Hessische Deppen

Ein paar Fehler im geplanten hessischen Einbürgerungstest:

5. Wann ging diese erste deutsche Republik zu Ende?
1931 1933 1939


Bullshit. Die Verfassung der Weimarer Republik gilt formal bis 1945 - schliesslich ist Hitler Reichskanzler, und Reichspräsident Hindenburg stirbt 1934.

9. Was geschah am 8. Mai 1945?
Die deutsche Wehrmacht kapitulierte, der Zweite Weltkrieg endete


Bullshit. Jodl unterzeichnete die Kapitulation der Wehrmacht am 7. Mai, der Waffenstillstand trat am 8. in Kraft.

17. In welchem Jahr ist die Verfassung in Kraft getreten?
1949 1990


Ja-ha. In welcher Besatzungszone? Gehen tut beides. Oder keines, schliesslich fehlt noch die Volksabstimmung.

26. Wann wurde die Bundeswehr gegründet?
1945 1950 1955


1950 gab es die Dienststelle Blank, 1956 wurden die ersten Soldaten einberufen, das Soldatengesetz verabschiedet und die Wehrpflicht eingeführt.

38. Was hat Johannes Gutenberg erfunden?
Den Buchdruck


Nein, der Buchdruck wurde schon vorher erfunden. Gutenberg war nur ein Unternehmer, der die Technik verwendete.

Spackos, geht lieber wieder Schwarzgeld waschen.

Freitag, 24. März 2006, 16:45, von donalphons | |comment

 
Wieder was gelernt, vor allem bei der Verfassung habe ich selber gestuzt, hätte aber nicht mit so vielen direkten Fehlern gerechnet. Andersherum, der Test an sich spricht doch schon für sich, aber das hast Du ja in einem anderen Beitrag schon erwähnt :-)

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ja eben. gut, dass ich den test nicht abzulegen brauche.

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Spitzfindigkeiten
Der Test basiert auch bei anderen Fragen auf einer - nun - hessischen Perspektive. Die Fragen zur Schulpflicht z.B. wären in einem gesamtdeutschen Test auch recht unsinnig, da die sich die jeweiligen Regelungen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden.

Bei der Frage nach _Gründung_ der Bundeswehr auf das Amt Blank und Adenauers Hinterzimmer-Diplomatie abzustellen macht imo auch nur wenig Sinn. Über 1956 könnte man vielleicht noch diskutieren:
Die offizielle Geburtsstunde der Bundeswehr schlug am 12. November 1955: Die ersten 101 Freiwilligen bekamen am 200. Geburtstag des preußischen Reformers Scharnhorst ihre Ernennungsurkunden ausgehändigt. Seit dem 1. April 1956 heißen diese Streitkräfte "Bundeswehr", drei Monate später wurde aus der Freiwilligen- eine Wehrpflichtarmee. (Quelle: Bundeswehr.de)

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Welche Volksabstimmung?
Art. 23 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland lautete seit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes bis zu seiner Aufhebung durch das Einigungsvertragsgesetz vom 23.09.1990 wie folgt:

"Dieses Grundgesetz gilt zunächst im Gebiet der Länder Baden, Bayern, Bremen, Groß-Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. In anderen Teilen
Deutschlands ist es nach deren Beitritt in Kraft zu setzen."

Der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des bundesdeutschen Grundgesetzes nach Artikel 23 war ein möglicher Weg zur staatlichen Einheit Deutschlands. Eine zweite Möglichkeit wurde durch Artikel 146 des Grundgesetzes eröffnet: die Ausarbeitung einer neuen, gemeinsamen Verfassung.

Im übrigen war das keine "Annektion". Bei den ersten freien Wahlen am 18.3.1990 wählten die Bürger der DDR Parteien, die den Beitritt nach Artikel 23 wollten.

Am 3.10.1990 endete die DDR und damit auch ihre Verfassung von 1949.

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Test
Der Test ist keine Fahrprüfung. Es geht auch nicht darum, möglichst viele am Ende durchfallen zu lassen, sondern darum, deutlich werden zu lassen, dass Integration voraussetzt, sich mit seiner neuen Heimat zu beschäftigen und diese auch als eine kulturell gewachsene, also historisch gewordene, wertefundierte Gemeinschaft von Bürgern zu begreifen. Die einzelnen Punkte:

1. Staat und Verfassung sind keineswegs Wechselbegriffe: England hat keine (geschriebene) Verfassung, was der Staatlichkeit der Insulaner keinen Abbruch tut. Der Irak ist nicht allein darum schon eine zivile Demokratie, bloß weil man Papier mit einer entsprechenden Konstitution (fiat status - panta kala lian?) bedruckt. Oder wollen Sie Deutschland 1938 ernsthaft als Weimarer Demokratie beschreiben?

2. Sie haben ebenso Recht, wie Sie Unrecht haben:
http://www.documentarchiv.de/ns/1945/kapitulation.html

3. Es gab 2 verfassungskonforme Wege der Wiedervereinigung; wir erinnern ins beide, welcher gewählt wurde.

4. Die BW wurde am 5.5.1955 rechtsförmig gegründet. Die ersten Rekruten im Nov. 1955 vereidigt.

5. Mit dem Buchdruck ist es so, wie mit der Rakete und dem Düsenflugzeug; oder wie mit den Blogs: Hier gibt es nicht DEN Erfinder ...

Fazit: Sie haben knapp bestanden; ich wäre wohl durchgefallen.

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"Wertefundierte Gemeinschaft" - wenn ich den Schmonzes schon höre. Welche "Werte" denn? Vielleicht die "jüdischen Vermächtnisse" des Hessen-Pinocchio?
Und wieso "Integration"? Steuern zahlen und Gesetze beachten reicht aus.
Ach ja, ich weiß, es ist wegen der "Parallelgesellschaft". Nur: Die haben wir schon längst. Die biedere Hausfrau aus dem Dortmunder Schrottviertel, die aus Not der Armutsprostitution nachgeht, und der Bentleyfahrer aus der Taunus-Villa sind so "parallel", paralleler geht's nicht.

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Die Weimarer Verfassung gilt formal bis 1945, da führt kein Weg dran vorbei, und ob die meisten damaligen Wertegemeinschaftler nach den Notstandsverordungen und dem Kabinett Schleicher das Dritte Reich als die Zäsur empfanden - nun, da sollte man dem nachträglichen Gut-Böse-Schema nicht wirklich allzuviel Glauben schenken.

Mich bitte nicht in eine Wertegemeinschaft packen, ich komme aus Bayern und weiss um die protofaschistische Bedeutung des Wortes.

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Gutenberg war in Wahrheit ein ausgesprochen lausiger Unternehmer, aber ein unbestritten sehr bedeutender Erfinder. Natürlich hat er nicht den Buchdruck erfunden, aber er hat als Erster leicht herstellbare und bewegliche Metall-Lettern für den Buchdruck genutzt, und dieses Verfahren dann auch erfolgreich in der Praxis umgesetzt. Zu behaupten, er hätte die Technik nur verwendet, tut ihm unrecht. Genauso gut könnte man behaupten, die Gebrüder Wright wären nur Unternehmer gewesen, die die Technik des Motorflugs verwendet hätten.

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Erst jetzt wird mir klar, daß ich den Computer nicht nur verwende - ich habe ihn erfunden!
;-)

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Hier geht es ja auch im die Einbürgerung und nicht um wissenschaftliche Genauigkeit.

Es gibt Erfindungen und Entdeckungen, die unabhängig voneinander in zeitlicher Nähe mehrfach gemacht wurden, oder wiederentdeckt, nach dem das Wissen jahrhundertelng verschüttet war. Beispiel: Während in Deutschland Gauss als Entdecker der Normalverteilung gefeiert wird, ist es in Frankreich de Moivre, der den Übergang von der Binomialverteilung zur Normalverteilung skizzierte und in Russland Alexander Michailowitsch Ljapunow, der den zentralen Grenzwertsatz bewies.

Eine Gesellschaft/Nation definiert sich auch anhand gemeinsamer Ereignisse und Personen. Gutenberg ist sozusagen identitätsstiftend - unabhängig davon, für welche Erfindung im Zusammenhang mit den Buchdruck er nun genau verantwortlich war.

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wobei gutenberg die erfindung des buchdrucks mit beweglichen metalllettern (in der wikipedia: ausserhalb ostasiens) zugeschrieben wird; so schon hockeystick.

die wesentliche leistung dürfte die herstellung des handgussgiessinstruments nebst zubehör und mit diesem die herstellung der drucktypen aus letternmetall sein. dazu gehört eigentlich noch der winkelhaken und der setzkasten, der vermutlich auch bis in diese zeit zurückgeht und auch die druckerschwärze.
http://www.gutenberg.de/erfindun.htm

erstaunlich, dass diese betriebsmittel einer buchdruckerei und typengiesserei über die jahrhunderte kaum verändert wurden - bis so etwa ins 19. jhdt.

damals ging es um faksimile handgeschriebener bücher, also um nachahmung höherwertigerer ware.

dass für vervielfältigte texte enormer bedarf und auch entsprechende nachfrage bestand, erklärt die rasche ausbreitung des buchdrucks.
http://www.gutenberg.de/erfindu4.htm

@ strappato: es ist noch immer nicht abschliessend geklärt, was gutenbergs beitrag zum ganzen war. förderlich für die entsprechende zuschreibung dürfte auch ein aufenthalt gutenbergs in strassburg gewesen sein, was es den franzosen leicht macht, johann gensfleisch genannt zum gutenberg als einen der ihren anzusehen.

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@hockeystick: wenn du hier schon Gutenberg und die Gebrüder Wright argumentativ verklammerst, solltest du auch Andreas Venzke erwähnen. Er hat zu beiden aufschlußreich geschrieben. Und ja, strappato hat vollkommen recht. Epochale Erfindungen haben erstaunlicherweise viele - in der Geschichtsschreibung allerdings immer nur - Väter.

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Hockeystick: Das Problem an der Sache ist, dass a) die Quellenlage zu Gutenberg mehr als dürftig ist, man ihn b) dadurch nur als verkrachte Unternehmer-Existenz, aber nicht als Buchdrucker im Wortsinn kennt und c) die beweglichen Metalllettern in Europa von Laurens Janszoon Coster erfunden. Was Gutenbergs Firma (nicht er selbst!) gemacht hat war, das erste grosse Buch zu drucken. Woran er dann auch pleite gegangen ist, und das Ganze von seinem "Technischen Direktor" Peter Schöffer erfolgreich gemacht wurde. Dass die Geschichtsschreibung des 10. Jahrhunderts was anderes draus gemacht hat, ist mir durchaus bewusst - damals glaubten manche auch an das Primat nordischer Kulturen.

Nur weil gewisse Dinge im Rahmen eines völkischen Chauvinismus im Sachkundeunterricht in der 4. Klasse unterrichtet werden, heisst es nicht, dass die Wissenschaft diese Ansichten teilt. Aber genau dieser völkische Chauvinismus spiegelt sich in Fragen wieder, die die eigentlichen Fragen kategorisch ausklammern und nur genehme Antworten (siehe 1933) zulassen. Bloss nicht denken. Bloss nicht hinterfragen. Ankreuzen und Fresse halten.

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Die Quellenlage zu Coster ist noch weitaus dürftiger als die zu Gutenberg. Selbst in den Niederlanden behauptet heute meines Wissens niemand mehr ernsthaft, Coster hätte vor Gutenberg erfolgreich mit beweglichen Lettern gedruckt. Aber vielleicht hast Du ja überzeugendere Quellen, die noch nicht bis zu mir vorgedrungen sind.

In beiden Fällen ist es sicher ähnlich wie bei einem gewissen Jesus Christus (dem Erfinder des Auf-dem-Wasser-Laufens): Es ist wenig Greifbares da, und der überwiegende Teil der Story entsteht in den Köpfen der Nachgeborenen. Bei Gutenberg haben wir aber wenigstens überlieferte Druckerzeugnisse, die zeitlich eingeordnet werden können.

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Auch-einer: Die Wikipedia formuliert es erstaunlich diplomatisch:
Johannes Gensfleisch zur Laden zum Gutenberg, Geburtsname Johannes (* um 1400 in Mainz; † 3. Februar 1468 ebd.) gilt als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metall-Lettern außerhalb Ostasiens. Die Idee dieser Drucktechnik war schon viele Jahre bekannt, konnte aber technisch nicht umgesetzt werden. Gutenbergs eigentliches Verdienst war die Entwicklung von Lettern, an denen die Farbe haften blieb und die leicht und schnell herzustellen waren, sowie die praktische Umsetzung des ganzen Druckvorgangs. Obwohl das seine Leistung nicht im geringsten schmälert, trifft die Bezeichnung „Erfinder des Buchdrucks“ deshalb nur bedingt zu.
Das wäre auch in etwa gewesen, was ich formuliert hätte.

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1933
Am 23.3.1933 beschloss der Reichstag das "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich". Damit konnte die Regierung ohne Reichstag und Reichsrat sowie ohne Gegenzeichnung des Reichspräsidenten Gesetze erlassen. Das zunächst auf vier Jahre verabschiedete Ermächtigungsgesetz wurde 1937, 1939 sowie 1943 verlängert und blieb bis zum Ende des NS-Regimes im Mai 1945 rechtliche Grundlage deutscher Gesetzgebung.

Man kann argumentieren, dass die Weimarer Verfassung dadurch faktisch ausser Kraft gesetzt worden war. Es läutete die Gleichschaltung ein. Bei der Wahl im November 1933 stand nur noch die NSDAP zur Wahl. Danach kann man wohl schwerlich noch von "Republik" sprechen. Wer da die Republik an der formalen Weiterexistenz der Verfassung bis 1945 festmacht, verhöhnt die Opfer des Nazi-Regimes.

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Zusammenfassung
Tja, die Babylonier brauchten Jahrhunderte, um auf Basis des Akkadischen eine primitive semitische Schrift zu entwickeln. Jahrtausende später ging die Verbreitung primitiver antisemitischer Schriften sehr viel flotter.

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Verhöhnung? Würde ich nicht sagen, das Wort kommt mir zu leicht über die Lippen. Was ich damit sagen will: Ein Test, der bei solchen Fragen ungenaue, plattgquetschte Antworten zur deutschen Geschichte bietet, ist als Test für eine Einbürgerung eine Verhöhnung des aktuell lebenden Staatsvolkes.

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die ersteller des tests beherrschen auch nicht die neue deutsche rechtschreibung, haben wir festgestellt. problemchen mit dem ss/ß. beschämend, würde ich sagen: deutschtümelei ohne deutschkenntnisse.

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Welcher Rechtschreibung folgt denn c3s343sdös56djk47op98? Outriertheit aus dem Gulli?

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Und wen interessiert schon die neue Rechtschreibung. Im Unterschied zur weit verbreiteten Meinungsmache muß die nämlich fast keiner schreiben...

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@ "muß die nämlich fast keiner schreiben"
Alle Schüler zum Beispiel müssen. Das sind schon ein paar mehr als "fast keiner".

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ich bin schon deutsch, und so soll ich deutscher werden?
am 8. mai 45 wurde meine mama 18 jahre alt, basta.

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Staat - Verfassung
Don Alphonso:
Die Weimarer Verfassung gilt formal bis 1945, da führt kein Weg dran vorbei ...

jinxi:
Ja, formal; aber eben nicht real: Es ist eben typisch liberale Naivität, ernstlich zu meinen, der Staat wäre nichts anderes als eine gelebtes Stück Rechtstext. Wenn der Wille oder eben die ungeschriebene WERTHALTUNG der Politiker einer rechtsförmigen Konstitution nicht entspricht, dann hört der Staat eben faktisch auf zu existieren. Das ist eine Macht-, keine Rechtsfrage.

Weimar war 1933 am Ende, indem die Nazis gerade das Weimarer Institut der Notverordnung nutzen konnten, ihren MASSNAHME-STAAT zu etablieren, also die Schwundstufe rechtsförmiger Staatlichkeit in Gestalt des Befehls-"Staates" bzw. "staatlichen" AushanmezuSTANDES der W. Rep. zu unterschieben, dessen Wahrheit der Krieg (noch mehr Ausnahmezustand; noch mehr Befehl = Recht; noch mehr Bewegung, noch weniger STATUS) sein musste. Eine Nazi-Verfassung hätte selbst den "Führer" noch auf irgendetwas Rechtsförmiges verpflichtet. Ein reiner Massnahme-Staat dagegen ist das ideale Betätigungsfeld eines überjuristischen, willkürlichen Imperativs von oben.
Kurz: Das formal bestehende Weimar war faktisch ein Instrument seiner Verkehrung in das blanke Gegenteil: Entscheidend ist eben nicht gedrucktes Papier, sondern der Wille, der es be- oder (palimpsestisch) überschreibt.

Insofern hat Hessen hier gegen Sie Recht.

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Ende der ersten deutschen Republik?
Wahrscheinlich ist mit dem Ende der Republik das faktische Ende und nicht etwa das formale gemeint.

Befremdlich daran ist aber schon, daß die Möglichkeit besteht, über die Richtigkeit der Antworten zu diskutieren. Das würde mir zeigen, daß ich wegen der Fragen noch mal in Klausur gehen muß.

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Ich glaube mit Dons Hilfe konnten wir hier beobachten, wieviel Dummheiten so ein Fragenkatalog erzeugt. Ich meine Ihr seid alle deutsche Staatsbürger und streitet darüber, bis wann die Weimarer Verfassung galt und über die welbekannte aber in Deutschland tabuisierte Geschichte, dass Gutenberg ein... naja, lassen wir das...
Wenn Ihr Scheißdeutschen, die Ihr ja alle von Dichtern und Denkern abstammt, an sogenanten Fakten scheitert, was soll dann so ein beschissener Türke wie ich machen, wenn ein Beamter dummdreist an seiner favorisierten Antwort beharrt und keinerlei intellektuellen Einwände akzeptiert?
Ihm an die Gurgel springen, so richtig den aggressiven Türken machen, um endgültig von einer voller Sattheit rülpsenden Borchertschen Figur als Anwärter disqualifiziert zu werden?
Außerdem, wenn Euch all das viel zu emotional und nicht sachlich genug war, dann habe ich ein sehr gutes Argument, das Euch dazu bewegen könnte, an der Redlichkeit eines solchen Fragenkataloges zu zweifeln: Habt Ihr schon mal die Fresse von Koch gesehen?
Na also.

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Euch? Spar dir deine beschissenen Verallgemeinerungen.

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Tja Junge, bist mit dabei... Du weißt schon, wer antwortet, der hat verloren ;-)

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Wer reklamiert hier eine Dichter und Denker-Abstammung?
Ich habe definitiv keine Kinder!

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Alles gar nicht so falsch.
Argh!

1) Die Weimarer Republik endete natürlich mit der Machtergreifung der Nazis 1933. Daß gewisse Regelungen der Weimarer Reichsverfassung unter den Nazis weiter formal beobachtet wurden, ist geschichtlich völlig unerheblich, denn natürlich hatte die Verfassungswirklichkeit mit der republikanischen Ordnung, wie sie von 1919 bis 1933 galt, unter den Nazis nichts mehr zu tun. Kein geistig gesunder Mensch sagt: "1936, also zur Zeit der Weimarer Republik, fanden die olympischen Sommerspiele in Berlin statt." oder ähnlich.

2) Korrekt ist, daß Jodl die Kapitulationsurkunde am 7. Mai unterzeichnet hat, aber wirksam war die Kapitulation faktisch erst später (nämlich am 8. Mai). Folgt man der Kritik, dann wäre die Kapitulation dem Waffenstillstand vorausgegangen, was unsinnig ist. Erst kapitulieren, aber dann noch einen Tag weitermachen?

3) Das Grundgesetz ist natürlich 1949 in Kraft getreten, nicht 1990. Die Frage war ja nicht, wann das Grundgesetz hier oder da oder dort in Kraft getreten ist, sondern wann überhaupt.

4) Die Bundeswehr wurde 1955 gegründet. Nach der Dienststelle Blank, dem Soldatengesetz oder der Wehrpflicht hat keiner gefragt. Besonders irreführend, um nicht zu sagen falsch, ist die Behauptung: "1956 wurden die ersten Soldaten einberufen." Die ersten Soldaten waren Freiwillige und wurden im November 1955 vereidigt.

5) Es ist in der Tat etwas zu einfach, wenn man sagt, Gutenberg habe "den Buchdruck" erfunden. Völliger Blödsinn ist es aber, aus dem armen Mann nun einen "Unternehmer, der die Technik verwendete" zu machen. Er hat nämlich sehr wohl ein eigenes Druckverfahren entwickelt, das eine bis dato unbekannte Effizienz bei der Herstellung der Metall-Lettern hatte. Das hat er dann verwendet.

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Es dampfmaschint, wenn das Zeitalter Dampfmaschine gekommen ist.
zu3): Vor der Vereinigung und noch einige Zeit danach gab es eine verfassungssgebende Kommisssion, die eine gesamtdeutsche Verfassung ausarbeiten sollte, es gab z.B. auch den Vorschlag, in diese ein Recht auf Arbeit aufzunehmen. Letztlich ist die gesamtdeutsche Verfassung nicht durchgesetzt worden. Das Grundgesetz war bis 1990 keine Verfassung, war Deutschland bis dahin kein völkerrechtlich souveräner Staat war, sondern unter dem 4Mächte-Statut stand.

zu 5): Das ist wie mit der Dampfmaschine, die wurde auch nicht von James Watt erfunden, sondern in unterschiedlichen Varianten von Papin, Newcomen und Trevithick, vorher gab es schon den Bergmannsfreund, eine dampfbetriebene Vakuumpumpe zum Trockenhalten von Bergwerksschächten. Entscheidend war bei Watts Dampfmaschine: Es war die erste ihrer Art, die zum industriellen Betrieb mechanischer Webstühle, Spinnmaschinen und zum Antrieb von Schiffen geeignet war. Druckmaschinen zur Vervielfältigung von Stichen oder Holzschnitten oder, wie in China, für relativ weiches, in relativ kleinen Auflagen bedruckbares Papier mit Holzlettern sind etwas Anderes als die Gutenberg-Pressse. Diese hätte ohne Humanismus und das Geld von Johannes Fust und kurz darauf Luther-Bibel und Reformation trotzdem nicht so schnell die Bedeutung bekommen, die sie real hatte, dazu musste erstmal das Bedürfnis zur massenhaften Verbreitung von Druckschriften da sein. In Alexandria hatte man dunnemals schon einmal eine Dampfturbine erfunden-und setzte sie nicht ein, man hatte ja genug Sklaven.

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Oh je
"Das Grundgesetz war bis 1990 keine Verfassung, war Deutschland bis dahin kein völkerrechtlich souveräner Staat war, sondern unter dem 4Mächte-Statut stand."

Richtig, und die sogenannte "niedersächische Verfassung" ist auch keine Verfassung, weil Niedersachsen kein völkerrechtlich souveränder Staat ist. Und der niedersächsische Landtag ist auch kein Parlament, weil Niedersachsen kein völkerrechtlich souveräner Staat ist. Und 12 niedersächsische Eier sind auch kein Dutzend, weil Niedersachsen ja kein völkerrechtlich souveränder Staat ist.

Doch zurück aus dem Märchenland in die Wirklichkeit des Westdeutschlands von damals. Da gab es nämlich ein Bundesverfassungsgericht. Und Anwälte, die dort Verfassungsbeschwerde einlegten. Und Bundestagsabgeordnete, die Verfassungsänderungen beschlossen. Und Verfassungsrechtler, die das Grundgesetz für eine Verfassung hielten und sich dabei vom 4-Mächte-Statut nicht im geringsten beirren ließen - weil sie von irgendeiner Voraussetzung, daß man ein souveräner Staat sein muß, um eine Verfassung zu besitzen, noch nie im Leben gehört hatten.

"In Alexandria hatte man dunnemals schon einmal eine Dampfturbine erfunden-und setzte sie nicht ein, man hatte ja genug Sklaven."

Da stellt sich natürlich die Frage: Wie hätten die Sklaven wohl einen schweren Zug mit 30 oder mehr Stundenkilometern von Alexandria nach Kairo ziehen sollen? Ups, das konnten sie natürlich nicht. Die Dampfmaschine hätte es aber gekonnt, aber natürlich nicht der simple "Heronsball" von Heron von Alexandria, den Du wohl meinst. In der Antike hätte man gar keine richtigen Dampfkessel, Zylinder, Gleise usw. bauen können, selbst wenn man gewollt hätte.

Daß die Menschen vor Gutenberg bloß keine Lust gehabt hätten, Bücher zu drucken, halte ich ebenso für eine gewagte Spekulation. Aber bitte. Das ändert nichts daran, daß Gutenbergs Verfahren den modernen europäischen Buchdruck ermöglicht hat.

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Wie hätten denn die USA reagiert, wenn die BRD aufgrund eines politischen Umsturzes vor 1989 versucht hätte, aus der NATO auszutreten oder bei der Wiedervereinigung gesagt worden wäre, das neue Deutschland entsteht auf Basis eines deutschehn Friedensvertrags mit einer völlig neuen Verfassung als blockfreier Staat? Wahrscheinlich nicht sehr viel anders als der Warschauer Pakt in der CSSR 1968.

Zu Zeiten von Herons Aelosball öffnete man durchaus Tempeltore mit Dampfkraft, damit die Leute glaubten, dies geschähe durch den Willen der Götter, und es gab komplette Theaterstücke, die durch mechanische Puppen aufgeführt wurden, mit programmierten Bewegungsabläufen.

Als der Bergmannsfreund erfunden wurde, da gab es auch keine Zylinder, Schienen waren aus Holz, trotzdem führte die Entwicklung schnurstracks zum industriellen Einsatz der Dampfmaschine, weil der Frühkapitalismus die Voraussetzungen dafür geschaffen hatte. Hätte jemand zu Zeiten Karls des Großen eine Buchpresse erfunden, hätte dies niemanden interessiert, weil es damals in Europa noch keine Nachfrage gab, nämlich nicht genug Leute, die lesen konnten, zur Zeit Gutebergs schon. Es geht nicht um Lust haben, sondern die ökonomisch bedingten historischen Voraussetzungen.

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