: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 2. März 2012

Wankelmut

Ich bin mir nicht ganz sicher, was mich heute mehr amüsiert hat: Die Kinderplapperei einer Ex-Hardcore-Postprifaschistin, dass sie gerade einen bekannten Datenschützer am Telefon hat, damit es auch ja alle mitkriegen, dass sie jetzt eine der Guten ist. Oder ihre alten guten Freunde der Spackeria, die vermutlich langsam begreifen, dass sie eine blöde Staffage für eine überzeugungsfreie Awareness-Show gewesen sind. Würde der Weg zur erhofften Macht und all den schönen Talkshows es als opportun erscheinen lassen, das Frauenbild der katholischen Kirche zu übernehmen, ich habe keinen Zweifel, dass auch ihre feministischen Freundinnen eine erstaunliche Überraschung erleben würden: "Telefoniere gerade mit Walter Mixa", stünde dann vielleicht bei Twitter.



Aber was soll ich sagen: Auch ich werfe schnell Prinzipien über Bord, wenn es mir geraten scheint. So wollte ich eigentlich auf schönes Wetter warten, bevor Erneste V. "der Rostpockennarbige" über die Strassen fegen sollte, aber irgendwie war ich gestern weitgehend fertig mit dem Basisaufbau. Und bevor die feinen Teile - anderer Sattel, eine neue Kurbel, neue Reifen - drankomnmen, dachte ich, probiere ich es doch einfach mal auf knappen 30 Kilometern aus. Nur um zu sehen, ob alles läuft.



Ich bin im Winter ruhigere Räder gefahren, da ist so ein Ernesto wieder eine ziemliche Sensation. Besonders dieser Ernesto, denn der Vorbesitzer hat neben den Schweisslöchern auch ein paar gute, leichte Teile hinterlassen: Eine Titankassette, ein Carboninnenlager, leichte Felgen,und dann ist der Rahmen auch noch erheblich leichter und minimal kleiner als bei meinem Gulfnago: Das merkt man. Es ist nicht schneller, denn schnell sind nur die Beine, wenn sie es denn sind, aber sehr lebendig und flink.



Es war heute so trüb und novemberlich und kalt, gar kein schönes Wetter, aber das Rad ist trotzdem bunt und eigentlich will man noch weiter und noch weiter fahren - morgen dann. Man soll es nicht übertreiben, auf zu Fetzen gefahrfenen Hinterreifen. Morgen kommt der Ersatz, und dann machen wir, so die morschen Knochen so weit tragen, die 60 Kilometer, dann auch mit deftigen Steigungen.



Ausser, es kommt jemand dazwischen. Oder ich raffe mich auf und schreibe etwas, das ich dringend machen muss, aber es ist noch nicht perfekt in meinem Kopf. Ich muss noch immer zu viel erklären, Und diesmal muss es einfach und durchschlagend sein. Dumme, kurze Gedanken hat man oft beim Treten auf dem Rennrad. Man wird sehen und lesen.

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Das mit der Frauenfeindlichkeit

Es ist doch so:

Ich bin nicht insektenfeindlich. Wenn sich ein Insekt in meine Wohnung verirrt, dann schlage ich es nicht tot, sondern nehme ein Glas, warte, bis sich das Insekt niedergelassen hat, stülpe das Glas darüber, schiebe unten ein Papier hinein, und bringe das Insekt nach draussen. Wenn es nicht fliegen kann, trage ich es die Treppe hinunter. Ich liebe deshalb Insekten nicht zwingend, aber ich finde, Insekten haben ein Recht zu leben. Wespen, Nachtfalter, Undefinierbares - ich mache da keinen Unterschied.

Aber natürlich habe ich unter meinen Teppichen und im Kleiderschrank Mottenpapier. Und natürlich verscheuche ich aufdringliche Fliegen vom Essen, weil es unhygienisch ist. Das Recht auf Dasein schliesst nicht das Recht auf Belästigung mit ein. Der Versuch ist in Ordnung, die Umsetzung aber lasse ich nicht zu. Ich habe Eigeninteressen, aber deshalb noch immer keine Feindschaft mit Insekten.

Und so ist es auch ein wenig mit den Feministinnen.

Ich tue keiner Frau etwas zuleide, in meinem Lebensumfeld hätte ich nur begrenzte Möglichkeiten, Frauen zu benachteiligen, und ich vermute mal, dass man schon ziemlich extrem sein muss, um klassische Höflichkeiten von Vortritt lassen bis zu Pralinen als sexistisch aufzufassen. Ich kann mit Frauen gleich gut und gleich schlecht wie mit Männern zusammenarbeiten, ich passe mich natürlich in den Umgangsformen etwas an, aber mehr ist nicht. Ich bin nicht erotoman, dreckige Witze sind nicht mein Ding, und ich komme auch in schwierigen Phasen aus Erfahrung mit Frauen gut aus. Ich denke, dass rücksichtsvolles Benehmen ein einfacher, natürlicher Schlüssel zum Umgang mit Menschen, egal welchen Geschlechts, sein kann, und verhalte mich entsprechend. Das ist keine Tugend, es bietet sich halt an, und es zeitigt gute Ergebnisse.

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Aber das heisst nich lange nicht, das ich jede bei Twitter pöbelnde Assel, jede opfersüchtige Brunzkachel, jede stinkende Gendertröte anders behandle als Rowdies in der U-Bahn, philosemitische Nazicretins oder schmierige Werber, die im Internet spammen. Man kann mit mir bestens auskommen, wenn man nicht versucht, a priori gleich mal eine Kotau für durchgeknallte Ideologien zu erwarten - dafür gibt es von meiner Seite gerne was in die verfaulte Fresse. Ich interessiere mich einen Dreck für Ruhezonen und den Wunsch, nach dem blöden Anraunzen irgendwie doch nett behandelt zu werden, und ich kann schon unterscheiden zwischen jenen , denen es um eine gute Sache geht, wie sie Gleichberechtigung ist, und den Mohrenlampenbetroffenen, die sich damit Vorteile durch Moralknüppel verschaffen wollen.

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Ich bin ein höflicher Mensch, wenn man der Höflichkeit Raum lässt. Ich mag Marienkäfer und bunte Schleifchen auf Pralinenschachteln, ich komme mit den meisten gut aus und brauche nur selten die Fähigkeiten, die vielleicht irgendwie im Blute der Bayern stecken. Sie sind da, aber ich kann sie einfach beherrschen. Ich mag Frauen.

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Aber ich bin kein arschkriechender Depp von der Spackeria.

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