: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 12. März 2012

Neue Schuhe (Nicht was die Leser denken)

Das ist die bisher gewohnte Ansicht meines Automobils auf Reisen: Etwas schräg, schnell, dynamisch, mit sich kreuzenden Linien, und im optischen Zentrum das Vorderrad mit seinen kantigen Felgenlinien.



WROOOAAAAAARRRRRR.

So sieht das, mit ein paar bedauernswerten Unterbrechungen, nun schon seit etlichen Jahren aus. Das sind die Alufelgen, mit denen die Barchetta ausgeliefert wurden, und sie haben bislang alles mit einigen Schrammen und viel Dreck mitgemacht: Pässe, Landstrassen, Autobahnen, einige Länder und sogar Berlin. Man kann sagen, ich habe ihnen viel zugemutet.



Mitunter auch etwas zu viel. Zumindest die Reifen sind inzwischen am Ende, und ob so viel Sturz sein musste, weiss ich auch nicht. Allerdings war die Strassenlage in Kurven sehr, sehr gut. Aber die Pässe gehen auch nicht ohne Wirkung an den Reifen vorbei, und dass sich etwas ändern muss, zeichnete sich schon im Herbst ab. Prinzipiell gab es da zwei Optionen: Neue Reifen oder - wir leben ja in der Moderne, wo alles, was nicht mehr ganz neu ist, weggeworfen wird - ein Schielen zur grossen Bucht, in der der Müll träge schwappt wie Wowereit im Ferienhaus des Partymanagers. Nur nicht umsonst. Aber andererseits auch mit guten Felgen günstiger als neue Reifen plus Einbau. Wobei ich immer wieder von den Reifenpreisen der Automonbile überrascht bin: Man bekommt diese fetten Gummiwalzem mit mehrern Kilo Gewicht bereits für Preise, die man für 200 Gramm Rennradreifen bezahlen kann.



Sparsam bin ich auch beim Wechsel, eigentlich gezwungenermassen: Man kann mit der Barchetta die Winter- und Sommerreifen gar nicht transportieren, damit das in der Werkstatt gemacht wird, wie man das heute eben so macht. Vorbei die Zeiten, da jeder im Frühling selbst schraubte und jede irgendjemanden suchte, der ihr das macht. Heute lernen Kinder nicht mehr das reifenwechseln, sondern dass man alles in der Werkstatt machen lässt. Heute, habe ich mir erklären lassen, lagern in den Städten die Reifen so oder so bei der Vertragswerkstatt, für sie wird ein Platz gemietet, und sie werden dann getauscht; sei es, weil die Witterung sich ändert, oder die Reifen jetzt schon vier Jahre alt sind oder einfach mal neue Felgen her müssen. Sicher, die Reifen sind nicht teuer, aber die Folgekosten durch dieses System sind erheblich. Dafür ist es bequem. Und man muss es nicht selbst machen. Man braucht niemand, und man muss auch nicht Reifen aus dem Keller schleppen. Ausserdem ist es auf offener Strasse auch nicht ungefährlich. Und überhaupt müsste man mal berechnen, was für Zusatzkosten das Leben als Single in einer grossen Stadt mit sich bringt, in der Parkplätze selten und die Mieten exorbitant sind. Aber egal. Ich miete ja nicht, und ich kann das auf meinen Stellplätzen machen.



Aus irgendwelchen Gründen waren damals, 1995, nur die kantigen Alufelgen mit 10 Löchern lieferbar; die eigentlich gewünschten Zusatzfelgen mit Turbinengestaltung soll es angeblich erst ab 1996 zu horrenden Preisen gegeben haben, so dass deren Erwerb nicht vollzogen wurde. Die alten Felgen stemmten sich mit ihrer historistischen Aufmachung gegen die Moderne, die neuen Felgen dagegen sind etwas gewöhnungsbedürftig. Ich weiss von Vergleichsbildern aus einer anderen Barchetta, dass sie etwas langweiliger aussehen, wenn das Fahrzeug schnell unterwegs ist. Aber immerhin, es sind die originalen Fiatfelgen, und was die Leute immer mit dem Radwechsel haben, verstehe ich auch nicht: Das dauert in der Regel auch nicht länger als die Fahrt zur Werkstatt.



Das sind aber erst mal genug neue Schuhe für Italien, vor der Hinreise wird gar nichts mehr gekauft, und in Italien selbst stehe ich vor der Wahl, entweder wertvollen Platz auf der Hinreise für Schuhwerk zu vergeuden und genug Schuhe dabei zu haben, oder mich beim restlichen Gepäck nicht gar so einzuschränken, und dann Italien Schihe je nach Bedarf zu kaufen. Wie auch immer: Schuhe sind in jedem Fall sinnvoller als das Delegieren von Arbeiten, die man selbst machen kann. Und das Entsorgen von pfenningguten Felgen, weil die Mode heute andere Formen diktiert.

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