Das Mastjahr

Ich brauchte eigentlich keinen Biologen, der mir mitteilt, in welchen Jahren die Bäume besonders stark blühen: ich sehe dann nicht mehr so richtig gut. Es muss gerad ein Mastjahr sein, in dem besonders übel geblühlt und gepollt wird. Sicher, ich werde auch von Jahr zu Jahr sensibler, und ich habe keinerlei Zweifel, dass mich das umbringt, bevor das Alter insgesamt zu umschön wird; so ein Lungenproblemtod hat ja auch etwas Mondänes, im Vergleich zur Altersschwäche. Es sei denn, ich schaffe es später endgültig irgendwohin, wo das alles kein Problem ist:



Die Geschichte ist ja auch so ein Zufall, wie so oft in meinem Leben. Es begann damit, dass es in Mantua kein Zimmer in der Innenstadt gegeben hat. Aber es gab dieses kleine B&B ausserhalb, das gerade erst geöffnet hatte, und jede Menge Platz. Und weil es alles so neu und auch für die Betreiber ungewohnt war, rutschte ich da irgendwie langsam rein.



Ein Urlaub, noch einer, das Verstehen, dass es kaum einen besseren Platz als Mantua in Oberitalien gibt, genau die richtige Grösse und Schönheit und Infrastruktur, und vor allem: Die Seen, an denen ich wohne, nach vorne hinaus, und Kilometer überfluteter Reisfelder. Ich bin in Italien nicht ganz problemfrei, aber in Mantua ist es wirklich gut. Der Reis, den man am Abend bestellt, hat im Jahr davor die Pollen abgehalten.



Das B&B wurde bekannter und beliebter, es war nicht mehr ganz so einfach, dort anzurufen und zu sagen, am nächsten Tag würde man kommen. Zwangsweise Erlebnisse mit anderen Unterkünften waren irgendwie, wie soll ich sagen, es fühlte sich nicht richtig an. Es fehlte einfach die Ungezwungenheit, die absolute Freiheit, immer war irgendwas, einzige Ausnahme: Ein Hotel in Rom. Aber Rom ist zu laut und zu gross und zu voll und zu weit weg. Mantua hat den Vorteil, dass man im Notfall an einem Vormittag zurück nach Deutschland fahren kann. Es war zwar perfekt, aber zu beliebt. Auch, weil sich die Aufenthalte von Jahr zu Jahr in die Länge zogen.



Letztes Jahr war es dann wirklich schwierig, weil es in der angedachten, langen Zeit mit Ostern und Pfingsten einfach zu viele andere Belegungen gab. Ein Gast, der bleibt, macht so ein kleines B&B etwas unflexibel. Und weil man sich ja nun schon länger kennt, und die Schwester der Betreiberin im Ausland lebt und arbeitet und ich länger bleibe, kam die Idee auf, ob ich nicht die Wohnung mieten möchte. Statt im B&B zu übernachten. Gleiches Haus, ein Stockwerk tiefer, im Vergleich zu kleinen Hotelzimmern eigentlich ein echter Luxus, viel mehr, als man in Italien eigentlich braucht. Und so kam dann das, was nie wieder zu tun ich nir nach Berlin geschworen hatte:



Der Stress eines Drittwohnsitzes. Nach all den Horrorgeschichten, die man über das Mieten in Italien hört, war es überraschend einfach. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Entweder ich japse monatelang. Oder ich lebe monatelang. Diese Zeit dort unten ist natürlich teurer, aber man muss die Sache vom Lebensende her betrachten: Hätte man dann die Wahl, einen Monat Lebenszeit im Alter Mitte 40 mit tausend Euro zu erkaufen, noch einmal jung sein und in Italien - man würde keinen Augenblick zögern. Und allein darum geht es.



Neben all dem anderen, den Strassen, den Bergen, der Mille Miglia, dem Gardasse, den Palästen und Kirchen, dem Essen, den Menschen, der Wärme, und überhaupt. Es ist Mastjahr, und ich werde mich mit Leben vollstopfen.

Montag, 5. März 2012, 14:11, von donalphons | |comment

 
Akupunktur und Eigenblutbehandlung hat mich von Pollenallergie komplett geheilt, dabei war ich kurz vorm Asthmatiker.

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@che:
Gut zu wissen, dass es diese Optionen gibt. Mich hat das ja erst seit ein paar Jahren am Wickel (konkret: Seit ich nicht mehr rauche, greift mich dieses Pollenzeugs an), und bislang verschafft mir ein frei verkäufliches Antiallergikum ausreichend Linderung.

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mark793

im Realleben würde ich Sie jetzt fragen, "was wollen Sie auf mich trinken?"

Paffpafffpafff...

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@sterngucker: Ich würde dann
- auch auf die Gefahr hin, etwas begriffsstutzig rüberzukommen - zurückfragen, was Sie mir damit eigentlich signalisieren wollen.

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Asthma/Allergietherapie
Werter Don, das mit dem Asthma zieht sich ja bedrohlich durch das ganze Blog.


Wie andere schon erwähnten, schwöre ich da auch auf alternative Methoden.

Ich habe es vor 20 Jahren, nachdem das Cortison bei mir schon auf dem Nachtkästchen einen Dauerplatz innehatte, mit TCM (Traditioneller chinesischer Medizin, sprich in diesem Fall 'Trinken seltsamer Kräutertees') versucht.
Die damalige Lungenärztin (inzwischen im Ruhestand) schrieb Dankesbriefe an die Chinesen (ungefähr so: 'ich weiß nicht, was Sie da machen aber bitte machen Sie es weiter,...').
Cortison brauche ich seither nicht mehr.

Sie dürften als Teilzeitmünchener da sogar sehr gute Behandlungspotionen für die TCM haben, googeln Sie bei Interesse mal nach Carl-Hermann Hempen oder der Societas Medicinae Sinensis. Sollten sie eine Behandlung damit in Erwägung ziehen, sollte der Arzt unbedingt nach den Richtlinien dieses Verbandes ausgebildet sein.


Dann gibt es für Asthmatiker eine neue schulmedizinische Therapie, mit dem Wirkstoff Monteluskast (Medikament heißt Singulair). Auch das könnte helfen, da das Medikament ein Leukotrienenhemmer ist und gerade bei allergischem Asthma gut anschlägt, da es das Anschwellen der Mast(sic)zellen verhindert.

Das Medikament wurde für die Therapie von Kindern unter 12 entwickelt, denen man kein Cortison geben wollte.
Es wirkt allerdings nicht bei jedem Asthmatiker, insbesondere bei ehemaligen starken Rauchern ist die Therapie recht wenig erfolgversprechend.


Von Eigenbluttherapie rate ich ab, wenn man Rheumafälle oder andere Autoimmunerkrankungen in der Blutsverwandtschaft hat. Kann übel ausgehen.

Gute Besserung!

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Danke. Aber angenehmer ist immer noch Italien!

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(Alles was mit Akkupunktur zu tun hat, ertrage ich nicht)

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....ich habe letztes jahr an meinem „ort des seins“ eine grosse suite mit drei zimmern in einem hotel gemietet. ursprünglich für eine woche, max. 2. diese wundervollen räume wurden zur sucht, zum wahnsinn, zu einer art ersatzheimat.....und plötzlich fing ich an, mit der hotelbesitzerin monatsmieten auszuhandeln und ein vierteljahr länger zu bleiben als gedacht.
der gedanke, der mich trieb, war folgender: wenn ich mir als alter mann in den letzten minuten des lebens für alles geld der welt noch einmal aussuchen könnte wo und wie ich gerne leben möchte, so....... :-) naja, du hast es ja bereits geschrieben.

ein anderer ort, fuer menschen mit heuschnupfen: wenn du mal die adresse eines vollkommen vergessenen italienischen schlosses, auf einer klitzekleinen insel (ohne jede polle !) brauchst, dann melde dich.

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bella italia
Natürlich ist Italien sehr viel angenehmer, aber leider auf Dauer nicht immer verfügbar, außer Sie wollen auf immer dort bleiben.

Und ohne unken zu wollen, auch da ist es eine Frage der Eingewöhnung, bis der erste Astmaanfall kommt. Umgebungswechsel setzen Asthma oft für kurze Zeit aus. Deshalb waren sie früher als vor den Zeiten des Cortisons Teil der Asthmatherapie.

Und obwohl sie viel sportlicher sind als ich, und ihre Sorge vor den Medizinern durchaus berechtigt ist, eine Blählunge durch lange unbehandeltes Asthma wollen sie ganz sicher nicht bekommen.

Akupunktur habe ich bei der TCM-Asthmatherapie nie gemacht.
Akupunktur ist in der chinesischen Medizin eine Behandlung von akuten Zuständen, während die chronischen Zustände mit Tees behandelt werden.

Ich kann Ihnen aber aus Erfahrung versichern, dass man die Nadeln nicht spürt. Selbst wenn man wie ein Fakir mit dem Rücken draufliegt;-)

Viel Spaß im schönen Süden.

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har,har,har TCM ich lach mich tot - hilft das auch bei (oder Umstaenden "nur") bei Vollmond? im Jahr des Schweins? ... und wenn das so dolle ist: warum gibt es dann keine Not-TCM-Aerzte die noch an der Unfallstelle einen heilsamen Tee brauen ... ?

Nee, nee - Pollenflucht nach Italien ist garantiert intelligenter ... insofern : Gute Reise ...

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"Akkupunktur"
gehört übrigens zu meinen Lieblingsverschreibern. Stelle mir dann immer vor, wie die Nadeln mit dem Akkuschrauber reingedreht werden.

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gurkenhobel, ach kommen Sie, TCM ist auch nichts anderes als eine Art Psychotherapie - und wenn diese Behandlungsmethode den Leuten hilft (weil sie daran glauben oder warum auch immer), dann ist es doch ok.

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Mein Bruder hat sich letztens für 50 Euro so ein Kristalldingenskirchen umgehängt, weil er sonst alles schon ausprobiert hatte. Interessanterweise hilft es, er bleibt von den ersten Anfällen verschont. Er sagt sich da auch nur: Wer heilt, hat recht!

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ach kommt, das sind doch immer nur leichte Befindlichkeitsstoerungen die mit diesem HokusPokus "geheilt" werden. Aber es bleibt euch ja allen unbemommen beim naechsten Autounfall mit oeffenen Splitterbruechen den Heilpraktiker eures Vertrauens zu rufen ... der pendelt das dann schon aus ... TCM - har, har, har.

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Statt Akkupunktur: vielleicht eine Limousine mit Polenfilter?

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Italienische Pässe im Sonnenschein sind billiger.

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Ein paar sachliche Texte in den ScienceBlogs über Akupunktur & anderen Esoterik-Quatsch und Geldschneiderei lesen, das erheitert und hilft. Garantiert. Und spart viel Geld. Für's Essen und Wohnen in Italia.

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@ staff aureus

"Limousine mit Polenfilter"

Wie muss ich mir das vorstellen? Und seit wann lösen Polen Heuschnupfen aus?

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siehe A(k)kupunktur ;)

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Jena-U!

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On the road again...
Die Bilder sind nett und machen Lust auf mehr. Wir planen Anfang April mit unseren beiden Monstern einen Autotrip nach Norditalien zu machen. Wegen der Schulferien und den obligatorischen Absprachen mit Kollegen bleibt uns leider nur ein kurzes Zeitfenster von ca. 8-9 Tagen. Daher: maximal Mailand.

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Monster?
Die von Ducati oder die hauseigenen?

Ich empfehle sehr den Lago di Como. Das fünfte Bild, das ist Nesso. Sehr hübsch dort.

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Die hauseigenen Monster, die können einem die Nerven kitzeln wie es kein Motorrad dieser Welt schaffen würde. Leider kann man sie nicht einfach in einer Garage abstellen, das ist der Nachteil.

Angedacht war Locarno, Comer See, Mailand und dann über Verona wieder in Richtung Deutschland.

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Ich glaube, die meisten Menschen werden von Mailand sehr enttäuscht sein; wobei ich jetzt auch nicht weiss, ob Kindern die ganzen Uferstrassen vollumfänglich zuzumuten sind. Vielleicht über Ascona nach Stresa am Lago Maggiore entlang, die Isola Bella, dann am See entlang Richtung Varese zum Comer See, nach Bellagio, dann Bergamo, Brescia, Verona, Mantua und heim über den Gardasse? Mailand an ein, zwei Tagen ist eine ziemlich stressige Sache, eine elende Fahrerei und auch kein Spass mit dem Auto.

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Danke für die Tipps. Mailand war auch erstmal nur angedacht, kein Muss auf dem Plan. Es soll auch kein Stresstrip werden, für Kinder sind solche Sachen eh immer ein wenig grenzwertig. Ich sehe es eher als "mal einen Überblick verschaffen", wenn es passt, wird es eh nicht die letzte Reise in diese Gegend werden.

Kennt jemand auf der Route gute Geschäfte (Lebensmittel und Kleidung/Schuhe) und Restaurants, wo man getrost einkehren kann? Ich könnte ja nun die vergangenen Jahrgänge der "Stützen" durchblättern, aber irgendwie fehlt mir dazu gerade die Muße :-)

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"vom Ledensende her"
Hm.
Lenden-ende?
Leidens-ende?
Lebens-ende?
Leder...?
Leider?
Es ist schon nicht so ganz abwegig, vorm reinstellen nochmal drüberzulesen.

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Beim lektoralen Korrekturlesen würde wahrscheinlich neben Rechtschreibfehlern auch manche gewagte spontane Formulierung auf Linie gebracht.

Eine charmante Einzigartigkeit: Der Autor mit den weltweit meisten Flüchtigkeitsfehlern..

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jetzt...

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Die
Drittwohnung in Mantua. Da erwarte ich demnächst dann Geschichten über Kunstwerke, die den Weg über die Alpen nicht geschafft haben, nun aber eine adäquate Ruhestelle in einer Mietwohnung in Mantua fanden. Um dann, wenn die Pässe schnee- und regenfrei sind, in dickem, braunen Packpapier verpackt auf dem Gepäckträger einer Barchetta gen Norden transportiert zu werden...

(Ich präferiere ja eher diese französische Insel im Mittelmeer, nicht weit entfernt von Italien. Indes, das liebe Geld...)

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Wenn man wie der gurkenhobel
alles über einen Kamm schert hilft auch das ganze schulmedizinische Wissen nicht weiter.

Meine TCM-Ärztin ist eine ausgebildete westliche Schulmedizinerin und hat danach mehrere Jahre in China studiert. Ja, sie spricht auch Chinesisch und kann das auch lesen.

Ein System, das seit ca. 5000 Jahren gut funktioniert und sehr wohl mit allen organischen Krankheiten zurechtkommt, aber anders als die westliche Medizin eben nicht invasiv behandeln kann, weil ein Körperöffnungstabu existiert , ist genausowenig Humbug wie die westliche Medizin, die zwar durchaus in der Lage ist, mit den Skalpell erfolgreich zu sein, aber an den chronischen Erkrankungen bisher stets gescheitert ist.
Gutes Beispiel dafür ist u. a. die Geschichte der Asthmatherapie.

Medizin ist eben keine exakte sondern eine histiorische Wissenschaft. Und dafür dürfen die Akolythen der Weißkittel hier gerne sehr dankbar sein, sonst wären sie nämlich alle schon anläßlich der letzten Grippe am Aderlass verblutet.

Und last but not least : die neue Entwicklung in der Asthmatherapie Leukotrienenhemmer einzusetzen, geschah, als man die Wirkung von boswellia serrata (ein TCM-Medikament) untersuchte.

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es gibt nur "medizin"
sie wirkt oder sie wirkt halt nicht. um den nachweis zu bringen ob etwas wirkt gibts den üblichen aufwasch mit doppeldreifachxfach blind tests.
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wenn "TCM" methoden da erfolgreich sind ... reich ma rüber den scheiss. alles andere ist scharlatanerie und schlangenöl.
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ich stelle nicht in abrede, dass die "TCM" durchaus wirksame verfahren bereitstellt, ich gebe ihr aber kein grunsätzliches gütesiegel, nur weil sie auf 5000 Jahre geschichte zurückblicken kann. seinen exotismus kann man gerne woander frönen, bitte nicht auf kosten der allgemeinheit oder von individuen die sich vlt nicht gegen eine behandlung mit TCM (oder anderem esoscheiss) wehren können.

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Boswellia serrata = (indischer) Weihrauch =
= TCM = Traditional Catholic Medicine

https://www.liebich.co.uk/Liebich/Gotthard/santiago/images/36Stoking%20the%20thurible%20at%20Santiago.jpg

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Das muss jetzt auch noch hier hin:

https://pagewizz.com/rezension-einer-altoettingerin-zu-altmanns-scheissjugend/

"...Ich sitze in der Schulklasse in der ersten Mädchen-Volksschulklasse (so hieß das damals, leider musste unser schönes Schulgebäude aus der Gründerzeit einer Ringstraße weichen), also sechsjährig in der Schulbank, als zwei grünberockte Polizisten herein kommen, eine Schulkameradin aus der Bank holen und mitnehmen. Deren „Verbrechen“: Sie hatte in kleine Glasfläschchen Wasser abgefüllt von einem Brunnen vor der Bruder-Konrad Kirche und Wallfahrern zu zehn Pfennigen das Glas als Heilwasser verkauft. Mit sechs Jahren! Was lernt man daraus? a) Sie hat es wahrscheinlich zu unglaubwürdig billig verkauft; b) sie war ihrer Zeit voraus, weil Bruder Konrad damals erst noch selig gesprochen war und noch nicht heilig; c) sie hat vielleicht die ansässigen Devotionalienhändler verärgert. Aber sie kapierte bereits das System. Übrigens wurde aus ihr eine g´standene, humorvolle Bauersfrau mit zwei Kindern - haben wir bei unserem Klassentreffen 25 Jahre später fest gestellt! ..."

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TCM soll gar nicht so alt sein, wie alle glauben, las ich neulich in einem Artikel. Sondern hätte viel mehr mit Mao zu tun, als gemeinhin bekannt. Mist, wo stand das bloß?

Über den Placebo-Effekt berichtete kürzlich die Securvital ganz interessant - dabei handelt es sich übrigens um die Mitgliederzeitschrift eine gesetzlichen Krankenkasse, die schon immer Homöopathie und Akupunktur bezahlte bzw. bezuschusste (früher allerdings mehr als heutzutage, dürfen die von Gesetz her nicht mehr so umfangreich übernehmen). Tenor des Artikels: Ja, es gibt ihn, den Placebo-Effekt (einige interessante Zahlen werden genannt, z.B. bei OPs) - und Ärzte und Patienten sollten ihn sich noch viel mehr zunutze machen.

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mao und seine barfußärzte sind vermutlich bei "Richard Dawkins, The Enemies of reason" nicht so gut weggekommen ;)
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nunja vom Placeboeffekt bin ich eh mal ausgegangen. ich will aber auch nicht ausschließen, dass bestimmte kräuter die dort verwendung finden in bestimmten kontexten hilfreich sind. aber wie gesagt. das soll dann bitte wie bei jeder anderen arznei auch in entsprechendne testreiehen bewiesen werden.

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Wirklich schaden tun die meisten der sogenannten alternativen Heilmethoden nicht, viele Leute behaupten, diese täten ihnen gut und die wenigsten Menschen werden dazu gezwungen, sie zu nutzen.

Meinetwegen sollen die Leute gerne TCM, Akupunktur, Homöopathie oder auch das gute alte Blutegelansetzen ausprobieren dürfen, wenn sie glauben, daß es ihnen besser hilft als unsere Industrie- Medizin.

Kosten würde es der "Allgemeinheit" den Gegenwert von ein paar Kampf- Jets.

Gesellschaftlicher Schaden: Wahrscheinlich geringer.

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Zumindest für die Akupunktur gab es diese Studien schon für einige Erkrankungen, seither zahlen die meisten gesetzlichen Krankenkassen Akupunktur bei bestimmte Diagnosen (bei vier, aber nur alle 12 Monate und auch nur eine bestimmte Anzahl von Sitzungen). Allerdings zahlen die Kassen nur einen Satz, zu dem kein ausgebildeter Akupunkturarzt einen behandelt.

Was TCM angeht, so las ich mal, bei einigen dieser Pülverchen und Tränke bestehe das Problem, dass die sich überhaupt nicht mit dem Tierschutz vertragen, da zu deren Herstellung Körperteile von bedrohten Tierarten nötig seien. Keine Ahnung, ob das stimmt, ich halte es aber für sehr gut möglich.

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ja in china / asien stimmt das, hier wird sowas nicht vertrieben. gilt auch für seltene Pflanzen.
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kleines beispiel aus den medien. Jobs (gut obs um den schade ist ... ) hats auch erst alternativ versucht und dann wars für evidezbasierte methoden wohl zu spät ...
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sowas meine ich mit den gefahren. hinzu kommt, dass die kräuterchen bisweilen durchaus wenig heilsame wirkungen entfalten können. die natur hält nunmal auch diverse giftstoffe bereit.

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Mit welchen Methoden Steve Jobs angeblich seinen Krebs zu behandeln entschlossen hat, wissen Sie und ich nicht und muß uns auch nichts angehen.

Eine Gefahr für Sie ist das jedenfalls nicht.

Um Gottes Willen: "Die Natur hält Giftstoffe bereit"!

Man sollte besser vermeiden, einen Arzt aufzusuchen, der einem Giftstoffe per Rezept verschreibt, da haben Sie natürlich völlig recht.

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@ rollproll

auch die westliche Medizin blickt auf eine ganze Reihe jahrtausendalter Erfahrungen zurück, - und auch der stelle ich kein Gütesiegel per se aus. Ich wollte nur dem ungehobelten Kommentator erklären, das der Notarzt am Unfallort auch kein Erkältungsmittel verabreicht und da zwei Dinge verglichen werden, die auch in der westlichen Medizin unterschiedlich gehandhabt werden.

Würde mir eine sibirischer Schamane glaubhaft versichern, dass er durch das Tanzen meines Namens mein Asthma heilen könnte, dürfte er das auch gern versuchen.
Ich bin für jede Methode offen und nutze westliche Medizin genauso unbeschwert wie östliche.

Mit einer einer akuten Blindarmentzündung oder einem komplizierten Knochenbruch wäre meine Präferenz auch der Chirurg.


@ staff aureus:
I never drink water, because fish f*** in it !(W.C.Fields)

Mein exkommunizierte Großmutter & ihre weiterhin katholische Schwester nutzten die Herstellung von *Heil*wasser in der heimischen Badewanne, um sich bei der gutgläubigen Nachbarschaft aller Konfession ein Zubrot zu verdienen.
Das Wie erkläre ich Ihnen gerne in einem kostenpflichtigen Seminar, für das ich extra für Sie einen exklusiven Sonderpreis mache, allerdings sind ein Silberlöffel und ausreichend Flaschen selbst mitzubringen. :-)


@arboretum
TCM (Catholisch oder Chinesisch nach Auslegung) in Europa verwendet keine tierischen Bestandteile. Das Angebot an Pflanzen ist ausreichend, es müssen also keine geschnetztelten Frösche oder ähnliches aufgekocht werden.
Den einzigen tierischen Bestandteil, den ich irgendwann mal in der Wundertüte hatte, waren Muschelschalen (Austern, allerdings ohne die Muscheln).

Die Medikamente dürfen hier nur von zertifizierten Apotheken vertrieben werden, Importe aus China sind da sogar eher selten, wegen der Zertifizierung.



Und nochmal zum Gift.
Ein Fall in der Nachbarschaft wird schulmedizinisch wegen einer Herzerkrankung mit Digitalis behandelt.
Er hatte nun ein schwere Vergiftung, denn Digitalis ist ein ausgesprochen schmaler Grat, auf dem man schnell stolpert.
Die Folgen sind Nieren- und Leberversagen. Die Lebenserwartung ist dann nicht mehr hoch.

Ein anderes Beispiel: auch bei der breiten Gabe von Cortisonpräparaten , die bei vielen chronischen Krankheiten eingesetzt werden, wird den Patienten gerne verschwiegen, dass die Dauergabe zu Glaukomen und Diabetes führt.

Die Securvita-Studie habe ich auch in der Mitgliederzeitung gelesen. Aber - erinnere ich mich richtig? - da wurde deutlich darauf hingewiesen, dass das Placebo allein weniger wirksam ist, als eine kombinierte Therapie. Bleibt die Frage offen, ob es nachhaltig wirksam ist, oder nur zur kurzzeitigen Verbesserungen führt. Immerhin ein interessanter Ansatz,- ich erwarte, dass die Pharmaindustie ganz groß in die Placeboproduktion einsteigt;-)

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