Einladung zum Textvergleich bei der ARD

Die Tagesschau der ARD hat in ihrem Online-Beitrag von Fiete Stegers über den Fall Moni vs Transparency Intenational German Chapter Zitate eines ARD-Korrespndenten aD gebracht, der im Beitrag als Vorstand von Transparency auftrat. Im Beitrag wurden Moni "Falsche Sachen" unterstellt, und Blogger wurden beschuldigt, sich mit Transparency nicht in Verbindung gesetzt zu haben. Nach einer Reihe von Schreiben von Bloggern, die - zumindest in meinem Fall - von der ARD nicht beantwortet wurden, erschien soeben eine neue Version des Beitrags auf der Website der ARD, die in einigen Punkten deutlich nachgebessert ist.

1. Verson der ARD von gestern Nachmittag:

Die Fakten überprüft oder sich wie professionelle Journalisten mit Transparency International als Gegenseite in Verbindung gesetzt hatten die privaten Blogbetreiber dabei nicht.

Transparency beklagt "gefühlte Gerechtigkeit"

"Da spielt nur eine gefühlte Gerechtigtkeit eine Rolle", sagt Jochen Bäumel, Vorstandsmitglied bei Transparency International. "Die Behauptungen in dem Weblog waren vollkommen an den Haaren herbeigezogen." Moni S. beruft sich hingegen inzwischen auf ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung. Der Anwalt Udo Vetter, der selbst die juristische Website "Lawblog" betreibt, vertritt sie gegen weitere Löschforderungen.

Transparency International sieht das weiterhin anders: "Man kann als Organisation nicht zulassen, dass falsche Sachen da stehen. Meinung basiert auf Fakten. Und die müssen stimmen", beharrt Bäumel. Eines dämmert seiner Organisation aber offenbar langsam: "Wir hatten einfach unseren Justiziar beauftragt, in dieser Sache tätig zu werden. Ob diese Schärfe angemessen war, darüber kann man sicherlich streiten."


Die aktuelle, nach meinem Wissen mindestens 3. Version - signifikante Änderungen sind gefettet:

Die Fakten überprüft oder sich wie professionelle Journalisten mit Transparency International als Gegenseite in Verbindung gesetzt, hatten die privaten Blogbetreiber dabei meist nicht. Wer von ihnen nachfragte, bekam von Transparency keine befriegende Antwort.

Transparency: Nun doch keine juristischen Schritte

"Da spielt nur eine gefühlte Gerechtigkeit eine Rolle", sagt Jochen Bäumel, Vorstandsmitglied bei Transparency International, gestern gegenüber tagesschau.de.Während Moni S. sich auf ihr Recht auf freie Meinungsäußerung berief, bezeichnete Bäumel ihre Darstellung als "vollkommen an den Haaren herbeigezogen". Der Anwalt der Bloggerin, Udo Vetter, entgegnete der Organisation hingegen in einem Schreiben, sie benenne "in Ihrem Schreiben keine einzige Tatsache, die unrichtig sein soll. Nach den uns vorliegenden Informationen sind auch sämtliche Tasachen wahr."

Transparency International sah das zunächst weiterhin anders. Eines dämmerte der Organisation aber offenbar langsam: Wie Transparency-Geschäftsführerin Dagmar Schröder später gegenüber dem Weblog "netzpolitik" und tagesschau.de erklärte, wolle man nun doch nicht juristisch aktiv werden. Vorstandsmitglied Bäumel hatte zuvor noch darauf beharrt, "die Fakten müssen stimmen". Gleichzeitig räumte er bereits ein: "Wir hatten einfach unseren Justiziar beauftragt, in dieser Sache tätig zu werden. Ob diese Schärfe angemessen war, darüber kann man sicherlich streiten."


Dazu ist zu sagen: Die meisten nachträglich geänderten Punkte hätte man schon in der ersten Version so darstellen können. Öffentlich-rechtlicher Qualitätsjournalismus heisst das, glaube ich. Und das hier, glaube ich, nennt man eine Abmahnung. So schnell kann´s gehen, wenn man nichts tuend den Kopf in den Sand steckt.

Mittwoch, 29. März 2006, 14:15, von donalphons |