlich absolut nicht. Das liegt daran, dass ich jeden Morgen die Depeschen des amerikanischen Aussenamtes lese, etwa zu dem, was sie mit den Spaniern und anderen zum Thema Chavez und Venezuela alles geplant und verabredet haben. Da sieht jede Verschwörungstheorie alt aus, wenn die Spanier sagen, dass sie Chavez nicht öffentlich angreifen wollen, sich aber beim europäischen Parlemant gegen ihn einsetzen und ansonsten Journalisten schmieren, Chavez anzuschwärzen. Ich mein, das EU-Parlament sollte eigentlich nicht die Propagandaabteilung des amerikanischen Aussenamts sein, damit sich die Spanier dort einschleimen können. Aber so ist das, in Europa. Da kommt man schnell auf blöde Gedanken.

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